Sachsen-Anhalt: Neunter Schweinegrippe-Fall in Deutschland

Ein Mexiko-Reisender aus Sachsen-Anhalt hat sich mit dem Schweinegrippe-Virus H1N1 infiziert. Dem 38-Jährigen geht es allerdings so gut, dass er Zuhause isoliert werden kann. Auch eine in Hamburg behandelte Patientin ist wieder gesund und durfte das Krankenhaus verlassen.

Berlin - Das Robert-Koch-Institut (RKI) hat am Dienstag den neunten Fall von Schweinegrippe in Deutschland bestätigt. Bei dem 38-jährigen Mann aus dem Harzkreis in Sachsen-Anhalt handele es sich ebenfalls um einen Mexiko-Rückkehrer, sagte RKI-Präsident Jörg Hacker. Der Verlauf der Krankheit sei jedoch so leicht, dass der Patient gar nicht erst ins Krankenhaus müsse, sondern zu Hause isoliert werde.

Krankenschwester auf Isolierstation in Kölner Klinik: Die Lage scheint sich zu stabilisieren
DPA

Krankenschwester auf Isolierstation in Kölner Klinik: Die Lage scheint sich zu stabilisieren

Im Zusammenhang mit der Verdachtsmeldung hatte das Gesundheitsamt des Landkreises Kontaktpersonen ermittelt. Sie wiesen derzeit aber keine Grippesymptome auf. Eine Behandlung sei eingeleitet worden, um eine Verbreitung zu verhindern.

Bisher gab es in Deutschland insgesamt acht positiv getestete Fälle, einer von ihnen ist eine Schweinegrippe-Patientin aus Hamburg, die vergangene Woche aus Mexiko über Düsseldorf nach Hamburg gereist war. Sie ist nach sieben Tagen Aufenthalt auf einer Isolierstation im Hamburger Universitätsklinikum Eppendorf (UKE) wieder gesund und hat das Krankenhaus bereits verlassen. Zuvor habe ein Test ergeben, dass sie nicht mehr infektiös sei, teilte das Krankenhaus mit. Auch ihr Begleiter, der vorsorglich auf Schweinegrippe untersucht wurde, konnte die Klinik verlassen. Nach Ablauf der Inkubationszeit seien alle Tests auf eine mögliche Infektion mit dem Grippevirus bei ihm negativ ausgefallen.

RKI-Präsident Hacker sieht für Deutschland "eine gewisse Stabilisierung der Lage" aber noch keinen Grund zur Entwarnung. "Die Zahl der Verdachtsfälle geht nach unten", sagte er. Dennoch sei auch in den kommenden Tagen mit einzelnen Grippe-Erkrankten zu rechnen. "Das Virus ist eben in der Welt", sagte Hacker. Die Grippeerreger seien leicht übertragbar und veränderten ständig ihr Erbgut. Daher habe die Schweinegrippe auch weiterhin das Potential, sich auszubreiten. Weltweit wurden bisher aus 20 Ländern bestätigte Fälle bei Menschen gemeldet. Die Zahl gehe mittlerweile auf 1000 Fälle zu.

Das Schweinegrippe-Virus
Der Erreger
Es handelt sich um ein Influenza-A-Virus mit der Bezeichnung H1N1, das sich von Mensch zu Mensch übertragen kann - vor allem durch Händeschütteln, Niesen und Husten. Ein H1N1-Virus war auch der Auslöser der Spanischen Grippe, die zwischen 1918 und 1920 weltweit mindestens 25 Millionen Menschen getötet hat.
Die Symptome
Die Schweinegrippe bewirkt ähnliche Symptome wie eine normale Grippe: plötzliches Fieber, Muskelschmerzen, trockener Husten und ein trockener Hals. Allerdings sind der einhergehende Durchfall und die Übelkeit stärker ausgeprägt.
Die Gefahr
Neue Virenstämme können sich rasch ausbreiten, weil es keine natürliche Immunität gibt und es Monate dauert, bis ein aktueller Impfstoff entwickelt und produziert ist. Der neue Stamm des Schweinegrippe-Virus unterscheidet sich vom älteren H1N1-Virus, gegen das die aktuellen Grippeimpfstoffe schützen. Die gewöhnliche Grippe tötet jedes Jahr 250.000 bis 500.000 Menschen, vor allem ältere Menschen. Die meisten sterben an Lungenentzündung. Auch gesunde Menschen können tödlich erkranken.
Antivirale Mittel
Nach derzeitigem Wissensstand bieten die Wirkstoffe Oseltamivir (Handelsname Tamiflu) und Zanamivir (Handelsname Relenza) Schutz gegen das Schweinegrippen-Virus. Diese Wirkstoffe behindern unspezifisch die Vermehrung von Influenza-A- und Influenza-B-Viren im Körper.
Wandlungsfähigkeit von Grippeviren
Grippeviren gehören zu den wandlungsfähigsten Erregern, die bekannt sind. Die Entwicklung gänzlich neuer Typen ist zwar selten, aber extrem gefährlich. Meist springen dabei irgendwo in der Welt Viren von Vögeln oder Schweinen auf den Menschen über. Wenn sie in dessen Körperzellen auf andere, ältere Grippeviren treffen, kann sich die Erbinformationen vermischen und neue Erreger hervorbringen.

