Rettungsaktion 77 Wale in Neuseeland gestrandet

In einer dramatischen Rettungsaktion konnten Helfer an einem Strand in Neuseeland mehr als die Hälfte der gestrandeten Meeressäuger zurück ins Wasser bringen - mussten dafür aber ein Jungtier töten.


Wellington - Die Herde von 77 Grindwalen geriet bei Marsden Point an der östlichen Küste der Nordinsel Neuseelands zu weit in flache Gewässer, teilte das Umweltministerium in Wellington mit. Helfern sei es gelungen, 40 der Tiere zurück ins Meer zu bugsieren.

38 weitere Meeressäuger verendeten am Strand von Ruakaka, sagte Sioux Campbell, Sprecherin der Umweltbehörde. Ein Jungtier, das sich von der Gruppe entfernt hatte, sei eingeschläfert worden. Campbell zufolge bestand die Gefahr, dass das sterbende Tier andere Wale mit seinen Rufen wieder an den Strand zurücklockt. Die 40 geretteten Säuger hätten rund 1,5 Kilometer vom Ufer entfernt gewartet und sich erst entfernt, als das Jungtier gestorben war.

Rund 70 freiwillige Helfer sowie 15 Umweltbeamte aus der Stadt Whangarei waren im Einsatz, um die Wale zu retten. Der flach abfallende Strand am Stadtrand ist schon häufig zur tödlichen Falle für Wale geworden. Warum die Meeressäuger immer wieder in für sie gefährlich niedrige Gewässer schwimmen, haben die Experten noch nicht herausgefunden.

Nach Angaben des Ministeriums stranden in Neuseeland so viele Wale wie kaum anderswo in der Welt. Seit Ankunft der europäischen Siedler um 1840 seien mehr als 5000 Wale am Land gefunden worden. Die größte bekannte Massenstrandung von Walen fand 1918 statt: Auf den Catham-Inseln starben damals rund 1000 Tiere. Das größte Ereignis dieser Art in jüngerer Vergangenheit spielte sich 1985 auf der Great-Barrier-Insel ab, als 450 Wale strandeten. Helfer konnten allerdings 324 von ihnen retten.

mbe/dpa/AP



© SPIEGEL ONLINE 2006
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung der SPIEGELnet GmbH


TOP
Die Homepage wurde aktualisiert. Jetzt aufrufen.
Hinweis nicht mehr anzeigen.