Bande im Amazonas Brasilien entlarvt größte Regenwaldzerstörer

Beachtlicher Erfolg für den Schutz des Regenwalds: Die brasilianische Bundespolizei hat eine Bande von Umweltverbrechern entlarvt. Die Gruppe soll hauptverantwortlich sein für die illegale Abholzung im Amazonasgebiet.

Regenwald in Gefahr: Die illegale Abholzung bedroht eines der artenreichsten Gebiete der Erde
DPA

Regenwald in Gefahr: Die illegale Abholzung bedroht eines der artenreichsten Gebiete der Erde


Der brasilianischen Bundespolizei ist nach eigenen Angaben ein gewaltiger Coup im Kampf gegen die illegale Regenwaldabholzung im Amazonas gelungen. In einem Statement teilte sie mit, es sei gelungen, eine ganze Bande von Umweltsündern zu entlarven. Experten schätzen, dass die kriminelle Organisation Schaden im Wert von mehr als 220 Millionen Dollar angerichtet hat.

Die erfolgreiche Operation ist benannt nach dem Symbol des Regenwalds: dem unter Schutz stehenden Kastanienbaum. Insgesamt 96 Bundespolizisten und 19 Mitglieder vom Brasilianischen Institut für Umwelt und natürliche erneuerbare Ressourcen (Ibama) waren an der Operation Kastanienbaum beteiligt. Die Ermittlungen fanden in den brasilianischen Bundesstaaten São Paulo, Pará und Mato Grosso statt.

Hauptverantwortliche für illegale Regenwaldabholzung

Die Liste der richterlichen Maßnahmen der Operation Kastanienbaum ist lang: Ein Bundesrichter erhob 14 Haftbefehle gegen mutmaßliche Bandenmitglieder. Außerdem wurden 22 Durchsuchungsbefehle erteilt, vier Verdächtige vorgeladen, eine Person ist bereits im Gefängnis von São Paulo.

Der Vorwurf: Die Bande soll in Brasilien riesige Regenwaldflächen abgeholzt und diese dann anschließend illegal als Anbaufläche und Weideland verkauft haben. Unter den betroffenen Gebieten ist auch der National Forest of Jamanxim im Bundesstaat Pará.

Die verdächtigten Personen seien die Hauptverantwortlichen für die Abholzung des Regenwalds im Amazonasgebiet, gab die Bundespolizei bekannt. Die Beteiligten können mit langen Gefängnisstrafen rechnen.

khü



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insgesamt 24 Beiträge
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Seite 1
Charlie_xxx 28.08.2014
1. :-)
.... Da es hier keinen Daumen gibt.... Yes :-)
wassertitan 28.08.2014
2. Naturzerstörung...
...sollte eigentlich deutlich härter bestraft werden, als wenn sich Menschen aneinander vergreifen. Die Konsequenzen aus der Naturzerstörung von einigen Menschen müssen viele andere später ertragen. Ich denke, die starken Winde und die Flussüberflutungen der letzten Jahre reflektieren die menschengemachte Umweltzerstörung.
Guacamayera 28.08.2014
3. Bitte um Korrektur
Die Übersetzung des Ausdrucks "Operação Castanheira" ist falsch. Castanha wird in Brasilien (wie auch im übrigen Südamerika) die Paranuss genannt. Das weiß sogar leo.org. Bitte um sorgfältigere Recherche, vor allem im wissenschaftlichen Bereich!
merkur08 28.08.2014
4. Sehr gut
Endlich mal eine gute Nachricht. Bleibt nur zu hoffen, dass sich die Verantwortlichen nicht durch Korruption und Vetternwirtschaft aus der Affäre ziehen können. Solche Umweltverbrechen gehen in der Regel ja nur mit Deckung von Behörden. Hoffen wir dass die brasilianische Öffentlichkeit aufmerksam die Sache weiterverfolgt. Immerhin ist der Regenwald der größte Schatz Brasiliens.
guki 28.08.2014
5. Kastanienbaum
was meinen sie damit, den Paranuss Baum? Wichtiger und schützendswürdiger ist der Jatoba Baum, der bestes Nutzholz bietet. Auf den und andere wertvolle Bäume haben es die Kriminellen abgesehen.
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