Naturspektakel in Argentinien Gletschersturz

Alle paar Jahre brechen riesige Eismassen des Perito-Moreno-Gletschers in Argentinien ab und stürzen in einen See. Nun hat das Naturspektakel erneut begonnen.

REUTERS

Im Süden Argentiniens hat der Durchbruch des berühmten Gletschers Perito Moreno begonnen - ein Schauspiel, das Tausende Schaulustige anzieht. Wasser begann am Samstag in erste Risse im Gletscher einzudringen, wie der Nationalpark Los Glaciares in Patagonien mitteilte. Binnen zwei oder drei Tagen dürfte dann eine gewaltige Eisfront ins Wasser stürzen.

Der Perito-Moreno-Gletscher ist eine der größten Touristenattraktionen im Süden Argentiniens und gehört zum Weltnaturerbe der Unesco. Er liegt im größten Gletschergebiet der Anden. Die Gletscherzunge endet im Lago Argentino. Die Eismassen trennen dabei - je nach Ausdehnung - immer wieder zwei der Seitenarme des Sees voneinander ab.

Der abgetrennte Bereich hat dann keine Verbindung mehr zum Rest des Sees und keinen Abfluss. Das Wasser staut sich. Auf diese Weise kann der Wasserstand um etwa 20 Meter ansteigen, bis der Druck auf die Gletscherzunge zu groß wird. Dann bricht die Eisbarriere auf ganzer Front zusammen, das Eis stürzt in den See.

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Argentinien: Spektakel am Perito-Moreno-Gletscher

Experten bezeichnen den Abbruch von Gletschereis als Kalben. Am Lago Argentino entstehen dabei besonders eindrucksvolle Bilder. Die abbrechende Front liegt bis zu 77 Meter über der Wasserlinie.

Letzter Abbruch im März 2016

Das Naturschauspiel ereignet sich seit 2004 rund alle zwei bis vier Jahre. Zuvor hatte es 16 Jahre lang keinen Gletscherbruch gegeben. Zuletzt brach das Eis am 10. März 2016 ab. Um das Naturschauspiel mitzuerleben, warten schaulustige mitunter an mehreren Tagen stundenlang in der Nähe der Eisfront. Auch abseits der spektakulären Abbrüche ist der Gletscher ein beliebtes Touristenziel.

Auf den Klimawandel schieben kann man das Kalben des Gletschers nicht. Im Gegensatz zu den meisten anderen Andengletschern hält sich seine Eismasse stabil. Analysen des Gletschers deuten weder auf eine Zunahme noch Abnahme seiner Masse hin.

jme/AFP



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