Von Axel Bojanowski
Ein Wetterphänomen verändert die Welt: Im Pazifik wälzt sich alle paar Jahre eine mehr als tausend Kilometer breite Masse warmen Wassers auf Südamerika zu. Die halbe Welt fürchtet die Strömung, denn sie verändert Wind und Wetter; die Luft erhält einen Wärmeschub. Vielerorts gibt es Regenunwetter, anderswo Dürre; und vor Südamerika verschwinden die Fische im Meer. Oft sind schwere Engpässe bei der Nahrungsversorgung die Folge. Kürzlich zeigten Forscher sogar, dass zu Zeiten von El Niño mehr Bürgerkriege auftreten.
Nun steht möglicherweise der nächste El Niño bevor. Die Wetterbehörden der USA, Australiens und Japans sagen vorher, dass es in den nächsten Monaten so weit sein könnte. Die Wassertemperaturen des tropischen Pazifiks sind in den letzten Monaten stetig gestiegen, sie liegen nun direkt an der Grenze zu El Niño (siehe Grafik). Die Wahrscheinlichkeit, dass im Herbst El Niño komme, sei nun genauso groß wie das Ausbleiben des Wetterumschwungs.
Der letzte El Niño 2009 und 2010 war eher schwach, dennoch trieb er die Temperaturen weltweit deutlich nach oben; die Olympischen Winterspiele in Vancouver im Februar 2010 etwa gelten als wärmste ihrer Art.
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