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Recherchepanne: Weltklimarat schlampte bei Gletscher-Prognosen

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Klimaforscher in Erklärungsnot: Das Uno-Wissenschaftlergremium IPCC hat das Verschwinden der Himalaja-Gletscher bis 2035 vorausgesagt - aber das beruht offenbar auf peinlichen Fehlern. Ein Forscher wirft dem Weltklimarat vor, Zahlen falsch und ungeprüft übernommen zu haben.

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Himalaja: Streit über Gletscherschmelze

Die Recherche kostete Graham Cogley drei Tage und Nächte. Er googelte indische Zeitungen, durchkämmte wissenschaftliche Datenbanken. Das Ergebnis seiner Recherche habe ihn "maßlos enttäuscht".

Denn der kanadische Geograf hat mit seiner Detektivarbeit dem Uno-Weltklimarat IPCC den bislang peinlichsten wissenschaftlichen Fehler nachgewiesen. Es geht um die Gletscher des Himalaja und die Aussage im über 2000 Seiten starken Bericht des IPCC aus dem Jahre 2007 zum Stand der Klimaforschung. Demnach sei es "sehr wahrscheinlich", dass die Gletscher des höchsten Gebirges der Welt schon bis 2035 verschwunden seien.

Und auch eine Angabe des Gletscherrückganges findet sich dort im Kapitel 10.6.2 auf Seite 493: "Seine Gesamtfläche wird wahrscheinlich bis ins Jahr 2035 von derzeit 500.000 Quadratkilometer auf 100.000 Quadratkilometer schrumpfen." Klimaschützer und Politiker griffen diese Passage aus dem IPCC-Bericht schnell auf. Denn wenn die Gletscher schmelzen, dann sei die Versorgung mit Wasser für Milliarden Menschen in Asien, vor allem in Indien und in China, gefährdet.

Doch jetzt löst sich diese Behauptung des Wissenschaftlergremiums in Luft auf, dank Cogleys hartnäckiger Suche. Als Quelle gibt der IPCC einen Bericht der Umweltorganisation World Wide Fund for Nature (WWF) an. Doch schnell merkte Cogley, dass deren Quelle keine wissenschaftliche Untersuchung in einem von Forscherkollegen begutachteten Fachmagazin (peer-reviewed journal) war. "Ich fand einen Artikel des populärwissenschaftlichen Magazins 'New Scientist' aus dem Jahre 1999, das einen indischen Gletscherforscher interviewt hat", so berichtet der Klimatologe SPIEGEL ONLINE.

"Das muss einem aufstoßen"

Dann wurde es ein wenig kniffliger. Woher stammt die Zeitangabe: 2035? Cogley googelte weiter und fand einen Artikel in einer indischen Zeitung. Lange hatte er schon an den Aussagen des IPCC über Himalaja-Gletscher gezweifelt, denn selbst bei gigantischen Abschmelzraten würden die bisweilen mehrere hundert Meter dicken Eismassen kaum bis 2035 abgeschmolzen sein. "Das muss einem schon beim oberflächlichen Lesen falsch aufstoßen", sagt Cogley.

Doch dann schlägt sein Verdruss in Wut um. Denn er findet tatsächlich eine wissenschaftliche Veröffentlichung, in dem das Schrumpfen des Himalaja-Eises von 500.000 auf 100.000 Quadratkilometer prognostiziert wird. Sie stammt von Vladimir Kotlyakov, einem Doyen der russischen Gletscherforschung, aus dem Jahre 1996.

Doch Kotlyakov hat damals nur eine grobe Berechnung angestellt, und das Schrumpfen schätzte er weit weniger dramatisch ein: Im Jahre 2350 könnte nur noch ein Fünftel des Himalaja-Eises vorhanden sein, und nicht im Jahre 2035, was immerhin ein Unterschied von 315 Jahren ausmacht. "Es fällt mir schwer, vorzustellen, wie sich ein so grober Fehler durch alle Kontrollinstanzen des IPCC durchsetzen konnte", schäumt Cogley.

Auch er ist ein Autor des IPCC-Berichtes. Was ihn besonders aufregt ist, dass mit einer solchen Fehlleistung die Glaubwürdigkeit des Gesamtwerkes leidet. "Dummerweise ist die Himalaja-Passage von der Öffentlichkeit so schnell aufgegriffen worden", klagt Cogley. Der Schaden für den IPCC sei deshalb besonders groß.

Und genau solch eine Affäre kommt für die Klimaforschung gerade zur Unzeit. Denn die Forscher stehen seit vergangenem Herbst bereits unter Druck, nachdem Hacker Hunderte von E-Mails vom Server der Climate Research Unit der Universität von East Anglia gestohlen und im Internet publiziert haben.

Zweifler reiben sich die Hände

Gerne aufgegriffen werden diese Informationen von Skeptikern, die den Klimawandel für eine große Verschwörung halten. Auch deshalb versuchen die Klimaforscher, ihre eigene Arbeit nicht im Lichte der Öffentlichkeit kritisch zu beleuchten. Der Weltklimarat IPCC tritt nach den neuerlichen Vorwürfen nun die Flucht nach vorne an. "Wir werden uns die Sache mit den Himalaja-Gletschern anschauen und eine Position dazu in den nächsten Tagen einnehmen", verspricht IPCC-Chef Pachauri.

Der Inder gerät auch in seinem Heimatland in dieser Sache unter starken politischen Druck. Im November letzten Jahres hat der indische Gletscherforscher Vijay Kumar Raina eine Studie im Auftrag des dortigen Umweltministeriums veröffentlicht, die zu dem Ergebnis kam, dass "viele" indische Himalaja-Gletscher in den letzten Jahren stabil seien oder sich vergrößert haben und die Schrumpfrate "vieler anderer" sich verringert habe.

IPCC-Chef Pachauri hat diese Studie postwendend als "Voodoo-Wissenschaft", beschimpft. Der Auftraggeber der Studie, der indische Umweltminister Jairam Ramesh, ließ gestern mit Genugtuung verlauten: "Ich hatte recht mit den Gletschern." Reagiert hat auch die Naturschutzorganisation WWF, die im IPCC-Bericht als Quelle für das apokalyptische Szenario hergehalten hat. Kleinlaut heißt es dort: "Obwohl Wissenschaftler zutiefst besorgt sind über den Rückzug der Gletscher in dieser Region, hat sich diese bestimmte Vorhersage als falsch erwiesen."

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Forum - Diskussion über diesen Artikel
insgesamt 287 Beiträge
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1. Der Spuk ist vorbei
caonima 19.01.2010
Schön, wie sich immer mehr zeigt, dass der ganze "Klimawandel" nur von Al Gore und Co. erfunden wurde. Diese Herren haben aber leider schon genug abgesahnt, so dass es ihnen jetzt egal sein kann. Der Gelackmeierte ist mal wieder der Steuerzahler, der die ganzen Subventionen letztendlich zahlen muss (im Falle des EEG für 20+ Jahre).
2. Was ist Recherche?
Galaxia, 19.01.2010
Zitat von sysopKlimaforscher in Erklärungsnot: Die Vorhersagen des IPCC sagte den Himalaja-Gletschern ein Verschwinden bis 2035 voraus - aber sie beruhen offenbar auf peinlichen Fehlern. Ein Forscher wirft dem Weltklimarat vor, Zahlen falsch und ungeprüft übernommen zu haben. http://www.spiegel.de/wissenschaft/natur/0,1518,672709,00.html
Der bisher unsachlichste Beitrag in der mangelhaften Spiegel Berichterstattung zum Thema. Die erwähnten IPCC Details, gehörten nicht zu den ERGEBNISSEN des Berichtes und wurden NIRGENDS irgendwie verwendet in der POLITIK! Wie wäre es wenn der SPIEGEL zur ABWECHSLUNG mal recherchiert. Oder kann man die Artikel jetzt schon kaufen? Die Klimaskeptiker halten das alles also für eine große Verschwörung, weil es EMAILS gibt die was genau beinhalten? Vieleicht fängt SPONG zur ABWECHSLUNG mal an zu recherchieren, gleich hier http://exxonsecrets.org http://exxposeexxon.com Soll nicht wundern, wenn der Author für diesen tendenziösen Beitrag Geld erhalten hat. Ah ja ... By Gerald Traufetter Global warming appears to have stalled. http://www.oregonlive.com/politics/index.ssf/2009/11/vandals_target_keller_auditori/2769/comments-2.html
3. Nun ja
bierus 19.01.2010
Sowas kommt halt heraus, wenn man Wissenschaft mit Religion, also Wissen mit Glauben verwechselt. Dabei gibt es auch ohne den Weltklimarat keinerlei Zweifel daran, dass das Klima sich wandelt. Das tut es allerdings schon immer. Und es wird uns auch künftig nicht den Gefallen tun, damit aufzuhören.
4. ...
e-ding 19.01.2010
Zitat von GalaxiaDer bisher unsachlichste Beitrag in der mangelhaften Spiegel Berichterstattung zum Thema. Die erwähnten IPCC Details, gehörten nicht zu den ERGEBNISSEN des Berichtes und wurden NIRGENDS irgendwie verwendet in der POLITIK! Wie wäre es wenn der SPIEGEL zur ABWECHSLUNG mal recherchiert. Oder kann man die Artikel jetzt schon kaufen? Die Klimaskeptiker halten das alles also für eine große Verschwörung, weil es EMAILS gibt die was genau beinhalten? Vieleicht fängt SPONG zur ABWECHSLUNG mal an zu recherchieren, gleich hier http://exxonsecrets.org http://exxposeexxon.com Soll nicht wundern, wenn der Author für diesen tendenziösen Beitrag Geld erhalten hat. Ah ja ... By Gerald Traufetter Global warming appears to have stalled. http://www.oregonlive.com/politics/index.ssf/2009/11/vandals_target_keller_auditori/2769/comments-2.html
Was ist denn ein Klimaskeptiker? Jemand der nicht glaubt, dass man Eisbären retten kann, indem man von nem Cayenne auf einen Toyota Prius umsattelt?
5. !
sacco 19.01.2010
Zitat von GalaxiaDer bisher unsachlichste Beitrag in der mangelhaften Spiegel Berichterstattung zum Thema. Die erwähnten IPCC Details, gehörten nicht zu den ERGEBNISSEN des Berichtes und wurden NIRGENDS irgendwie verwendet in der POLITIK! Wie wäre es wenn der SPIEGEL zur ABWECHSLUNG mal recherchiert. Oder kann man die Artikel jetzt schon kaufen? Die Klimaskeptiker halten das alles also für eine große Verschwörung, weil es EMAILS gibt die was genau beinhalten? Vieleicht fängt SPONG zur ABWECHSLUNG mal an zu recherchieren, gleich hier http://exxonsecrets.org http://exxposeexxon.com Soll nicht wundern, wenn der Author für diesen tendenziösen Beitrag Geld erhalten hat. Ah ja ... By Gerald Traufetter Global warming appears to have stalled. http://www.oregonlive.com/politics/index.ssf/2009/11/vandals_target_keller_auditori/2769/comments-2.html
sie sollten das dem spiegel nicht durchgehen lassen und anzeige wegen vorbereitung zum völkermord stellen!
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IPCC - der Klimarat der Vereinten Nationen
Ziele
ESA 2004
Der Intergovernmental Panel on Climate Change, zu Deutsch der zwischenstaatliche Ausschuss für Klimaveränderungen mit Sitz in Genf, wurde 1988 vom Umweltprogramm der Vereinten Nationen (Unep) und der World Meteorological Organization (WMO) gegründet, die ebenfalls zur Uno gehört. Der Inder Rajendra Kumar Pachauri ist seit Mai 2002 Vorsitzender des IPCC.

