Kein Klon-Mammut: Russland distanziert sich von Skandalforscher

Die Erklärung von Hwang Woo Suk, mittels Gewebeproben aus dem russischen Jakutien endlich ein Mammut zu klonen, kam scheinbar etwas zu früh: Die dortige Akademie der Wissenschaften dementiert - der umstrittene Wissenschaftler bekommt keine Überreste der eiszeitlichen Elefanten.

Mammut: 3-D-Animationen zur Visualisierung müssen reichen, einen Klon gibt es nicht Zur Großansicht
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Mammut: 3-D-Animationen zur Visualisierung müssen reichen, einen Klon gibt es nicht

Seoul - Zu früh geträumt: Erst am Dienstag hatte Südkoreas gefallener Forscherstar Hwang Woo Suk erklärt, endlich ein Mammut klonen zu wollen. Dazu habe er in Seoul ein Abkommen mit der Nordöstlichen Föderalen Universität der russischen Teilrepublik Jakutien unterzeichnet - Gewebeproben aus Überresten eines Exemplars der vor rund 10.000 Jahren ausgestorbenen Elefantenart sollten von Russland nach Südkorea gebracht werden.

Doch Russland dementiert nun die Ankündigung: Man werde dem südkoreanischen Forscher keine Gewebeproben zum Klonen zur Verfügung stellen. Das teilte die Akademie der Wissenschaften in der russischen Teilrepublik Jakutien mit. Man hätte zwar ein Abkommen unterzeichnet, dieses beziehe sich aber nicht auf die Überreste der ausgestorbenen eiszeitlichen Elefantenart, sagte Abteilungsleiter Albert Protopopow am Donnerstag. Worauf sich der Vertrag dann bezieht, ist bislang nicht bekannt.

Hwang Woo Suk hatte angekündigt, Zellkerne aus sibirischem Mammutgewebe in Eizellen eines indischen Elefanten einsetzen zu wollen. Diese Eizellen sollten dann einer Elefantenkuh eingepflanzt werden, damit sie den Embryo austrägt. Im Gegenzug für das Gewebe wollte das beteiligte Klonunternehmen Sooam sein Know-how mit Russland teilen.

Der einst als Fälscher entlarvte Forscher Hwang Woo Suk ist dabei nicht der einzige Wissenschaftler, der ein Klon-Mammut erschaffen will. Und es ist auch nicht Hwangs erster Versuch, an Mammutgewebe zu kommen. Wie im Prozess gegen ihn im Jahr 2006 herauskam, hatte er Teile seiner Fördergelder an die russische Mafia weitergeleitet, damit diese die Gewebeproben beschafft. Hwang wurde von einem Gericht wegen Veruntreuung von Forschungsgeldern und illegaler Beschaffung von Eizellen verurteilt.

Im Januar 2011 hatten japanische Forscher erklärt, dass es bereits Vorbereitungen zur Erschaffung eines Klon-Mammuts gebe. Auch andere Forscher hatten vor Jahren ähnliche Ankündigungen gemacht. Als 2008 das Erbgut des Mammuts zu großen Teilen entziffert worden war, hatte das Fachblatt "Nature" die Chance auf ein Klon-Mammut als äußerst gering eingeschätzt. Das Erbmaterial sei zu stark zerstört.

