Pazifik: Forscher filmen lebende Fische in Rekordtiefe

Fast acht Kilometer unter der Oberfläche des Pazifiks haben Forscher lebende Fische gefilmt - ein Rekord. Die extremen Bedingungen in der Tiefsee scheinen den Tieren nichts auszumachen. Es zeigt einmal mehr, wie unerforscht die dunkelsten Regionen der Meere sind.

"Wir sind total verblüfft von den Aufnahmen aus 7700 Metern Tiefe", sagte Alan Jamieson von der University of Aberdeen. In den vergangenen Woche hat er mit Kollegen an Bord des japanischen Forschungsschiffs "Hakuho Maru" das Tiefsee-Leben im Pazifik erforscht. In den gewaltigen Tiefen habe man mehr Fische beobachtet, als angenommen.

Die Videos zeigen sogenannte Scheibenbäuche, die in einem Schwarm um die Nahrung schwimmen. Nach Angaben der Forscher wurden noch nie zuvor Fische lebend in so großer Tiefe gefilmt. "Das ist unglaublich", sagte Jamieson. "Wir dachten, die Tiefseefische wären bewegungslose Einzelgänger", erklärte Monty Priede, Direktor des Oceanlab der University of Aberdeen. Doch die Tiere lebten nicht allein, womöglich sogar in Familien.

Scheibenbäuche sind dafür bekannt, dass sie mit Tiefen größer als 6000 Meter gut zurechtkommen. Dort herrschen extreme Bedingungen: Dunkelheit, Temperaturen nahe Null Grad Celsius und ein Druck von 8000 Tonnen je Quadratmeter. Die Fische ernähren sich von Krabben-ähnlichen Lebewesen, die Reste abgestorbener, nach unten gesunkener Fische verwerten.

Die Forschungsreise ist Teil des Oceanlab-Programms Hadeep - an dem neben den Wissenschaftlern aus Aberdeen auch die Universität von Tokio beteiligt ist. Ziel ist die Erforschung des sogenannten Hadals. Damit werden die Bereiche der Tiefsee unterhalb 6000 Metern bezeichnet. Der Begriff Hadal stammt vom griechischen Wort Hades für Unterwelt.

Für die Tiefsee-Aufnahmen mussten die Forscher spezielle Geräte bauen, welche die extremen Bedingungen des Hadals aushalten. Die Kameraplattform benötigt drei Stunden, bis sie in 6000 Metern Tiefe angekommen ist. Sie bleibt in der Regel zwei Tage auf dem Meeresboden, bevor sie wieder nach oben geholt wird.

hda

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