Satellitenbild der Woche Mars-Feeling auf der Erde

Ein ehemaliges Vulkanfeld im amerikanisch-mexikanischen Grenzgebiet hat beinah außerirdische Qualitäten. Deswegen toben sich dort gerne Weltraumforscher aus.

Potrillo-Vulkanfeld
NASA/ Earth Observatory

Potrillo-Vulkanfeld


Krater, Vulkankegel und sogar Spuren von Lavaflüssen sind noch sichtbar - dabei schläft das Feuer unter dem Potrillo-Vulkanfeld seit mehr als 10.000 Jahren. Doch bis heute haben die Kräfte aus dem Inneren der Erde das Gebiet an der Grenze zwischen dem US-Bundesstaat New Mexico und dem mexikanischen Chihuahua geprägt.

Etwa tausend Quadratkilometer ist das Areal groß, das seine Existenz dem sogenannten Rio-Grande-Graben verdankt. In diesem Gebiet ist die Nordamerikanische Kontinentalplatte von Süd nach Nord eingerissen. Das liegt daran, dass sie sich in ost-westlicher-Richtung ausdehnt und heißes Gestein von unten in den Zwischenraum drückt.

Das oben gezeigte Foto stammt vom US-Satelliten "Landsat 8", wurde im Juni aufgenommen, aber erst jetzt veröffentlicht. Es zeigt gleich zwei der wichtigsten geologischen Besonderheiten des Potrillo-Vulkanfelds: Im dunklen Bereich rechts oberhalb der Bildmitte liegt der Aden-Krater, etwas unterhalb, auf grauem Untergrund, der Kilbourne-Hole-Krater.

Diese vielfältigen Landschaften sind auch interessant für Weltraumforscher, vor allem in Bezug auf geplante Wissenschaftsmissionen zum Mond oder Mars. In diesem Sommer waren zum Beispiel die Experten des RIS4E-Projekts verschiedener US-Universitäten in der Gegend unterwegs, um Utensilien für zukünftige außerirdische Untersuchungen unter möglichst realistischen Bedingungen zu testen. Solche Tests gibt es auch an anderen Orten, zum Beispiel auf Hawaii oder auf österreichischen Gletschern.

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Satellitenbild der Woche: Schnappschüsse aus dem All

Im Kilbourne-Hole-Krater, vor rund 24.000 Jahren entstanden durch Wasserdampfexplosionen beim Zusammentreffen von Grundwasser und heißem Magma, hatten sich bereits die "Apollo"-Astronauten der Nasa ihr Geologietraining für den Mond geholt. Dabei ging es unter anderem um die Frage, wie sich spannende Objekte für eine spätere Analyse auf der Erde identifizieren und richtig einsammeln lassen.

Der Aden-Krater ist ein Schildvulkan. Er ist unter anderem interessant, weil es hier Lavaröhren gibt. Die dürften zum Beispiel auch auf dem Mars vorkommen und sind dort sogar als zukünftige Behausung für Astronauten im Gespräch - weil das Gestein die gefährliche kosmische Strahlung effektiv abschirmt.

chs



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