Der auch als Weltklimarat bezeichnete IPCC soll umfassend, objektiv und ergebnisoffen die wissenschaftlichen, technischen und sozioökonomischen Informationen über den von Menschen verursachten Klimawandel bewerten. Das Gremium, dem Hunderte von Wissenschaftlern in aller Welt zuarbeiten, soll die Folgen und Risiken der Klimaveränderung abschätzen und ausloten, wie man sie abschwächen oder sich an sie anpassen kann.

Der IPCC führt keine eigenen Forschungsprojekte durch, sondern analysiert die Ergebnisse wissenschaftlicher Veröffentlichungen, die dem Peer-Review-Verfahren - der Prüfung von Fachartikeln durch unabhängige Gutachter - gefolgt sind. Mehr auf der Themenseite...
Arbeitsgruppen
Der IPCC hat bisher 1990, 1995, 2001 und 2007 Berichte über den Stand der Klimaforschung abgegeben. An dem Bericht sind drei Arbeitsgruppen beteiligt: Arbeitsgruppe I stellt den Stand der Klimaforschung dar, fasst Daten und Computersimulationen zusammen und trifft Aussagen über die künftige Entwicklung. Arbeitsgruppe II berichtet über die möglichen Folgen der Erwärmung für Mensch und Umwelt, Arbeitsgruppe III über mögliche Gegenmaßnahmen.
Ergebnisse bisher
Im ersten Klimareport des IPCC von 1990 war noch von einem natürlichen Treibhauseffekt die Rede, der von Emissionen des Menschen verstärkt werde. Der Bericht von 2007 aber gab die Verantwortung eindeutig dem Menschen - und sorgte so weltweit für Schlagzeilen.

Der Report basiert auf Hunderten Modellrechnungen, ausgefeilten Computermodellen, zahllosen Studien und Messreihen. 450 Hauptautoren liefern die bisher genaueste Beschreibung dessen, was die Temperatur der Atmosphäre etwa seit dem Jahr 1800 in die Höhe treibt. Am letzten Bericht des IPCC haben 2500 Experten sechs Jahre lang gearbeitet.


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