Die Homepage wurde aktualisiert. Jetzt aufrufen.
Hinweis nicht mehr anzeigen.

Rote Liste: 1253 Vogelarten kämpfen gegen das Aussterben

Es ist eine düstere Bilanz, die die Weltnaturschutzunion IUCN nun vorgelegt hat: Fast jede siebte Vogelart ist vom Aussterben bedroht - Tendenz steigend. In der höchsten Gefährdungsstufe findet man auch die schwersten flugfähigen Vögel der Welt.

Seltene Vögel: Die gefiederte Population schwindet Fotos
Asad R. Rahmani

Für Ornithologen ist es ein höchst seltenes Ereignis: Stakst ihnen eine Großtrappe auf dem Acker vor das Fernrohr, ist die Freude groß. Im Februar 2010 war die Sichtung eines solchen Federviehs der "Mitteldeutschen Zeitung" eigens ein Artikel wert. Trappen sind nicht nur seltene Vögel, weltweit gehören sie zu den vom Aussterben bedrohten Vogelarten.

Einer der größten Trappen ist die Hindutrappe (Ardeotis nigriceps). Sie wird bis zu einen Meter groß, bringt bis zu 15 Kilogramm auf die Wage - und ist dennoch in der Lage, sich in die Lüfte zu schwingen. Man sollte meinen, dass ein solches Federvieh robust ist. Doch die Vogelart steht kurz vor dem Aussterben. Nur noch 250 Exemplare leben in Indien und Pakistan - deshalb wurde die Art von der Weltnaturschutzunion IUCN in der neuen Roten Liste für Vögel auf die höchste Gefährdungskategorie hochgestuft.

Am Dienstag haben Vertreter der IUCN die Rote Liste im Schweizerischen Gland der Öffentlichkeit vorgestellt. Aus ihr geht hervor, dass nicht nur die Hindutrappe um ihren Artenbestand kämpfen muss: Ähnlich ergeht es der Bahama-Oriole (Icterus northropi). Von dem schwarz-gelben Karibikvogel existieren wahrscheinlich nur noch 180 Exemplare. Auch er wurde in die höchste Kategorie hochgestuft.

Naturschutzinitiativen helfen

Das Ergebnis fällt düster aus: Fast jede siebte Vogelart ist vom Aussterben bedroht. Insgesamt sind in der Neuauflage der Roten Liste 1253 Vogelarten als gefährdet eingestuft, das sind 13 Prozent aller untersuchten Arten. "Im Zeitraum eines Jahres sind 13 weitere Vogelarten in die bedrohten Kategorien aufgenommen worden", erklärte der Vizedirektor des IUCN-Artenschutzprogramms, Jean-Christophe Vié. "Allerdings wären die Zahlen noch schlechter, wenn die Naturschutzinitiativen nicht greifen würden."

Profitiert von den Schutzprogrammen haben etwa die Silberhalstaube (Columba trocaz) auf Madeira sowie die Lorbeertaube (Columba junoniae) und Bolles Lorbeertaube (Columba bollii) auf den Kanaren. Sie konnten alle in die niedrigste Kategorie hinabgestuft werden, nachdem Bedrohungen wie Jagd und Verlust des Lebensraums angegangen wurden. Und die Campbellente (Anas nesiotis) ist nach Aufzucht und einer massiven Bekämpfung der Ratten auf die neuseeländische Campbellinsel zurückgekehrt, wie die IUCN berichtet. Ihre Population hat sich positiv entwickelt, so dass die Art in die zweithöchste Kategorie heruntergestuft werden konnte.

"Vögel stellen ein Fenster zum Rest der Natur dar", sagte Stuart Butchart von der Organisation Birdlife International, die für die IUCN die Rote Liste für Vögel zusammenstellt. Sie seien ein wichtiger Indikator für die Gesundheit des Ökosystems.

