Namen für chemische Elemente Das Periodensystem wächst

Nihonium, Moscovium, Tennessine, Oganesson - diese vier neuen Elemente gehören jetzt zum Periodensystem. In der Natur kommen sie allerdings nicht vor, sie zerfallen viel zu schnell.

Neue Elemente
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Vier neue Elemente des chemischen Periodensystems haben ihre endgültigen Namen erhalten. Das gab die zuständige International Union of Pure and Applied Chemistry (Iupac) am Mittwoch bekannt. Drei der Neuzugänge sind nach ihrem Entdeckungsort benannt:

Das Element mit der Ordnungszahl 113 - das bedeutet, dass es 113 Protonen in seinem Atomkern gibt - heißt Nihonium (Nh). Es ist das erste Element, das in Asien getauft wird, da es am Riken-Institut in Japan entdeckt wurde. Nihon ist eine Art, den Namen Japans in Landessprache auszusprechen. Es bedeutet so viel wie: das Land der aufgehenden Sonne.

Das Element mit der Ordnungszahl 115 heißt Moscovium (Mc), Element 117 Tennessine (Ts). Beide Namen erinnern ebenfalls an die Orte ihrer Entdeckung. Zurückzuführen sind sie auf Forscher aus Russland und den USA - in der Region um Moskau und im Bundesstaat Tennessee. Daher sollen beide Gebiete jetzt im Periodensystem geehrt werden. Ein Teil der US-Forscher saß zwar auch in Kalifornien - doch der Bundesstaat hat mit Californium (Ordnungszahl 98) bereits sein eigenes Element.

Element 118 heißt Oganesson (Og) - und erinnert damit an den russischen Forscher Jurij Oganessian, der seit Jahrzehnten führend an der Entdeckung schwerer Elemente beteiligt war.

Die nun zu benennenden Elementen vervollständigen die siebte Periode des Periodensystems. Die vier Elemente wurden in winzigsten Mengen durch den Zusammenprall von Atomkernen künstlich hergestellt und zerfallen schnell. In der Natur kommen sie nicht vor.

Die Iupac hatte die vier superschweren Elemente mit den Nummern 113, 115, 117 und 118 Anfang dieses Jahres anerkannt. Im Juni erhielten sie ihre vorläufigen Namen, die nach Ablauf der Einspruchsfrist nun endgültig gelten. Damit ist der Plan auch endgültig gescheitert, eines der Elemente nach dem verstorbenen Motörhead-Sänger Lemmy Kilmister zu benennen.

Derzeit suchen Forscher nach den noch schwereren Elementen der achten Periode. Nachgewiesen ist aber noch keines von ihnen. Auch diese dürften schnell wieder zerfallen, wobei Wissenschaftler für zwei Elemente, 120 und 126, auf längere Zeitspannen hoffen. Hier könnten besondere Anordnungen der Protonen und Neutronen für mehr Stabilität sorgen.

chs/dpa



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