Regierungs-Studie Klimawandel als weltgrößtes Sicherheitsrisiko

Der Klimawandel bedroht nach Einschätzung der Bundesregierung die weltweite Sicherheit und Stabilität mehr als der Terrorismus. Konflikte um Wasser und Nahrung drohten in den nächsten 15 bis 30 Jahren zuzunehmen, warnen die Gutachter.


Berlin - "Der Klimawandel ist das größte Sicherheitsrisiko in der Welt", sagte Entwicklungsministerin Heidemarie Wieczorek-Zeul. Wassermangel und Ernteausfälle würden Konflikte in ohnehin schon instabilen Weltregionen weiter anheizen, sagte die Ministerin bei der Übergabe einer Studie des wissenschaftlichen Beirats der Bundesregierung.

Farmer in Australien: Globale Umweltveränderungen als Sicherheitsrisiko Nummer Eins
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Farmer in Australien: Globale Umweltveränderungen als Sicherheitsrisiko Nummer Eins

Die SPD-Politikerin forderte zu Beginn des G-8-Gipfels in Heiligendamm Fortschritte in der Klimadebatte. Der Klimaberater von Kanzlerin Angela Merkel, Hans Joachim Schellnhuber, nannte eine friedliche Weltgemeinschaft unmöglich, wenn der Klimawandel nicht kontrolliert werde: "Er ist gefährlicher als internationaler Terrorismus."

Der wissenschaftliche Beirat "Globale Umweltveränderungen" betonte in seinem Bericht, die Folgen des Klimawandels würden kaum Kriege im herkömmlichen Sinne auslösen. Es drohe aber eine Destabilisierung von Staaten, die ohnehin Zerfallserscheinungen aufwiesen. Dies würde wiederum Wanderungswellen von Menschen auslösen, auf welche die Weltgemeinschaft nicht vorbereitet sei.

Schon in 15 bis 30 Jahren könnten bei ungebremster globaler Erwärmung zunehmender Wassermangel, Ernterückgänge und Extremereignisse zu sozialen und politischen Umwälzungen führen, sagte Dirk Messner vom Wissenschaftlichen Beirat bei der Vorstellung des Gutachtens "Sicherheitsrisiko Klimawandel".

Die Verteilungskämpfe um den Zugang zu den knapper werdenden Ressourcen könnten zudem die Weltwirtschaft destabilisieren. Die Folgen hätten vor allem Staaten mit schwachen Regierungsstrukturen oder von Armut betroffene Länder zu tragen. Während von Wasser- und Lebensmittelmangel vor allem das südliche Afrika betroffen werde, könnten Extremwetterereignisse wie Hurrikane zum entscheidenden Entwicklungshemmnis an der Ostküste Chinas und Indiens sowie der USA und Zentralamerikas werden.

hda/ddp/reuters

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