cib/dpa

Diesen Artikel...
Forum - Diskutieren Sie über diesen Artikel
insgesamt 13 Beiträge
Alle Kommentare öffnen
    Seite 1    
1. Bei
crocodil 07.06.2011
mir fliegen immer noch Kohlmeisen und Rotschwänzchen umher. Warum ist das Urpferdchen ausgestorben oder die Saurier. Gesetz der Evolution!! Vermisst in 50 Jahren noch jemand eine ausgestorbene Vogelart???
2. ...
Celegorm 07.06.2011
Zitat von crocodilmir fliegen immer noch Kohlmeisen und Rotschwänzchen umher. Warum ist das Urpferdchen ausgestorben oder die Saurier. Gesetz der Evolution!! Vermisst in 50 Jahren noch jemand eine ausgestorbene Vogelart???
Offensichtlich fliegen da noch ganz andere "Vögel" herum. Ein "Gesetz der Evolution" gibt es nicht und ist darum nicht nur in dem Kontext ein unsinniger Ausdruck. Unsinnig ist auch die restliche Logik. Denn mit dieser könnten Sie etwa mit dem Hinweis, dass Menschen auch sonst schon immer mal gestorben sind, auch gleich Mord rechtfertigen. Wenn Sie den Unterschied im einen wie anderen Fall effektiv nicht erkennen können dann ist Ihnen wohl nicht mehr zu helfen. Ja. Unzählige Menschen vermissen etwa den Dodo oder Moa. Da fragt sich eher, ob jemand Sie vermissen würde. Zumindest Ihre kleingeistigen Kommentare bestimmt niemand..
3. Rote Liste
Montanabear 07.06.2011
Zitat von CelegormOffensichtlich fliegen da noch ganz andere "Vögel" herum. Ein "Gesetz der Evolution" gibt es nicht und ist darum nicht nur in dem Kontext ein unsinniger Ausdruck. Unsinnig ist auch die restliche Logik. Denn mit dieser könnten Sie etwa mit dem Hinweis, dass Menschen auch sonst schon immer mal gestorben sind, auch gleich Mord rechtfertigen. Wenn Sie den Unterschied im einen wie anderen Fall effektiv nicht erkennen können dann ist Ihnen wohl nicht mehr zu helfen. Ja. Unzählige Menschen vermissen etwa den Dodo oder Moa. Da fragt sich eher, ob jemand Sie vermissen würde. Zumindest Ihre kleingeistigen Kommentare bestimmt niemand..
Da draengt sich doch die Frage auf, warum Sie so aggressiv reagieren und ob Sie jemals Jemand vermisst hat ?
4. Europa / Deutschland
blaubärt 07.06.2011
Der Artikel kommt etwas schwachbrüstig daher. Mich würde zB stark interessieren wie die Gefährdungslage in Europa und in D aussieht. Aber ich vermute, dazu hätte man recherchieren und nicht nur einfach die Pressemitteilung umformulieren müssen.
5. ...
Celegorm 07.06.2011
Zitat von MontanabearDa draengt sich doch die Frage auf, warum Sie so aggressiv reagieren und ob Sie jemals Jemand vermisst hat ?
Da drängt sich eher die Frage auf, weshalb Sie Ihre Frage am falschen Ende beginnen anstatt danach zu fragen, weshalb jemand einen derart bescheuerten Kommentar zu solch einem Artikel abgibt. Aber es gehört bei vielen wohl zum guten Ton sich über vermeintlich überspitzte Reaktionen aufzuregen anstatt die Aufmerksamkeit auf die Ursache zu richten.. Die Bissigkeit (man muss schon zartbesaitet sein um das als "aggressiv" aufzufassen) erklärt sich ansonsten auch damit, dass der Forist das systematisch betreibt und sich dabei resistent gegenüber minimalem Sachverstand zeigt. Und was sich einmal mit gutem Willen noch entschuldigen lässt erfordert bei Wiederholung halt schon mal eine etwas deutlichere Reaktion..
Alle Kommentare öffnen
    Seite 1    

© SPIEGEL ONLINE 2011
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung der SPIEGELnet GmbH



Fotostrecke
Artenschutz: Frösche vom Aussterben bedroht

Fotostrecke
Bedrohte Tiere: Voraussage mit dem Google-Algorithmus
Fotostrecke
Neue Arten auf Borneo: Oase des Lebens


Der kompakte Nachrichtenüberblick am Morgen: aktuell und meinungsstark. Jeden Morgen (werktags) um 6 Uhr. Bestellen Sie direkt hier: