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Schweres Seebeben im Pazifik: Tsunami-Warnung wurde aufgeboben

Im Westpazifik hat sich ein schweres Erdbeben ereignet. Der Meeresgrund wurde mit der Stärke 7,6 erschüttert. Die Tsunami-Warnung wurde aufgehoben. Auf den Philippinen wurden Zerstörungen durch das Beben gemeldet.

Ort des Seebebens vor den Philippinen (Karte des GFZ Potsdam): Wacklige Plattengrenze Zur Großansicht
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Ort des Seebebens vor den Philippinen (Karte des GFZ Potsdam): Wacklige Plattengrenze

Hamburg - Vor der Küste der Philippinen hat sich ein schweres Erdbeben ereignet. In dem Land seien Straßen und Brücken zerstört wurden, meldet die Nachrichtenagentur Reuters. Der Geologische Dienst der USA (USGS) gab die Stärke des Bebens mit 7,6 an; solche Beben ereignen sich weltweit etwa zweimal im Jahr. Zunächst hatte der USGS eine Stärke von 7,9 angegeben.

Das Beben ereignete sich nach Angaben des USGS zwar vergleichsweise tief im Meeresboden in einer Tiefe von rund 35 Kilometern. Dennoch könnte der Meeresboden erheblich rucken: Für zahlreiche Länder war zunächst eine Tsunamiwarnung herausgegeben worden. Sie wurde nun aufgehoben.

Die philippinische Regierung hatte die Bevölkerung an den Küsten aufgefordert, auf Anhöhen zu flüchten. Auf den Philippinen seien bislang nur fünf Zentimeter hohe Wellen festgestellt worden, berichtet das Geoforschungszentrum Potsdam (GFZ). Örtliche Behörden meldeten 16 Zentimeter flache Wellen.

Zwei riesige Erdplatten

Das GFZ gab an, dass sich das Beben etwa 45 Kilometer unter dem Meeresgrund ereignet hat. Es gilt die Faustregel: Je flacher ein Beben, desto heftiger könnte der Meeresgrund wackeln. Ersten Daten des GFZ zufolge erschien die Tsuami-Gefahr erheblich: Das GFZ hatte die Tiefe des Bebens zunächst auf nur zehn Kilometer unter dem Meeresboden beziffert. Als Stärke des Bebens gab das GFZ 7,5 an, zunächst hatte das GFZ 7,7 ermittelt.

Das Beben hat sich laut USGS etwa 100 Kilometer vor der Küste der Philippinen ereignet. Bislang melden die Nachrichtenagenturen keine Berichte über Schäden.

Das Beben ereignete sich den Daten des USGS zufolge direkt an der Kollisionszone zwei der größten Erdplatten der Welt: Im Westpazifik taucht die Pazifische Platte unter die Philippinische. Entlang der Kollisionszone staut sich extreme Spannung im Gestein. An solchen sogenannten Subduktionszonen ereignen sich typischerweise die heftigsten Erdbeben.

boj

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Erdbebenstärken
Die Richterskala
Die Stärke eines Erdbebens wird mit Hilfe der Richterskala und anderer Skalen beschrieben. Der jeweils angegebene Wert, die Magnitude , kennzeichnet dabei die freigesetzte Energie.

Mittels Seismografen werden die Maximal amplituden (also die Ausschläge der Nadel) bestimmt, die umgerechnet von Erdbeben in 100 km Entfernung erzeugt worden wären. Der dekadische Logarithmus der gemessenen Maximalamplituden ergibt die Magnitude. Die Erhöhung der Magnitude um 1 bedeutet dabei eine 33-fach höhere Energiefreisetzung – ein Erdbeben der Magnitude 5,0 ist also 33-mal so stark wie eines der Magnitude 4,0. Die Skala wurde 1935 von Charles Francis Richter und Beno Gutenberg am California Institute of Technology entwickelt.

