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Medizin und Delikatesse: Das tragische Aussterben der Schuppentiere

Schuppentiere: Vom Menschen verspeist Fotos
APWG

Alle acht Schuppentierarten sind vom Aussterben bedroht, teilt die Weltnaturschutzunion mit. Die meisten der Tiere enden als Wundermedizin oder teure Delikatesse in Bankettsälen Südostasiens.

Schuppentiere, auch bekannt als Tannenzapfentiere, könnten schon bald ganz von der Erde verschwinden, warnt die Weltnaturschutzunion (IUCN). Die putzigen Insektenfresser werden regelrecht vom Angesicht der Erde verspeist. Bei der letzten Aktualisierung der Roten Liste gefährdeter Arten wurden alle acht Schuppentierarten als bedroht eingestuft.

Heimisch sind die einzigen Säugetiere mit echten Schuppen in Afrika, südlich der Sahara, und in Süd- und Südostasien. Wie ihr Name bereits vermuten lässt, erinnern die Tiere an einen Tannenzapfen mit Schwanz und Beinen. Bei Gefahr rollen sie sich zu einer kompakten Kugel zusammen. Die dichte Schuppenschicht schützt vor Angreifern.

Allerdings schmeckt nicht nur Leoparden und Hyänen das Fleisch der Schuppentiere, sondern auch Menschen. Die Tiere gelten als Delikatesse, weshalb sie gejagt werden. Obwohl der Handel mit aus der Wildnis gefangenen Schuppentieren verboten ist, nimmt er zu. Konsumenten seien bereit, extrem hohe Preise für das Fleisch zu zahlen, schreibt die IUCN. Außerdem werden die Schuppen in der Chinesischen Medizin eingesetzt, etwa gegen Schuppenflechte oder Fieber.

Aktionsplan für den Arterhalt

Schuppentiere seien inzwischen die am häufigsten illegal gehandelten Säugetiere weltweit, so die Naturschützer. Über eine Million Tiere seien der Wildnis in den vergangenen zehn Jahren entrissen worden- vor allem in Asien. Die IUCN stuft das Chinesische und das Malaiische Schuppentier als akut vom Aussterben bedroht ein (critically endangered), das Indische und Philippinische als stark gefährdet.

Da alle vier asiatischen Arten nur noch selten zu finden sind, konzentriere sich die illegale Jagd nun vermehrt auf Afrika, um die Nachfrage weiterhin stillen zu können, so die IUCN. "Im 21 Jahrhundert sollten wir eine Tierart nicht essen, bis sie ausstirbt", sagt Jonathan Baillie von der IUCN. "Es gibt keine Entschuldigung dafür, den illegalen Handel zu dulden."

Die IUCN hat bereits einen Plan veröffentlicht, was geschehen muss, um den illegalen Handel mit Schuppentieren aus Afrika und Asien zu stoppen. Einer der ersten Schritte müsse sein, dass die chinesische und vietnamesische Regierung ihre Schuppentierpopulation erfasst und die Ergebnisse veröffentlicht, so dass Wildfänge stärker auffallen. Zudem halten die Tierschützer drei weitere Veränderungen für nötig:

  • Einheimische müssten von der Wilderei abgehalten werden
  • Die Gesetze zum Schutz der Schuppentiere müssten endlich auch in der Praxis umgesetzt und Verstöße geahndet werden
  • Die Nachfrage müsste besser verstanden und schließlich deutlich reduziert werden

