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Gefährdete Arten: Man möchte kein Eisbär sein

Eisbär: Schmilzt das Eis, schrumpfen die Bestände Zur Großansicht
AFP/US Coast Guard/Cory J. Mendenhall

Eisbär: Schmilzt das Eis, schrumpfen die Bestände

Knapp 30 Prozent der Arten weltweit sind bedroht, warnt die Weltnaturschutzorganisation. Sie hat ihre Rote Liste bedrohter Spezies aktualisiert und weist kurz vor dem Weltklimagipfel auf ein besonders gefährdetes Raubtier hin: den Eisbären.

Der Eisbär braucht Meereis: Auf der Scholle lauernd, kann er Robben erbeuten, seine wichtigste Nahrungsquelle. Schwindet das Meereis, hat der Bär ein Problem.

Mit hoher Wahrscheinlichkeit werden die Eisbärenbestände deshalb in den kommenden 35 bis 40 Jahren um mehr als 30 Prozent schrumpfen, berichtet die Weltnaturschutzorganisation IUCN. Heute leben Schätzungen zufolge 26.000 Eisbären in der Arktis, vermutlich sogar weniger. Nicht nur die Eisschmelze, sondern auch die Folgen von Öl- und Gasbohrungen machten dem Eisbären (Ursus maritimus) schwer zu schaffen, erklärte die IUCN, die eine Aktualisierung der Roten Liste gefährdeter Arten präsentierte.

Die Naturschützer bewerteten die Überlebenschancen der Eisbären vor allem mit Blick auf den Weltklimagipfel, der vom 30. November bis 11. Dezember in Paris stattfindet, neu. Sie glichen Daten zu allen Populationen in der Arktis mit Statistiken zur Eisschmelze in den vergangenen Jahrzehnten ab und speisten sie in eine Computersimulationen.

Die IUCN verweist auf jüngste Studien, die zeigten, dass die Eisschmelze in der Arktis noch rascher verlaufe, als bisher von den meisten Klimamodellen vorhergesagt. So sei die Eismasse von 1979 bis 2011 um jeweils 14 Prozent pro Dekade zurückgegangen. Damit seien die natürlichen Jagdreviere der Eisbären entsprechend stark geschrumpft. Durch die Verlängerung der eisfreien Zeiten in Teilen der Arktis auf mehr als fünf Monate müssten die Bären länger als früher Hunger leiden, was direkte Folgen für ihre Fähigkeit zur Fortpflanzung habe.

Nicht nur der Eisbär bedroht

Unter dem Klimawandel und der Zerstörung der Lebensräume würden allerdings weit mehr Arten leiden als allein der Eisbär, sagte IUCN-Generaldirektorin Inger Andersen. Von mittlerweile 79.837 durch Wissenschaftler der IUCN überprüften Arten gelten 23.250 als vom Aussterben bedroht - fast 30 Prozent.

Die aktualisierte Rote Liste zählt unter anderem Pilzarten auf, die durch negative Veränderungen ihrer Lebensräume bedroht sind. Darunter ist eine farbenprächtige Zärtlingsart (Leptonia carnea), die in den Lebensräumen der Küstenmammutbäume in Kalifornien anzutreffen ist und aufgrund längerer und häufiger Dürren leidet.

Dürren und der Verlust ihres Lebensraum bedrohen auch die Atacama-Kröte, die in der Roten Liste bisher als kaum bedroht eingestuft wurde, aber nun als gefährdet gilt. In den vergangenen zehn Jahren ist der Bestand der nur in Chile vorkommenden Amphibien um 35 bis 40 Prozent zurückgegangen, berichtet die IUCN.

wbr/dpa

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1.
hermes69 19.11.2015
Ist ja nicht so, als ob das schon seit Jahren von Menschen angemahnt wird. Werden aber immer als grüne Öko Spinner verunglimpft. Schließlich kann Lieschen Müller sich diese Tiere ja auch in einem "tollen" Zoo anschauen. Klar werden sie aussterben. Wie viele andere Arten auch. Dank unserer Ignoranz und Dummheit.
2. dpa?
Erwin S. 19.11.2015
Eine Tierschutzorganisation sieht das anders, ganz anders: http://www.peta.de/dramatischer-rueckgang-der-eisbaerenpopulationen Fazit von PETA zu den IUCN-Zahlen: "In 45 Jahren soll die Population also um ca. 8.300 Tiere zurückgehen. Wäre das aber in Anbetracht dass es auf dem heutigen Lebensraum der Eisbären einst nur ca. 5.000 Tiere lebten, wirklich dramatisch?"
3. Grober Unfug!
Delago 19.11.2015
Die Mär des durch den Klimawandel aussterbenden Eisbären wird ständig verbreitet, ist aber grottenfalsch. Die Aussage des Artikels, dass es zur Zeit ~26.000 Eisbären gibt, mag zwar korrekt sein. Doch in den 60er Jahren waren es nur etwa 5.000 Exemplare. Die Population hat sich nach dem Erlass von Abschussverboten verfünffacht! Die IUCN sollte sich vielleicht zuerst von Experten wie Susan Crockford beraten lassen, bevor sie solche Bedrohungsszenarien verbreiten - auch wenn das derzeit große Mode zu sein scheint. http://polarbearscience.com/ Übrigens ist die weitverbreitete Meinung völlig falsch, dass Eisbären Meereis brauchen, um zu überleben und dass das Schwinden des Sommer-Meereises eine Bedrohung sei. Für das Überleben ist die hinreichende Versorgung mit Nahrung im Frühling essentiell, eine Jahreszeit mit massiver Eisausbreitung. http://polarbearscience.com/2015/04/01/polar-bear-consumption-of-terrestrial-foods-new-paper-misses-the-point/ "it doesn’t matter what, if anything, polar bears eat in summer — what matters is how much they eat in the spring."
4. Sicher werden die aussterben...
trader_07 19.11.2015
Zitat von hermes69Ist ja nicht so, als ob das schon seit Jahren von Menschen angemahnt wird. Werden aber immer als grüne Öko Spinner verunglimpft. Schließlich kann Lieschen Müller sich diese Tiere ja auch in einem "tollen" Zoo anschauen. Klar werden sie aussterben. Wie viele andere Arten auch. Dank unserer Ignoranz und Dummheit.
Sicher werden die aussterben, allein schon deshalb, weil wir uns im Übergang von einer Eiszeit in eine Warmzeit befinden. Andere Tiere, die hier während der Eiszeit heimisch waren (Mammut, Wollnashorn) sind schon vor langer Zeit ausgestorben. Arten wie Eisbär oder Polarfuchs haben es länger durchgehalten, werden aber sowieso in Zukunft aussterben, wenn die Polkappen im Übergang zur nächsten Warmphase wieder eisfrei werden. Dass der Mensch diesen Vorgang etwas beschleunigt, ist allerdings unbestritten.
5.
cassandros 19.11.2015
Zitat von DelagoDie Mär des durch den Klimawandel aussterbenden Eisbären wird ständig verbreitet, ist aber grottenfalsch. Die Aussage des Artikels, dass es zur Zeit ~26.000 Eisbären gibt, mag zwar korrekt sein. Doch in den 60er Jahren waren es nur etwa 5.000 Exemplare. Die Population hat sich nach dem Erlass von Abschussverboten verfünffacht! Die IUCN sollte sich vielleicht zuerst von Experten wie Susan Crockford beraten lassen, bevor sie solche Bedrohungsszenarien verbreiten - auch wenn das derzeit große Mode zu sein scheint. http://polarbearscience.com/ Übrigens ist die weitverbreitete Meinung völlig falsch, dass Eisbären Meereis brauchen, um zu überleben und dass das Schwinden des Sommer-Meereises eine Bedrohung sei. Für das Überleben ist die hinreichende Versorgung mit Nahrung im Frühling essentiell, eine Jahreszeit mit massiver Eisausbreitung. http://polarbearscience.com/2015/04/01/polar-bear-consumption-of-terrestrial-foods-new-paper-misses-the-point/ "it doesn’t matter what, if anything, polar bears eat in summer — what matters is how much they eat in the spring."
Und wie groß war die Population, bevor sie auf nur 5000 Tiere heruntergeballert wurde? Ziemlich peinlicher Beitrag, den du da vorschnell "herausgeschossen" hastt.
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