Genau genommen werden Erdbebenstärken jedoch heute in der Moment-Magnituden-Skala angegeben. Sie berücksichtigt neben der Energie auch die Größe des gebrochenen Gesteins. Die Bruchfläche lässt sich aus der Erdbebenmessung vieler Seismografen berechnen.
Die Auswirkungen
Grob lassen sich die typischen Effekte der Erdbeben in der Nähe des Epizentrums folgendermaßen beschreiben:
  • - Stärke 1-2: nur durch Instrumente nachweisbar
  • - Stärke 3: nur selten nahe dem Epizentrum zu spüren
  • - Stärke 4-5: 30 Kilometer um das Zentrum spürbar, leichte Schäden
  • - Stärke 6: mittelschweres Beben, Tote und schwere Schäden in dicht besiedelten Regionen
  • - Stärke 7: starkes Beben, das zu Katastrophen führen kann
  • - Stärke 8: Groß-Beben
Weltweit ereignen sich jährlich etwa 50.000 Beben der Stärke drei bis vier, 800 der Stärke fünf oder sechs und durchschnittlich ein Groß-Beben. Das stärkste auf der Erde gemessene Beben hatte eine Magnitude von 9,5 und ereignete sich 1960 in Chile .
Skala der Erschütterungsstärken von Erdbeben
Unterschied zur Richterskala
Die Skala der Erschütterungsstärken beziehen sich NICHT auf die RICHTERSKALA, SONDERN auf die zwölfstufige INTENSITÄTEN-SKALA. Die Richterskala ist ein Maß für die bei Erdbeben freigesetzte Energie. Die Intensitäten-Skala hingegen beschreibt die Einwirkung der seismischen Wellen auf Gegenstände - die Werte werden kleiner mit der Entfernung zum Bebenherd. Intensität 9 entspricht ungefähr einem Beben der Stärke 6,5 auf der Richterskala, das in der Nähe stattfindet. Das Japan-Beben hatte die Stärke 9, was Erschütterungen der Stärke 12 zufolge hatte.
I - Nicht gespürt
Keinerlei Wahrnehmungen durch Menschen.
II - Sehr selten gespürt
Nur von sehr wenigen Personen (< ein Prozent) in Ruhe und in sehr empfindlicher Position innerhalb von Gebäuden wahrgenommen.
III - Schwach
Von wenigen Personen in Gebäuden wahrgenommen als leichtes Schwingen oder Vibrieren.
IV - Weitgehend beobachtet
In Gebäuden von vielen, im Freien aber nur von sehr wenigen Personen wahrgenommen; einige wachen auf; leichtes Schwingen oder Vibrieren von Gebäuden, Möbel, etc., Rütteln von Fenstern und Türen, Knarren von Balken; hängende Objekte schwingen.
V - Stark
In Gebäuden von den meisten und im Freien von einigen wahrgenommen; einige rennen erschrocken ins Freie, viele Schlafende erwachen; starke Erschütterungen des ganzen Gebäudes, Raums und von Möbeln; hängende Objekte schwingen erheblich, labil aufgestellte können sich verschieben oder fallen um; Flüssigkeiten schwingen und können überschwappen, Türen und Fenster können auf- und zuschlagen; wenige Gebäude schlechter Bausubstanz können leichte Schäden aufweisen.
VI - Geringe Schäden
Viele Leute rennen verängstigt ins Freie. Einige Objekte fallen um, Möbel können rutschen. Viele Häuser erleiden geringe Schäden wie Haarrisse oder Abfallen kleiner Putzflächen.
VII - Schäden
Die meisten Leute rennen verängstigt ins Freie. Möbel können verrückt und viele Gegenstände aus Regalen geworfen werden. Viele gut gebaute gewöhnliche Bauten erleiden mäßige Schäden wie kleine Risse in Wänden, Abfallen von Putz, Abbrechen von Schornsteinteilen. Bei älteren Gebäuden können größere Risse in Wänden auftreten; nichttragende Wände können einstürzen.
VIII - Starke Schäden
Viele Leute haben Schwierigkeiten stehenzubleiben. Viele Häuser weisen große Risse in den Wänden auf. Einige gut gebaute, normale Bauten zeigen ernsthafte Versagensschäden von Wänden. Schwache ältere Gebäude können einstürzen.
IX - Zerstörend
Allgemeine Panik. Viele schwache Konstruktionen stürzen ein. Sogar gut gebaute, normale Bauten zeigen sehr schwere Schäden, z.B. schwerwiegendes Versagen von Wänden und teilweise auch strukturelles Versagen.
X - Stark zerstörend
Viele normale Bauwerke stürzen ein.
XI - Verwüstend
Die meisten gut gebauten, normalen Bauwerke stürzen ein, sogar einige mit guter, erdbebensicherer Bauweise werden zerstört.
XII - Totale Zerstörung
Alle Gebäude schlechter bis mittelguter Bausubstanz und die meisten mit guter Bausubstanz (holz-, stahl- oder stahlbetonverstärkt) werden zerstört. Maximale Schäden und Landschaftsveränderungen.


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