hei/dpa/ddp

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Forum - Schweinegrippe – Müssen wir Angst vor dem Virus haben?
insgesamt 6209 Beiträge
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1.
IsArenas, 02.05.2009
Nein, niemand *muss* Angst haben, unabhängig von allem, was geschieht. Angst ist sowieso ein schlechter Ratgeber, zuweilen zwar wichtig als Selbstschutz, wird aber schnell selbst krankmachend und/oder eine Krankheit. Ich schließe nicht aus, gewaltsam (Flugzeugabsturz, Verkehrsunfall, Terrorakt), durch Krebs oder noch früher durch Herzinfarkt oder Schlaganfall oder was weiß ich oder eben durch eine Virus- odere Bakterieninfektion ums Leben zu kommen, bevor ich mich der durchschnittlichen Lebenserwartung nähere. Zur angeblichen Hauptrisikogruppe zähle ich auch noch, na wunderbar. Nein, die Grippe macht mir definitiv keine Angst, wenn ich den nächsten Monaten daran sterben soll, dann war's das halt. Ich glaube aber nicht daran, meine Schulden werde ich wohl zahlen müssen -- sprich, ich habe andere Sorgen und erfreue mich ansonsten des Lebens in der Gegenwart ;-)
2.
Crackerjack 02.05.2009
Zitat von IsArenasNein, niemand *muss* Angst haben, unabhängig von allem, was geschieht. Angst ist sowieso ein schlechter Ratgeber, zuweilen zwar wichtig als Selbstschutz, wird aber schnell selbst krankmachend und/oder eine Krankheit. Ich schließe nicht aus, gewaltsam (Flugzeugabsturz, Verkehrsunfall, Terrorakt), durch Krebs oder noch früher durch Herzinfarkt oder Schlaganfall oder was weiß ich oder eben durch eine Virus- odere Bakterieninfektion ums Leben zu kommen, bevor ich mich der durchschnittlichen Lebenserwartung nähere. Zur angeblichen Hauptrisikogruppe zähle ich auch noch, na wunderbar. Nein, die Grippe macht mir definitiv keine Angst, wenn ich den nächsten Monaten daran sterben soll, dann war's das halt. Ich glaube aber nicht daran, meine Schulden werde ich wohl zahlen müssen -- sprich, ich habe andere Sorgen und erfreue mich ansonsten des Lebens in der Gegenwart ;-)
Hierzu ein von Herzen kommender Applaus.
3.
descartes101, 02.05.2009
Zitat von sysopDie Schweinegrippe hat auch Europa erreicht, die EU rechnet mit Todesopfern. Wie berechtigt ist die Angst vor dem Virus?
Lächerlich. Das Grippevirus rekombiniert sich jede Saison neu, weshalb die Impfungen auch dann nicht mehr wirksam sind. Mal ist es virulenter, mal weniger. Jedenfalls sterben immer auch Menschen daran. Das ganze ist eine haltlose Hysterie, wahrscheinlich damit unsere tüchtigen Regierungen mal behaupten können, sie hätten eine Situation im Griff. Das ist natürlich besonders leicht bei einer Situation, die so oder so nicht eskaliert. Wenn ein hemorrhagisches Fieber wie Ebola durch die Ballungszentren zieht, dann lohnt es sich zuhause zu bleiben. Aber eine dämliche Papiermaske schützt niemanden vor Ansteckung. Das gleiche Prinzip wurde von den USA im kalten Krieg angewendet, wo man den Leuten erzählte, dass es helfe, sich im Falle eines Nuklearangriffs unter den Tisch zu hocken mit einer Zeitung über dem Kopf. Aua, aua. Seit damals hat sich wirklich nichts verändert.
4.
Hans58 02.05.2009
Zitat von sysopDie Schweinegrippe hat auch Europa erreicht, die EU rechnet mit Todesopfern. Wie berechtigt ist die Angst vor dem Virus?
Nein, wir müssen keine Angst haben, selbst wenn hier zum x-ten Male eine Diskussion über das Thema eröffnet wird.
5.
firefly 02.05.2009
Sie können sich ja gleich mal mit dem Papst zusammentun. Für den ist HIV auch kein Problem und alles nur Panik mache. Und Medikamente im Falle einer HIV-Infektion würde ich ihnen auch nicht empfehlen. Die wirken nämlich garnicht und dienen nur zum Geldschäffeln der Pharmaindustrie. /Ironie
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