Premiere Fischer finden lebendes Walhai-Baby

Sie werden bis zu 20 Meter lang und 34 Tonnen schwer: Walhaie sind die größten Fische der Welt. Philippinische Fischer haben jetzt ein lebendes, knapp 40 Zentimeter großes Baby entdeckt - laut WWF ist es die erste Beobachtung solch junger Walhaie.


Walhaie geben Forschern bis heute Rätsel auf. Die gigantischen, bis zu 20 Meter langen Tiere, ernähren sich von Krill und anderen kleinen Meerestieren. Zwischen 1828 und 1978 verzeichneten Biologen nur etwa 350 Sichtungen. Man weiß zwar prinzipiell, in welchen Regionen der Welt die Haie leben, wo genau sie ihre Jungen zur Welt bringen und aufziehen jedoch nicht.

Das könnte sich nun ändern, denn philippinische Fischer haben an der Südostküste der Hauptinsel Luzon ein lebendes Walhai-Baby gefunden. Nach Angaben der Umweltschutzorganisation WWF könnte damit das weltweit erste Aufzuchtgebiet der Tiere entdeckt worden sein.

Das nur 38 Zentimeter große Tier tummelte sich im flachen Gewässer unweit der Küstenstadt Donsol in der philippinischen Provinz Sorsogon, wie ein WWF-Vertreter mitteilte. Fischer hätten es mit einer Angelschnur um die Schwanzflosse am Strand festgebunden, damit es nicht fliehen konnte. Biologen hätten das Hai-Baby untersucht, dann sei es in tieferem Gewässer freigelassen worden.

"Das Jungtier war so klein, dass es wahrscheinlich hier geboren wurde", sagte der WWF-Mitarbeiter. Donsol ist für seine große Zahl an erwachsenen Walhaien bekannt, galt jedoch nicht als Aufzuchtgebiet.

Ein besonders auffälliges Merkmal von Walhaien ist ihr mit Flecken und Streifen überzogener Rücken. Das Muster auf der Haut ist bei jedem Tier anders, so dass es ähnlich wie ein Fingerabdruck zur Identifizierung genutzt werden kann. Der australische Forscher Brad Norman nutzt diese Tatsache aus, um die Tiere anhand von Fotos zu registrieren. Taucht ein Hai auf mehreren Fotos auf, kann so sein Bewegungsmuster rekonstruiert werden. Die Fische legen Entfernungen bis zu 10.000 Kilometern zurück.

hda/AFP



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