Rekord Grauwal schwimmt um die halbe Welt

Es ist die längste Reisestrecke, die je bei einem Säugetier beobachtet wurde: Ein Grauwalweibchen hat 22.511 Kilometer zwischen Russland und Mexiko zurückgelegt. Damit hat es den bisherigen Rekord weit überboten.

Oregon State University Marine Mammal Institute/ Craig Hayslip

Ein westpazifisches Grauwalweibchen hat einen neuen Rekord für die längste je bei einem Säugetier beobachtete Wanderung aufgestellt. Es schwamm nachweislich 22.511 Kilometer, berichtet ein internationales Forscherteam im Fachmagazin "Biology Letters". Die Entfernung entspricht gut der Hälfte einer Erdumrundung.

Grauwale, bis zu 14 Meter lang und 35 Tonnen schwer, leben heute nur noch im Pazifik, wobei zwischen einer westpazifischen und einer ostpazifischen Population unterschieden wird. Letztere überwintert vor den Küsten von Kalifornien und Mexiko und verbringt den Sommer im nährstoffreichen Golf von Alaska. Ihr Bestand gilt als stabil.

Die westpazifische Population hingegen ist stark gefährdet und wird auf nur noch 130 Tiere geschätzt. Sie hat ihre sommerlichen Nahrungsgründe vor der russischen Insel Sachalin nördlich von Japan. In der Vergangenheit überwinterte sie vor der Südküste Chinas, allerdings haben sich ihre Wanderrouten und Fortpflanzungsgebiete durch den intensiven Walfang stark verändert. Mittlerweile sind sich Forscher nicht mehr sicher, wohin es die Tiere zieht und ob es sich wirklich noch um eine eigenständige Population handelt.

Von Russland nach Mexiko

Das Team um den US-Biologen Bruce Mate von der Oregon State University stattete daher sieben westpazifische Grauwale mit Satelliten-überwachten Sendern aus. Eines der Weibchen schwamm den Aufzeichnungen zufolge von der russischen Insel Sachalin 10.880 Kilometer bis vor die Küste Mexikos.

Bei seinem Rückweg nutzte das Tier eine andere Route und kreuzte dabei die östliche Beringsee, bevor es schließlich nach 172 Tagen und 22.511 Kilometern wieder vor Sachalin ankam. Mit dieser Wanderung hat das Grauwal-Weibchen den Rekord gebrochen, der vorher von einem Buckelwal bekannt war: 2010 berichteten Forscher von dem Tier, das bei seiner Reise von einem Nahrungsgrund zum nächsten mindestens 9800 Kilometer zurückgelegt hatte. Damals wurde jedoch nur die Hinreise berücksichtigt.

Reise durchs offene Meer

Neben der großen Reisedistanz ist die aktuelle Studie auch aus anderen Gesichtspunkten bemerkenswert: So schwamm das Grauwalweibchen ebenso wie die anderen beobachteten Tiere auf dem Hinweg geradewegs durch das offene Meer und nicht - wie bei ostpazifischen Grauwalen üblich - nahe der Küsten. Dies spreche für die hervorragende Navigationsfähigkeit der Wale.

Vor allem aber wanderten die westpazifischen Grauwale in Regionen, die eigentlich von den Artgenossen der ostpazifischen Population bewohnt werden. Die Wissenschaftler vermuten daher, dass es sich bei einigen westpazifischen Grauwalen eigentlich um ostpazifische Tiere handelt, die ihre Wanderziele verändert haben.

Es könne sogar sein, dass die westpazifische Gruppe ausgestorben sei, schreiben die Forscher, oder aber, dass sich beide Populationen mittlerweile ihre Nahrungsgründe teilen. Insofern sei eine genauere genetische Untersuchung der verbliebenen vermeintlichen westpazifischen Population vor Sachalin notwendig.

jme/dpa



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insgesamt 14 Beiträge
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Seite 1
Common Sense! 15.04.2015
1. Ein alter Hut
So neu ist die Erkenntnis, dass Wale derartige Entfernungen zurücklegen, nun wirklich nicht. Das beschrieb z.B. Herman Melville bereits 1851 in "Moby Dick", und vermutlich war es damals schon ein alter Hut.
Celegorm 15.04.2015
2.
Zitat von Common Sense!So neu ist die Erkenntnis, dass Wale derartige Entfernungen zurücklegen, nun wirklich nicht. Das beschrieb z.B. Herman Melville bereits 1851 in "Moby Dick", und vermutlich war es damals schon ein alter Hut.
1. "Wale" umfasst rund 80 verschiedene Arten, was entsprechend völlig unspezifisch und im Kontext des Artikels irrelevant ist. Es geht hier um den (pazifischen) Grauwal. 2. Anekdotische Behauptungen in einem fiktionalen Roman sind leider etwas ganz anderes, als eine eindeutig belegte, wissenschaftliche Beobachtung. Wenn Ihnen dieser triviale Unterschied nicht klar ist, dann muss man den Namen "common sense" wohl ironisch verstehen..
josifi 15.04.2015
3.
Zitat von Common Sense!So neu ist die Erkenntnis, dass Wale derartige Entfernungen zurücklegen, nun wirklich nicht. Das beschrieb z.B. Herman Melville bereits 1851 in "Moby Dick", und vermutlich war es damals schon ein alter Hut.
Sie wissen aber schon, dass "Moby Dick" ein Roman ist? Und woher hätte man das früher so genau wissen sollen? Neben her schwimmen?
spon-facebook-10000166919 15.04.2015
4. Das ...
... ist doch jetzt DER Vorwand für die Japaner ein paar Wale zu fangen und den Gen-Pool zu checken ...
localpatriot 15.04.2015
5. Position bitte geheim halten
Das Tier hatte Glück dass es den japanischen Walforschern entkommen ist. Man muss hoffen dass das Forscherteam die Position geheim hält, im Interesse des Überlebens dieses Athleten der Tierwelt.
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