nik/dpa

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1. Wer braucht sowas?
siesagt 16.03.2012
Zitat von sysopREUTERSDie Erklärung von Hwang Woo Suk, mittels Gewebeproben aus dem russischen Jakutien endlich ein Mammut zu klonen, kam scheinbar etwas zu früh: Die dortige Akademie der Wissenschaften dementiert - der umstrittene Wissenschaftler bekommt keine Überreste der eiszeitlichen Elefanten. http://www.spiegel.de/wissenschaft/natur/0,1518,821638,00.html
Na ein Glück, dass er es nicht bekommt. Ich finde die Idee Mammuts oder auch Dinosaurier wieder auferstehen zu lassen haarsträubend. Die Tiere sind ausgestorben! Und daran war nicht der Mensch Schuld. Alle Tiere danach sind kleiner geworden. Sogar die Krokodile. Und das ist auch gut so. Wer will schon einen 2 Zentimeter großen Floh haben?
2.
Celegorm 16.03.2012
Zitat von siesagtNa ein Glück, dass er es nicht bekommt. Ich finde die Idee Mammuts oder auch Dinosaurier wieder auferstehen zu lassen haarsträubend. Die Tiere sind ausgestorben! Und daran war nicht der Mensch Schuld. Alle Tiere danach sind kleiner geworden. Sogar die Krokodile. Und das ist auch gut so. Wer will schon einen 2 Zentimeter großen Floh haben?
Darüber kann man durchaus streiten. So oder so ist die Frage: Na und? Dass Sie ausgestorben sind macht doch gerade den Reiz aus. Was für eine Aussage..Sie picken sich offenbar irgendwelche speziellen Phasen des Gigantismus oder einzelne besonders grosse Arten heraus. Selektive Wahrnehmung also. Es gab auch winzige Dinosaurier sowie zu Zeiten des Mammuts (oder sonst immer) kleine Arten. Ein Mammut ist kein Floh. Und für Letzteren bräuchten Sie eine Spezialatmosphäre, dass er überleben könnte. Mal davon abgesehen wären solche Viecher eh nicht für Ihren Vorgarten gedacht..
3.
Mimimat 16.03.2012
Zitat von siesagtNa ein Glück, dass er es nicht bekommt. Ich finde die Idee Mammuts oder auch Dinosaurier wieder auferstehen zu lassen haarsträubend. Die Tiere sind ausgestorben! Und daran war nicht der Mensch Schuld. Alle Tiere danach sind kleiner geworden. Sogar die Krokodile. Und das ist auch gut so. Wer will schon einen 2 Zentimeter großen Floh haben?
1. Dinos sind seit 65 Millionen Jahren ausgestorben, Mammuts seit nicht mal 65 000 Jahren. Das ist der Faktor 1000. Mit anderen Worten: Von den dinos kann man nur in "Jurassic Park" was klonen, nicht in echt. 2. Das die Mammuts ausgestorben sind, könnte durchaus z.T. an den Menschen gelegen haben. So ganz sicher ist unsere Unschuld daran noch nicht. 3. Das größte, jemals existierende Tier auf dieser Erde ist dr blauwal. an den kam auch kein Brontosaurier o.ä. ran. 4. Es geht um Mammuts und nicht um Flöhe, Riesenlibellen oder Pantoffeltierchen.
4. Antwort
siesagt 16.03.2012
Zitat von Mimimat1. Dinos sind seit 65 Millionen Jahren ausgestorben, Mammuts seit nicht mal 65 000 Jahren. Das ist der Faktor 1000. Mit anderen Worten: Von den dinos kann man nur in "Jurassic Park" was klonen, nicht in echt. 2. Das die Mammuts ausgestorben sind, könnte durchaus z.T. an den Menschen gelegen haben. So ganz sicher ist unsere Unschuld daran noch nicht. 3. Das größte, jemals existierende Tier auf dieser Erde ist dr blauwal. an den kam auch kein Brontosaurier o.ä. ran. 4. Es geht um Mammuts und nicht um Flöhe, Riesenlibellen oder Pantoffeltierchen.
Zu 1.: Natürlich, aber davon träumen auch Menschen und nicht nur im Jurassic Park gibt es schon Überlegungen dazu. Zu 2.: Weiß ich auch nicht. Zu 3.: Ja, der hat aber auch viel mehr Platz in den Meeren. Den Platz auf dem Land und das Futter beanspruchen schließlich vor allem wir selbst. Zu 4.: Jepp, aber was kommt danach?
5.
Celegorm 16.03.2012
Zitat von siesagtZu 1.: Natürlich, aber davon träumen auch Menschen und nicht nur im Jurassic Park gibt es schon Überlegungen dazu. Zu 2.: Weiß ich auch nicht. Zu 3.: Ja, der hat aber auch viel mehr Platz in den Meeren. Den Platz auf dem Land und das Futter beanspruchen schließlich vor allem wir selbst. Zu 4.: Jepp, aber was kommt danach?
Träumen kann man viel. Fakt ist, dass beim heutigen Wissensstand keinerlei brauchbare Ansätze vorhanden sind, wieso das bei Dinosaurier möglich sein könnte. Mammuts liegen lediglich in Reichweite, da gefrorenes organisches Material vorhanden ist und nah verwandte Arten existieren. Und auch so ist es keineswegs einfach. Was hat das mit der Thematik zu tun? Ein, zwei Mammuts dürften kaum die Versorgungsgrundlage der Menschheit gefährden. Oder erwarten Sie ernsthaft, dass dann Mammutherden aus Labors entweichen und wie Heuschrecken über deutsche Maisfelder herfallen? Vermutlich nicht viel. Leider.
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