Ozonloch wieder kleiner: Schutzschild der Erde regeneriert sich

Der positive Trend setzt sich fort: Das Loch in der Ozonschicht über der Antarktis wird immer kleiner. Bis zur Mitte dieses Jahrhunderts könnte sich der Schutzschild vollständig regeneriert haben.

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DLR

FCKW-Verbot zeigt Wirkung: "Ozonloch über der Antarktis eines der kleinsten"

Köln / Bonn - Das Verbot von Fluorchlorkohlenwasserstoffe (FCKW), die einst in Kühlschränken, Klimaanlagen und Spraydosen eingesetzt wurden, zeigt weiterhin Wirkung: Das Niveau des Ozons in der Stratosphäre in 15 bis 50 Kilometer Höhe könnte Mitte des 21. Jahrhunderts wieder den Stand der 1980er Jahre erreichen, berichten Wissenschaftler des Deutschen Zentrums für Luft- und Raumfahrt (DLR).

"Das Ozonloch im Jahr 2012 über der Antarktis ist eines der kleinsten der letzten Jahre", wird Martin Dameris vom Institut für die Physik der Atmosphäre in der DLR-Mitteilung zitiert. "Dies ist ein deutlicher Hinweis auf die Erholung der Ozonschicht insgesamt."

In mehr als 15 Kilometern Höhe umhüllt die Ozonschicht unseren Planeten wie ein Schutzschild, das die schädliche kurzwellige UV-Strahlung der Sonne weitgehend absorbiert. Seit Anfang der achtziger Jahre beobachteten Wissenschaftler eine Abnahme des Ozons in der Stratosphäre. Über der Antarktis wiesen sie 1985 erstmals ein Ozonloch nach. Am 16. September 1987 einigte sich die Weltgemeinschaft im kanadischen Montreal auf ein verbindliches Abkommen zum Schutz der Ozonschicht: Die Staaten verpflichteten sich, die Produktion von FCKW schrittweise zu stoppen.

In den vergangenen Jahren ließ sich bereits ein positiver Trend feststellen: Das Ozonloch wurde kleiner. Nach einem Bericht der Weltwetterorganisation (WMO), an dem das DLR mitwirkte, soll sich die Ozonschicht in den kommenden Jahrzehnten weiter erholen. "Wenn der Trend anhält, dann schließt sich nach diesen Modellrechnungen das Ozonloch, und die Ozonschicht regeneriert sich", prognostizieren die DLR-Wissenschaftler. Experten sind allerdings uneins darüber, wie sich der Klimawandel auf die FCKW-Prozesse in der Ozonschicht auswirken wird.

Umweltschützer fordern strengere Grenzen

FCKW sind sehr stabil und bauen sich in der Atmosphäre nur langsam ab. Die enthaltenen Chloratome können über Jahrzehnte die Ozonschicht zerstören. In Deutschland werden FCKW seit 1994 nicht mehr produziert. Ohne weltweites FCKW-Verbot wäre die Ozonschicht 2050 weltweit fast komplett zerstört, sagt Markus Rex vom Alfred-Wegener-Institut für Polar- und Meeresforschung. Auch in unseren Breiten hätte es in diesem Fall ein enormes Problem mit der UV-Strahlung gegeben.

Umweltschützern geht das Montrealer Protokoll noch nicht weit genug: Als Ersatz für die FCKW brachte die Chemieindustrie die teilhalogenierten H-FCKW auf den Markt. Diese sind zwar weniger schädlich, greifen die Ozonschicht aber ebenfalls an. Vollständig verboten sollen sie aber erst ab 2040 sein. Ungemach droht zudem von der dritten Generation der Ersatzstoffe, den Fluorkohlenwasserstoffen (FKW). Diese schonen die Ozonschicht, sind aber starke Treibhausgase.

nik/dpa

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