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1. Die größte Gefahr für die Schöpfung
remmbremmerdeng 30.07.2014
ist und bleibt der Mensch.
2. Ich sitze hier in Europa vor dem PC und lese den Artikel..
detlef1958 30.07.2014
als Tierliebhaber macht mich das betroffen..aber was kann ich tun? Nichts. Ich esse keine Schuppentiere.....und werde es auich in Zukunft nicht tun. Ich habe hinsichtlich derartiger Probleme bedauerlicherweise eine sehr fatalistische Einstellung: Die einen jagen und fangen Schuppentiere aus purer existentieller Verzweiflung, weil Ihnen bekannt ist...das horrende Summen dafür gezahlt werden...oder weil der eigene Hunger sie dazu veranlasst und sie es traditionell schon immer gemacht haben.....nur da geschah es regional..und heute weltweit...der Schaden für die Popolation hält sich in Grenzen....heute ist das anders... Und die Anderen verfügen über so hohe finanzielle Mittel, das sie es sich "leisten" können, viel Geld für das Fleisch von Schuppentieren oder deren Schuppen zu bezahlen. Und letztlich sieht jeder/jede nur sein/ihr Bedürfnis..... Die Achtung vor der Kreatur ist verloren gegangen....und unser Verwertungsgedanke von allem hat sich auf die ganze welt ausgebreitet....alles wird kommerzialisiert.....ist dienlich zur Kapitalgewinnung. Letztlich auch geschütze Tiere. Deshalb bin ich sehr skeptisch in Anbetracht dessen, dass sich etwas wesentliches ändert.... Die Masse der Menschen muss beginnen zu begreifen..das wir letztlich die Vielfalt unser aller Lebensraum gefährden.....und aufstehen...sie tun es gott lonb schon..bei Change.ord..bei Avaarz..und vielen anderen und ich ihnen.....damit das Leben seinen Wert zurück gewinnt egal ob Mensch oder Tier und wir nicht ALLE zur Handels- und Spekulationsmasse werden..um Rendite zu erzielen...
3.
maria.m.arend 30.07.2014
traurig....
4. Ich hoffe, die Schuppentiere...
Cugel 30.07.2014
...sterben noch rechtzeitig aus, ehe ihr Bestand soweit stabilisiert werden kann, damit ein steter Nachschub für die Wilderer garantiert ist. Die Zustände, unter denen die Tiere gefangen, getötet und verarbeitet werden (falls sie nicht verarbeitet und dann getötet werden) wagt man sich nicht auszumalen. Lieber ein Ende mit Schrecken als ein Schrecken ohne Ende.
5. Doch, man kann etwas tun...
wdiwdi 30.07.2014
Zitat von detlef1958als Tierliebhaber macht mich das betroffen..aber was kann ich tun? Nichts. Ich esse keine Schuppentiere.....und werde es auich in Zukunft nicht tun. Ich habe hinsichtlich derartiger Probleme bedauerlicherweise eine sehr fatalistische Einstellung: Die einen jagen und fangen Schuppentiere aus purer existentieller Verzweiflung, weil Ihnen bekannt ist...das horrende Summen dafür gezahlt werden...oder weil der eigene Hunger sie dazu veranlasst und sie es traditionell schon immer gemacht haben.....nur da geschah es regional..und heute weltweit...der Schaden für die Popolation hält sich in Grenzen....heute ist das anders... Und die Anderen verfügen über so hohe finanzielle Mittel, das sie es sich "leisten" können, viel Geld für das Fleisch von Schuppentieren oder deren Schuppen zu bezahlen. Und letztlich sieht jeder/jede nur sein/ihr Bedürfnis..... Die Achtung vor der Kreatur ist verloren gegangen....und unser Verwertungsgedanke von allem hat sich auf die ganze welt ausgebreitet....alles wird kommerzialisiert.....ist dienlich zur Kapitalgewinnung. Letztlich auch geschütze Tiere. Deshalb bin ich sehr skeptisch in Anbetracht dessen, dass sich etwas wesentliches ändert.... Die Masse der Menschen muss beginnen zu begreifen..das wir letztlich die Vielfalt unser aller Lebensraum gefährden.....und aufstehen...sie tun es gott lonb schon..bei Change.ord..bei Avaarz..und vielen anderen und ich ihnen.....damit das Leben seinen Wert zurück gewinnt egal ob Mensch oder Tier und wir nicht ALLE zur Handels- und Spekulationsmasse werden..um Rendite zu erzielen...
Bauen sie eine Zucht auf, verkaufen die Zuchttiere zu Höchstpreisen an die "Gourmets", und sowohl die Natur wie auch Ihr Portemonnaie profitieren. Die Zucht von Schuppentieren ist anspruchsvoll, aber möglich - alternative Futterzubereitungen die auch angenommen werden sind bekannt. Wenn ihr Marktpreis wirklich so hoch ist, ist das gar keine so unrealistische Alternative.
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