Erdzeitalter Perm Mikroben sollen Artensterben verursacht haben

Vor 252 Millionen Jahren starb ein Großteil der Spezies. Nun zeigt sich: Mikroorganismen könnten verantwortlich sein. Durch übermäßige Methanproduktion hätten sie die Temperaturen auf der Erde in die Höhe getrieben.

Heftiger Vulkanausbruch: Nickel diente als Treibstoff für die Methanproduktion
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Heftiger Vulkanausbruch: Nickel diente als Treibstoff für die Methanproduktion


Mikroorganismen haben möglicherweise das größte Massensterben der Erdgeschichte verursacht - so das Resultat einer Studie. Demnach produzierten Einzeller der Gattung Methanosarcina vor etwa 252 Millionen Jahren plötzlich so große Mengen Methan, dass sich die Erde drastisch erwärmte und die Ozeane versauerten. Als Nährstoff hätten die Organismen demnach das Element Nickel genutzt, das damals gewaltige Vulkanausbrüche lieferten.

Bislang sahen Forscher die Vulkanausbrüche auf dem Gebiet des heutigen Sibirien selbst als Grund für das größte Artensterben der Erdgeschichte. Es ereignete sich am Ende des Erdzeitalters Perm. Damals verschwanden die meisten Spezies. Wissenschaftler um den Geophysiker Daniel Rothman vom Massachusetts Institute of Technology (MIT) in Cambridge berichten nun, dass es anders gelaufen sei: Laut der im Fachmagazin "Proceedings of the National Academy of Sciences" publizierten Studie erlangten Methanosarcina durch Genaustausch mit anderen Mikroorganismen die Fähigkeit, aus Kohlendioxid im Meer vermehrt das Treibhausgas Methan zu produzieren.

Als Nährstoff benötigten die Mikroorganismen das Element Nickel, das durch den damaligen Vulkanismus reichlich zur Verfügung stand. Das produzierte Methan erwärmte die Erde stark und ließ die Ozeane versauern. "Unsere Ergebnisse zeigen, wie sensibel das System Erde auf die Evolution von Mikroorganismen reagiert", schreiben die Forscher.

Hinweise statt Beweise

Frühere Studien, denen zufolge Vulkanismus die entscheidende Rolle spielte, halten die Forscher nicht für überzeugend. "Einem schnellen anfänglichen Ausstoß von Kohlendioxid durch einen Vulkan müsste ein allmählicher Rückgang der Konzentration folgen", wird Mitautor Gregory Fournier in einer Mitteilung seines Institutes zitiert. "Stattdessen sehen wir das Gegenteil: eine schnelle, andauernde Zunahme. Das deutet auf eine Ausbreitung von Mikroben hin."

Die Forscher belegen ihren Verdacht mit drei Befunden: Erstens zeigen Sedimentproben aus China und Österreich, dass zur Zeit des Artensterbens der Anteil von Kohlendioxid (CO2) in den Ozeanen extrem anstieg. Zweitens ergaben Analysen von Methanosarcina, dass die Einzeller vermutlich zu jener Zeit die Gene für die besonders schnelle Bildung von Methan entwickelten. Schließlich zeigen Isotopen-Analysen von Ablagerungen aus China, dass sich gerade damals große Mengen Nickel anreicherten, die den Treibstoff für die Methanproduktion lieferten.

Dies alles sei zwar kein endgültiger Beweis für die Hypothese, aber ein sehr starker Hinweis, betonen die Forscher: "Zusammengenommen stimmen unsere Ergebnisse gut damit überein, dass eine spezielle mikrobielle Innovation das größte Massensterben auf der Erde ausgelöst hat."

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jme/dpa



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insgesamt 13 Beiträge
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pluuto 01.04.2014
1. dicke Luft
Es gibt wahrscheinlich tausende Ursachen, die sich auf das Klima auswirken und es verändern können. Außer heutzutage, da ist es der Mensch mit seinen CO2- Ausstoß.... oder vielleicht doch nicht???
helmut.alt 01.04.2014
2. optional
Nicht sehr überzeugend! Warum soll Methan die Ozeane übersäuern? Methan löst sich nicht in Wasser und hat keinen Einfluss auf den pH-Wert. Das Meerwasser ist außerdem schwach basisch (pH = 8,4) und nicht sauer! 1. Semester Chemie!!!
iglobsne 01.04.2014
3. wenig überzeugend
das ist zu wenig "global" gedacht! Die Land/Meer Verteilung, die Erde/Sonne Konstellationen; die Erdachsen-Bewegungen; etc. aber das ist sicherlich zuviel, um es in kleinen Modellen zu rechnen! Ein Single-Event der beschriebenen Art scheint mir "zu wenig"!
west120 01.04.2014
4. OH wirklich klimawandel ohne Menschen
wer hätte das gedacht das Mutter Erde das alleine hinbringt. Nur mal zu Erinnerung selbst zu Zeiten den römischen Imperiums waren die Druchschnittstemperaturen höher als heute und das ganz ohne Industrie oder Co2 Belastung durch den Menschen. Lernt endlich, die erde hat Warm und Kaltphasen und da wird das würmchen Mensch nichts dran ändern ob ihm das passt oder nicht. Aber mit Klimawandel lässt sich ja prima Geld verdienen und die Bürger abzocken.
albert schulz 01.04.2014
5. Extrastarke Information
Wissenschaft, wie man sie liebt, rätselhaft, voller Geheimnisse, aber nunmehr schlüssig aufgedeckt. Leider wird nicht mitgeteilt, daß Mikroben seinerzeit so groß wie Kühe waren und fortwährend gefurzt haben, weil ihnen die verfügbare Nahrung überhaupt nicht bekam. Zum Glück sind sie ausgestorben, weil ihre Sucht nach Aluminium nicht mehr befriedigt werden konnte. Darin ähneln sie der Jetztzeitbevölkerung der Erde.
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