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11. September 2018, 04:12 Uhr

Atacama-Graben im Pazifik

Unbemanntes U-Boot spürt neue Tiefsee-Fischarten auf

Mit U-Booten haben Forscher drei bisher unbekannte Fischarten aufgespürt. Die Tiere leben in einer der tiefsten Regionen der Erde, 7500 Meter unter der Meeresoberfläche.

Die Tiefsee zählt zu den unerforschtesten Gebieten der Erde. Nun haben Wissenschaftler den bis 8000 Meter tiefen Atacama-Graben erkundet - und sind auf kleine, schleimige Geschöpfe gestoßen.

Die drei zu den Scheibenbäuchen (Lipanidae) zählenden Spezies wurden mit einem unbemannten U-Boot vor der Küste von Chile und Peru in einer Tiefe von 7500 Metern aufgespürt. Aufgrund der jeweiligen Farbe sprechen die Forscher vorläufig von rosafarbenen, blauen und violetten Scheibenbäuchen, wie die englische Universität Newcastle bekanntgab.

Keine Fressfeinde

Im Vergleich zu vielen anderen Tiefseefischen, die mit großen Augen, langen Zähnen oder Leuchtorganen ausgestattet sind, sehen die neu entdeckten Meeresbewohner recht unscheinbar aus: Die bis maximal 30 Zentimeter langen Scheibenbäuche sind klein, schleimig und recht transparent.

"Außer Reichweite anderer Fische sind sie frei von Wettbewerbern und Fressfeinden", erklärt der Tiefseeforscher Thomas Linley. Die Wissenschaftler dokumentierten das Geschehen in der Tiefsee mit Kameras. "Die Videoaufnahmen zeigen eindeutig, dass da unten viele wirbellose Beutetiere leben, und die Scheibenbäuche stehen an der Spitze der Nahrungskette. Sie scheinen ziemlich aktiv zu sein und sehen wohlgenährt aus."

Ein Fisch ging den Forschern in die Falle

Die härtesten Strukturen im Körper der schleimigen Fische sind demnach die Zähne und die Knochen des Innenohrs. Einen Fisch konnten die Forscher in einer Falle fangen und an die Oberfläche bringen.

Insgesamt 40 Wissenschaftler aus 17 Ländern hatten bei der Expedition die Gewässer über dem Atacama-Graben befahren. Die Region gehört zu den tiefsten Gegenden im Pazifik. Entlang des 6000 Kilometer langen Grabens ließen sie dutzende Male ihre mit Kameras ausgestatteten U-Boote zum Meeresgrund hinab.

jme/dpa

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