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Riesiger Algenteppich: Grünlicher Schaum überzieht Rios Strände

Satellitenaufnahme: Als dunkler Fleck breitet sich der Algenteppich aus (oben rechts: Rio de Janeiro) Zur Großansicht
NASA

Satellitenaufnahme: Als dunkler Fleck breitet sich der Algenteppich aus (oben rechts: Rio de Janeiro)

Vor Brasilien schwimmt ein gewaltiger Algenteppich im Atlantik. Auf dem Satellitenbild wirkt er harmlos, doch an Rios Stränden macht der grüne Schaum zunehmend Probleme. Schuld ist der ungewöhnlich heiße Sommer.

Entlang der brasilianischen Atlantikküste hat sich ein rund 800 Kilometer langer Algenteppich gebildet. Rios berühmte Strände seien bereits von einem grünlichen Schaum verpestet, berichtete die Zeitung "O Globo" am Freitag. Auf der Satellitenaufnahme des Nasa-Satelliten "Aqua" vom 19. Januar ist ein dunkler Fleck zu sehen, der sich vor der Küste von Rio de Janeiro bis Santa Catarina ausbreitet.

Biologen haben die Algen als Lebewesen der Art Myrionecta rubra identifiziert. Die Protisten leben autotroph, stellen also selbst mit Hilfe von Photosynthese Energie her. Dies passiert im grünen Chlorophyll ihrer Zellorganellen - daher die grüne Farbe des Schaums. Giftig ist die Algenart weder für Menschen noch für Meerestiere.

Mehr Hitze, weniger Regen

Experten geben der ungewöhnlichen Hitze die Hauptschuld an dem Phänomen. Die heiße und trockene Luft über dem Südatlantik lasse keine Kältefronten oder kühleren Winde durch. Deshalb sei die Wassertemperatur an der Meeresoberfläche auf 30 Grad gestiegen, sagte der Meereskundler Paolo César Rosman von der Staatlichen Universität in Rio. Nach den Worten seines Kollegen Heitor Augusto Tozzi könnte nur eine mächtige Kaltfront die über dem Wasser stehende heiße Luft vertreiben.

Laut "O Globo" lag die Temperatur des Meeresspiegels im Januar im Durchschnitt um 2,5 Prozent höher als in den 40 Jahren davor. Der Niederschlag in Rio lag im gleichen Zeitraum 71 Prozent unter dem Durchschnitt.

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che/AFP

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insgesamt 3 Beiträge
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1. Nö, nö !
carahyba 01.02.2014
Zitat von sysopNASAVor Brasilien schwimmt ein gewaltiger Algenteppich im Atlantik. Auf dem Satellitenbild wirkt er harmlos, doch an Rios Stränden macht der grüne Schaum zunehmend Probleme. Schuld ist der ungewöhnlich heiße Sommer. http://www.spiegel.de/wissenschaft/natur/riesiger-algenteppich-gruenlicher-schaum-ueberzieht-rios-straende-a-950530.html
Ungewöhnlich heisse Sommer hat es in Rio schon immer gegeben. Die primäre Ursache ist eindeutig, dass grosse Mengen von Abwässern ins Meer geleitet werden, nicht nur im südlichen Bereich von Rio. Das geht bis Santos und Ubatuba, die Baia de Guanabarra ist eine einzige Kloake wo auch Residuen der chemischen Industrie eingeleitet werden.
2. Doch doch
mgferber 01.02.2014
Ich bin seit 34 Jahren in Brasilien,so einen heissen und trockenen Januar habe ich noch nie erlebt.Es fehlt ständig Wasser und auch der Strom schwankt,da er mit Wasserkraftwerken produziert wird.Ich wohne im Landesinneren von São Paulo.Das mit den Abwässern stimmt natürlich auch,deshalb lieber ein Schwimmbad als das Meer.
3.
guki 01.02.2014
In Ubatuba, 250 km südlich von Rio ist das Wasser noch klar, wenn auch schon sehr warm. Die Schattentemp. liegt seit Wochen bei 32 Grad, nachts nur wenig kühler. Der Pool ist nicht mehr nutzbar, Wasser bei 40 Grad. Und es soll zumindest nächste Woche so bleiben.
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