Die Homepage wurde aktualisiert. Jetzt aufrufen.
Hinweis nicht mehr anzeigen.

Quelccaya-Gletscher: Perus Wassertresor schwindet rapide

Bedrohter Riese: Rückgang des Quelccaya-Gletschers Fotos
Ohio State UC

Das größte Eisareal der Tropen schrumpft dramatisch: Der Quelccaya-Gletscher in den Anden ist mittlerweile so klein wie seit 6000 Jahren nicht, berichten Forscher. Peru fürchtet um ein wichtiges Trinkwasserreservoir.

Der Quelccaya-Gletscher hatte schon zu Zeiten der Inka große Bedeutung. Bereits die Ureinwohner Perus nutzten die Eiskappe als Trinkwasserspender. Mittlerweile zieht die Hauptstadt Lima einen Teil seines Trinkwassers aus dem Gletscher. Insofern klingt das Ergebnis einer neuen Studie dramatisch, wonach die Eiskappe des Quelccaya dramatisch schrumpft.

Der tropische Gletscher in Peru ist so weit zurückgegangen wie seit 6000 Jahren nicht mehr, berichten Forscher um Lonnie Thompson von der Ohio State University in Columbus im Wissenschaftsmagazin "Science". Der Gletscher liegt am Rande der peruanischen Anden im Südosten des südamerikanischen Landes in knapp 5500 Metern Höhe. Jährliche Aufzeichnungen belegen nach Angaben der Wissenschaftler, dass der Gletscher seit 1978 kontinuierlich geschrumpft ist.

Pflanzenreste als Beweise

Nun untersuchten Thompson und ihre Mitarbeiter Pflanzenreste, die 2011 durch den Eisrückgang an einem Schmelzwassersee zum Vorschein gekommen waren. Mithilfe der sogenannten Radiokohlenstoffmethode konnten die Wissenschaftler das Alter der Pflanzen bestimmen. Die Analyse ergab ein Alter von etwa 6000 Jahren. Zwischen 2004 und 2007 hatten Forscher in 300 Meter Entfernung bereits 20 Pflanzen vom anderen Ufer des Sees gefunden. Diese seien etwa 4600 Jahre alt gewesen.

Aus diesen Ergebnissen zogen die Forscher Rückschlüsse auf die Geschwindigkeit des Abschmelzens. Während das Eis zur Zeit der älteren Pflanzen in 1600 Jahren um 300 Meter zurückging, reichten für diese Entfernung zuletzt schon 25 Jahre.

Noch gilt der Quelccaya als größtes Eisareal der Tropen; es bedeckt 44 Quadratkilometer - und damit in etwa eine Fläche wie die Großstadt Offenbach. Mittlerweile schrumpft der Gletscher erheblich schneller als noch in den siebziger Jahren. Forscher Thompson führt den rapiden Rückgang des Eises in Peru auf die globale Klimaveränderung zurück.

boj/dpa

Diesen Artikel...
Forum - Diskutieren Sie über diesen Artikel
insgesamt 20 Beiträge
Alle Kommentare öffnen
    Seite 1    
1. Gletscher
hansulrich47 05.04.2013
in den Tropen oder Subtropen sind abhängig von der Menge des Niederschlags. Nur weil es am Mount Cook in Neuseeland unmässig schneit (14 m Niederschlag/Jahr) gibt es ausreichend Eis, das den Berg bis auf 300 Meter Meereshöhe hinunterfliesst. Nur deshalb gibt auf der Breite überhaupt einen Gletscher. (Der Mt. Cook ist etwa so südlich vom Äquator, wie Florenz nördlich: erwartet jemand in der Toskana einen Gletscher?) Die (Umgebungs)Temperatur ist dabei erst mal zweitrangig. Die Frage am Quleccaya-Gletscher ist daher nicht, ob es heisser ist, sondern warum es so viel weniger schneit!! El Nino? Aber die 'Klimakatastrophe' trägt ja klar an allem Schuld!
2. ...
litholas 05.04.2013
Zitat von hansulrich47in den Tropen oder Subtropen sind abhängig von der Menge des Niederschlags. Nur weil es am Mount Cook in Neuseeland unmässig schneit (14 m Niederschlag/Jahr) gibt es ausreichend Eis, das den Berg bis auf 300 Meter Meereshöhe hinunterfliesst. Nur deshalb gibt auf der Breite überhaupt einen Gletscher. (Der Mt. Cook ist etwa so südlich vom Äquator, wie Florenz nördlich: erwartet jemand in der Toskana einen Gletscher?) Die (Umgebungs)Temperatur ist dabei erst mal zweitrangig. Die Frage am Quleccaya-Gletscher ist daher nicht, ob es heisser ist, sondern warum es so viel weniger schneit!! El Nino? Aber die 'Klimakatastrophe' trägt ja klar an allem Schuld!
Was denn - wenn es wärmer wird dann tauen Gletscher trotzdem nicht schneller!? Das ist ja mal ne tolle Hypothese, auf sowas Einfaches können Leute die ein Dutzend Semester studieren natürlich nicht mehr kommen. Und wenn der Mensch das Klima beeinflusst kann es natürlich trotzdem unmöglich sein dass damit auch die Niederschlagsmengen verändert werden.
3. Im Artikel
Dumme Fragen 05.04.2013
steht nichts davon, dass es dort in den Anden mehr oder weniger schneit oder regnet, oder? Theoretisch könnte es sogar mehr Niederschlag in Form von Schnee geben, der dann aber auch schneller taut.
4. Wo ist der Quelccaya (bzw. Lima) ?
torque 05.04.2013
Lima (an der Pazifik-Kueste gelegen) zieht keinen Teil seines Trinkwassers aus dem Quelccaya Gletscher, da dieser Gletscher 680 km (Luftlinie) von der Hauptstadt Lima entfernt ist. Das Wasser vom Quelccaya-Gletscher fliesst zum Urubamba, dann zum Amazonas (und zum Atlantik) ....
5. Komisch.
alex300 05.04.2013
Zitat von sysopOhio State UCDas größte Eisareal der Tropen schrumpft dramatisch: Der Quelccaya-Gletscher in den Anden ist mittlerweile so klein wie seit 6000 Jahren nicht, berichten Forscher. Peru fürchtet um ein wichtiges Trinkwasserreservoir. http://www.spiegel.de/wissenschaft/natur/peru-quelccaya-gletscher-so-klein-wie-seit-6000-jahren-nicht-a-892508.html
Die beiden hatten das Eis schon 2003 entnommen. Wieso publizieren sie die "Resultate" erst heute? Researchers at The Ohio State University retrieved the cores from a Peruvian ice cap in 2003, and then noticed some startling similarities to other ice cores that they had retrieved from Tibet and the Himalayas. Patterns in the chemical composition of certain layers matched up, even though the cores were taken from opposite sides of the planet. Was Tibet und Himalaya angeht, wissen wir schon. Die sollten eigentlich 2035 komplett abgeschmolzen sein... Und diese beiden Ohio-Koryphäen hatten schon mal Probleme mit anderen Esibohrungen... Lonnie and Ellen, A Serial Non-Archiving Couple « Climate Audit (http://climateaudit.org/2012/07/01/lonnie-and-ellen-serial-non-archivers/)
Alle Kommentare öffnen
    Seite 1    

© SPIEGEL ONLINE 2013
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung der SPIEGELnet GmbH




Der kompakte Nachrichtenüberblick am Morgen: aktuell und meinungsstark. Jeden Morgen (werktags) um 6 Uhr. Bestellen Sie direkt hier: