Von Sandra Kaselow
Besonders zu schaffen mache die Hitze alten Menschen, deren Kreislauf von Natur aus weniger stabil sei, sagt Lüth. Gerade wenn sie sich nicht selbst um ihre Flüssigkeitsversorgung kümmern können, bestehe die Gefahr zu dehydrieren. Oft treten Harnweginfekte auf, weil zu seltenes Wasserlassen das Eindringen von Bakterien in die Harnröhre erleichtert. Laut Lüth kommen derzeit auch vermehrt Jugendliche und junge Erwachsene in die Notaufnahme. Viele von ihnen seien leicht alkoholisiert und hätten ihren Kreislauf überschätzt.
Eine weitere Risikogruppe bilden Menschen, die schwerer körperlicher Arbeit nachgehen. Durch die Bewegung entsteht Wärme im Körper, die die Auswirkungen der äußeren Hitze noch verstärkt. Zu allem Übel grassiere derzeit eine Sommergrippe, deren Symptome, wie Durchfall oder Erbrechen, ebenfalls zum Flüssigkeitsmangel beitragen. Bisher habe es aber keine hitzebedingten Todesfälle gegeben, und die Krankenhäuser kämen mit dem erhöhten Andrang gut zurecht, berichtet Lüth.
Ratschläge für die Gesundheit:
Ein Ende der Hitzewelle ist nicht in Sicht. Was also tun, um gesund und ohne Krankenhausaufenthalt durch den Sommer zu kommen? Neben den üblichen Ratschlägen, eine ausreichende Versorgung mit Flüssigkeit und das Vermeiden übermäßiger körperlicher Anstrengung, gibt es noch einen anderen Hinweis. "An heißen Tagen sollte man auf seine Atmung achten", sagt Georg Nilius, Chefarzt der Klinik für Pneumologie, Allergologie und Schlafmedizin der Helios-Klinik in Hagen-Ambrock. Während der aktuellen Hitzewelle steigt die Ozonkonzentration in der Luft an. Das Gas kann wegen seiner oxidierenden Wirkung das Atmungssystem reizen. Husten, Schleimhautreizungen im Hals, Kopfschmerzen, tränende Augen oder die Beeinträchtigung der Lunge können die Folge sein. "Wichtig ist, sich selbst genau zu beobachten", rät Nilius.
Ratschläge für Autofahrer:
Der Automobilclub von Deutschland (AvD) weist darauf hin, dass die extremen Temperaturen auf Fahrzeugführer wie Alkohol wirken können: Sie werden schneller müde, unkonzentriert oder aggressiv, reagieren schlechter und verursachen mehr Unfälle. Eine Studie der Bundesanstalt für Straßenwesen belegt, dass bei 27 Grad im Autoinnenraum die Unfallgefahr um sechs Prozent steigt. Ab 32 Grad sind es bereits 13 Prozent und bei extremer Hitze ab 37 Grad sogar 33. Es ist also Vorsicht geboten! Der AvD empfiehlt, bei hochsommerlichen Temperaturen verstärkt auf das Autoklima zu achten: Die Klimaanlage sollte regelmäßig gewartet und richtig eingestellt werden. Der Luftstrom sollte aber nicht direkt auf den Kopf oder andere unbekleidete Körperstellen gerichtet sein, um Infektionen zu vermeiden. Vor Fahrtantritt sollte das Auto gut durchgelüftet und wenn möglich im Schatten geparkt werden.
Ratschläge fürs Büro:
Um der Hitze im Büro zu entgehen, rät die Verwaltungs-Berufsgenossenschaft in Hamburg zu verlagerten Arbeitszeiten. Büromitarbeiter könnten mit ihrem Chef vereinbaren früher anzufangen und dafür früher Feierabend zu machen. Eine große Erleichterung, gerade für Arbeiter in schlecht oder gar nicht klimatisierten Räumen. Alternativ könnte man in Anlehnung an die spanische Siesta eine verlängerte Mittagspause einlegen und die dafür benötigte Zeit vor- oder nacharbeiten.
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