Riesengürteltier: Nachtaktiver Gigant tappt in Fotofalle

Biologen sind ungewöhnliche Aufnahmen gelungen: Mit einer Fotofalle konnten sie ein nachtaktives Riesengürteltier beobachten. Über die südamerikanischen Vierbeiner ist noch wenig bekannt - doch die stattlichen Tiere gelten als bedroht.

Riesengürteltier in der Fotofalle: Gigantischer Buddler Fotos
Arnaud Desbiez

Mit seinen eindrucksvollen Krallen gräbt das Tier im Erdreich, einmal scheint es einen Blick in die Kamera zu werfen. Doch die meiste Zeit buddelt es. Es sind Aufnahmen, die Biologen begeistern. Denn sie zeigen einen Vierbeiner, über den relativ wenig bekannt ist: das südamerikanische Riesengürteltier.

Den Namen trägt die Art Priodontes maximus zu Recht: Riesengürteltiere wiegen im Schnitt um die 27 Kilogramm und messen knapp einen Meter. Einzelne Exemplare können sogar deutlich größer und schwerer werden. Zu finden sind die Tiere in Regenwaldgebieten Südamerikas - doch es ist gar nicht so leicht, die nachtaktiven Riesen zu entdecken.

Forschern der Royal Zoological Society of Scotland ist dies nun mit Fotofallen gelungen. Zehn Wochen suchten sie im Pantanal - einem Gebiet in Brasilien - nach den Gürteltieren, berichtet die britische BBC. Sie hoffen, dass diese und weitere Aufnahmen dabei helfen, mehr über die Tiere und ihre Verbreitung zu erfahren.

Die Weltnaturschutzorganisation IUCN stuft die Art als bedroht ein. Der Lebensraum der Riesengürteltiere umfasst demnach zwar ein großes Gebiet, das sich von Venezuela bis Brasilien erstreckt, jedoch treten die Tiere überall nur selten auf. Bisher gehen Forscher laut IUCN davon aus, dass auf 100 Quadratkilometern etwa sechs Tiere leben. Bedroht sind die Riesengürteltiere, weil ihr Lebensraum zerstört wird und weil Menschen sie wegen ihres Fleisches jagen.

Wie die University of Michigan berichtet, können Riesengürteltiere bis zu 15 Jahre alt werden. Wobei sie die meiste Zeit wohl allein verbringen und nur zur Paarung Artgenossen treffen. Dass die Tiere gerne buddeln, war bekannt - sie graben Höhlen, in denen sie tagsüber ausruhen.

Auf dem Speiseplan der einsamen Riesen stehen Termiten und Ameisen ganz oben. Um an Termitenhügel zu gelangen, können die Gürteltiere sogar auf Hinterbeinen und Schwanz balancieren - wobei dieser Trick leider nicht von der Fotofalle dokumentiert wurde.

wbr

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Erwischt: Tiere in der Kamerafalle