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Pestizide: Schadstoff im Körper, Orientierung weg

Biene: Auf der Suche nach Blütenstaub Zur Großansicht
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Biene: Auf der Suche nach Blütenstaub

Immer wieder wird die schädliche Wirkung von Pestiziden auf Honigbienen diskutiert. Eine Studie zeigt nun: Schon in geringen Mengen bringen einige der Schadsubstanzen das Nervensystem von Wildbienen und Hummeln durcheinander und rauben den Tieren die Orientierung.

Pflanzenschutzmittel verschlechtern Forschern zufolge die Orientierungsfähigkeit von Honigbienen und anderen bestäubenden Insekten. Schon kleine Mengen von Pestiziden wirkten sich auf das Nervensystem auch von Wildbienen und Hummeln aus, fand ein Team um den Neurobiologen Randolf Menzel von der FU Berlin heraus. Erst im Juli 2013 hatten Forscher nachgewiesen, dass ein Cocktail aus Pestiziden Bienen deutlich schwächt.

Bienen orientieren sich nach dem Sonnenkompass und entwickeln für ihre Flugrouten rund um den Bienenstock eine innere Landkarte. Im Experiment testeten die FU-Forscher die Wirkung der beiden nach ihren Angaben derzeit verbotenen Pestizide Imidacloprid und Clothianidin sowie des Pflanzenschutzmittels Thiacloprid: Sie trainierten eine Gruppe Bienen zunächst darauf, eine Futterstelle 400 Meter entfernt vom Bienenstock direkt anzufliegen. Danach summten die Tiere wieder zurück.

Anschließend fingen die Forscher die Bienen nach dem Futtern ein, und ließen sie an versetzter Stelle frei: Nach dem Scheitern des direkten Heimflugs und kurzem Suchen orientierten sich die Bienen an ihrer inneren Landkarte neu und fanden trotzdem zum Stock zurück, schreiben die Forscher im Fachmagazin "Plos One".

Als dritten Schritt bekamen die Bienen an der Futterstelle geringe Mengen Pestizide verabreicht: Jetzt fanden deutlich weniger Bienen den Weg zurück zum Stock - und diesen oft nur auf Umwegen.

"Der Befund unserer Untersuchung ist deshalb von allgemeiner Bedeutung, weil der Einsatz von Pflanzenschutzmitteln, den sogenannten Neonicotinoiden, die das Nervensystem der Insekten beeinträchtigen und sie dadurch töten, kontrovers und heftig diskutiert wird", betonte Menzel. Allerdings seien die Ergebnisse bislang an einzelnen Bienen gesammelt worden und die Effekte auf ganze Bienenvölker noch nicht untersucht.

jme/dpa

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1. Strahlung
TICKundTOOF 20.03.2014
Gibt schon Forschungen mit Handystrahlung. Einfach ein Handy im Standby auf den Bienenstock legen, nach ein paar Wochen sind die Viecher verwirrt, produzieren praktisch keinen Honig und die Königin legt auch keine Eier mehr. Dasselbe gilt für die kältere Jahreszeit. Strahlung führt dazu, dass die Viecher den Bau verlassen und in der Kälte sterben. Man kann über Strahlung denken was man will, aber Umweltverbände wie auch u.a. die Russen (!) raten davon ab Kinder dauerhaf von WLAN oder Handystrahlung bestrahlen zu lassen, da deren Nerven bzw. bei Kleinkindern v.a. auch das Gehirn sich erst entwickeln müssen. Hersteller von Mobiltelefonen schreiben nicht umsonst, dass man das Produkt nicht direkt am Körper tragen soll sondern immer ein paar cm entfernt. Wie die Bienen werden auch wir Menschen immer mehr Umweltgiften ausgesetzt. Gab es vor 30 oder 40 Jahren die Mengen an Plastik wie heute? Wasser in billigstem Plastik abgepackt, das mitunter aus 10000 verschiedenen Stoffen besteht und gerade mal gute 100 auf Schädlichkeit untersucht wurden ohne selbst da genaue Ergebnisse zu haben? Im Supermarkt Obst nur deswegen teilweise in Plastik verpackt, dass die Kassiererin nicht fälschlicherweise die Biokiwis, die 6 Cent mehr kosten, als normale Kiwis abkassiert. Oder Biobanenen in Plastik damit sie nicht wie die nicht verpackten nicht-Bio Bananen abgerechnet werden? Pflanzengifte. Fleisch mit Antibiotikarückständen. Plastik. Strahlung. Gentechnisch veränderte Lebensmittel bzw. Lebensmittel, die durch Gentechnikfutter entstanden sind. Seit ein paar Tagen auch Bienenhonig der durch Gentechnik-Pflanzen gewonnen wurde. Bei Asbest gab es schon 1880 Hinweise auf die massive Schädlichkeit. Es dauerte gute 100 Jahre bis es hier verboten wurde! Schade, dass sich das bei so vielen Dingen zu wiederholen scheint!
2. das Stimmt
NoName2 20.03.2014
Zitat von TICKundTOOFGibt schon Forschungen mit Handystrahlung. Einfach ein Handy im Standby auf den Bienenstock legen, nach ein paar Wochen sind die Viecher verwirrt, produzieren praktisch keinen Honig und die Königin legt auch keine Eier mehr. Dasselbe gilt für die kältere Jahreszeit. Strahlung führt dazu, dass die Viecher den Bau verlassen und in der Kälte sterben. Man kann über Strahlung denken was man will, aber Umweltverbände wie auch u.a. die Russen (!) raten davon ab Kinder dauerhaf von WLAN oder Handystrahlung bestrahlen zu lassen, da deren Nerven bzw. bei Kleinkindern v.a. auch das Gehirn sich erst entwickeln müssen. Hersteller von Mobiltelefonen schreiben nicht umsonst, dass man das Produkt nicht direkt am Körper tragen soll sondern immer ein paar cm entfernt. Wie die Bienen werden auch wir Menschen immer mehr Umweltgiften ausgesetzt. Gab es vor 30 oder 40 Jahren die Mengen an Plastik wie heute? Wasser in billigstem Plastik abgepackt, das mitunter aus 10000 verschiedenen Stoffen besteht und gerade mal gute 100 auf Schädlichkeit untersucht wurden ohne selbst da genaue Ergebnisse zu haben? Im Supermarkt Obst nur deswegen teilweise in Plastik verpackt, dass die Kassiererin nicht fälschlicherweise die Biokiwis, die 6 Cent mehr kosten, als normale Kiwis abkassiert. Oder Biobanenen in Plastik damit sie nicht wie die nicht verpackten nicht-Bio Bananen abgerechnet werden? Pflanzengifte. Fleisch mit Antibiotikarückständen. Plastik. Strahlung. Gentechnisch veränderte Lebensmittel bzw. Lebensmittel, die durch Gentechnikfutter entstanden sind. Seit ein paar Tagen auch Bienenhonig der durch Gentechnik-Pflanzen gewonnen wurde. Bei Asbest gab es schon 1880 Hinweise auf die massive Schädlichkeit. Es dauerte gute 100 Jahre bis es hier verboten wurde! Schade, dass sich das bei so vielen Dingen zu wiederholen scheint!
Strahlung ist generell doof - ist an alles und jedem Schuld - Sonnenstrahlung ist ganz schlimm, Mikrowellen sind schlimmer als Atomkraftwerke da dort Wasser zum schwingen gebracht wird - alles ganz furchtbar. Am schlimsten sind Handy's und Pestizide !?
3. Dosis
Miere 21.03.2014
Zitat von sysopREUTERSImmer wieder wird die schädliche Wirkung von Pestiziden auf Honigbienen diskutiert. Eine Studie zeigt nun: Schon in geringen Mengen bringen die Schadsubstanzen das Nervensystem von Wildbienen und Hummeln durcheinander und rauben den Tieren die Orientierung. http://www.spiegel.de/wissenschaft/natur/pestizide-machen-bienen-orientierungslos-a-959820.html
Naja. Nur weil eine Giftmenge nicht sofort tödlich ist, heißt das nicht dass sie gering ist. Die Autoren der Studien schreiben im dankenswerterweise verlinkten Artikel, dass ihre Test-Mengen im oberen Grenzbereich dessen liegen, was Kollegen bei ähnlichen Experimenten verwenden. Außerdem, dass es Grund zu der Annahme gibt, dass so hohe Mengen auch im Freiland auf den Feldern erreicht werden, aber dass das nicht ganz sicher bzw umstritten sei. Man müsste also einerseits dieses Experiment mit verschiedenen Dosen der Pestizide wiederholen, andererseits mal irgendwo, wo diese Neonikotinoide nach Gebrauchsanweisung verwendet werden und Bienen, Hummeln etc ganz normal fliegen eine hinreichende Menge solche Insekten fangen, pürieren und deren Giftmenge pro Individuum bestimmen. Im Übrigen meine ich immer noch, man sollte mal einen Statistiker dransetzen, der sich auch mit Seuchen auskennt, und vergleichen, wo wann welche Pestizide verwendet wurden / zugelassen wurden und wo wann Bienensterben auftrat.
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