Ozeane Gift steigt nach Jahrzehnten wieder aus der Tiefsee

In den Meeren schlummert eine unbeachtete Gefahr: Schadstoffe, deren Gebrauch seit Jahrzehnten verboten ist, haben sich angesammelt. Strömungen treiben das Gift wellenweise wieder nach oben.

Tiefseekorallen: Gifte in Fischen
AP/ arthowardphotography.com

Tiefseekorallen: Gifte in Fischen


Schadstoffe, die einmal in die Tiefsee gelangen, sind mitnichten auf Nimmerwiedersehen verschwunden: Sie können noch nach Jahrzehnten nach oben und in die menschliche Nahrung gelangen. Die Menge an Giftstoffen im Meer könnte daher steigen, obwohl die Stoffe schon seit Jahrzehnten nicht mehr verwendet würden, berichten Forscher des Max-Planck-Instituts für Chemie in Mainz (MPI) und des Instituts für Hydrobiologie und Fischereiwissenschaft der Universität Hamburg im Fachblatt "Geophysical Research Letters".

"Es gibt Wellen der Verschmutzung in der Tiefsee, die zeitlich versetzt zu den Höchstkonzentrationen an Land und in der Luft auftreten", erklärt MPI-Forscher Gerhard Lammel. Über Tiefseefische gelange das Gift in die Nahrungskette.

Die Wissenschaftler hatten sich in der Studie Daten über die Schadstoffe PCB (polychlorierte Biphenyle) und DDT (Dichlordiphenyltrichlorethan) angeschaut, die vor allem in den sechziger und siebziger Jahren in die Umwelt gelangt waren und mittlerweile weitgehend verboten sind. Vor zwei Jahren war die Belastung mit diesen Stoffen im Nordatlantik erneut gestiegen.

Die überraschende Entwicklung führen die Forscher nun darauf zurück, dass Strömungen die Giftstoffe aus der Tiefsee nach oben gebracht haben. Es sei mit weiteren Wellen zu rechnen, bis der langsame Abbau der Gifte greife oder sie sich in Tiefseesedimenten eingelagert hätten. Die internationale Staatengemeinschaft betreibt seit langem immensen Aufwand, um die Meere vom Abfall zu befreien. Bewirkt haben die Maßnahmen bisher allerdings nichts.

boj/dpa



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insgesamt 38 Beiträge
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Seite 1
auweia 26.03.2013
1. Ewas neben dem Thema aber,
Zitat von sysopAP/ arthowardphotography.comIn den Meeren schlummert eine unbeachtete Gefahr: Schadstoffe, deren Gebrauch seit Jahrzehnten verboten ist, haben sich angesammelt. Strömungen treiben das Gift wellenweise wieder nach oben. http://www.spiegel.de/wissenschaft/natur/ozeane-schadstoffe-und-gifte-steigen-nach-jahrzehnten-aus-tiefsee-a-890988.html
ich mußte gerade an den "großen Pazifischen Müllfleck" denken, der zwischen Hawaii ud Kalifornien dümpelt. Wenn Müll (mit einem hohen Kunsstoffanteil) Rohstoff ist, wieso gibt es da keine Bestrebungen diesen Rohstoff abzubauen? Man könnte ihn doch zumindest an Land thermisch verwerten...
Klaus's Meinung 26.03.2013
2. Man könnte sogar
diesen "großen Pazifischen Müllfleck" mit Roboterschiffen automatisch einsammeln lassen und an Land bringen, zur Verbrennung. Aber wahrscheinlich ist das den Kaliforniern egal was da so im Meer dümpelt.
hdudeck 26.03.2013
3. Die internationale Staatengemeinschaft betreibt seit langem immensen Aufwand, um die Meere vom Abfall zu befreien.
Als ich diesen Satz gelesen habe musste ich laut lachen. Wer glaubts wird selig.
ijf 26.03.2013
4. na, das hat doch was...
...Also wenn das keine wirksame "Werbung" fuer nachhaltigen und sorgsamen Umgang mit unserer Welt ist, dann ist uns nicht mehr zu helfen... Da werden uns also die Suenden der vergangenen Jahrzehnte direkt vor die Fuesse gespuelt...
nervmann 26.03.2013
5. Nix Neues
Zitat von sysopAP/ arthowardphotography.comIn den Meeren schlummert eine unbeachtete Gefahr: Schadstoffe, deren Gebrauch seit Jahrzehnten verboten ist, haben sich angesammelt. Strömungen treiben das Gift wellenweise wieder nach oben. http://www.spiegel.de/wissenschaft/natur/ozeane-schadstoffe-und-gifte-steigen-nach-jahrzehnten-aus-tiefsee-a-890988.html
Spätestens Ende der Achtziger Jahre war die Versenkung von Atommüll im Atlantik (und anderswo im Ozean) eingestellt worden, weil ermittelt wurde, dass die Rückkehrzeiten von belastetem Wasser aus der Tiefsee an die Oberfläche deutlich kürzer sind (Jahre) als die bis dahin vermuteten 1000 Jahre. Das während der Eiszeit in der Tiefsee angesammelte CO2 ist ja auch wieder hoch gekommen. Gott sei Dank, sonst wäre der März noch kälter als jetzt.
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