Säugetier-Studie Urinieren dauert bei allen Arten ähnlich lang

Es gibt ein Gesetz des Pinkelns: Ob Elefant, Kuh, Ziege oder Katze - beim Urinieren sind sie alle gleich. Das Wasserlassen dauert bei allen rund 21 Sekunden, wie Forscher im Zoo Atlanta beobachtet haben.

Corbis

Berlin - Für schräge Forschungsthemen interessiert sich David Hu schon immer. Im Sommer 2012 untersuchte der Experte für Flüssigkeitsdynamik den Zusammenhang zwischen Körpermasse und der Frequenz, mit der sich beispielsweise nassgewordene Hunde trocken schütteln. Ergebnis: Es gibt tatsächlich eine Formel für die Schüttelfrequenz.

Nun hat Hu gemeinsam mit Kollegen vom Georgia Institute of Technology eine Arbeit über das Gesetz des Urinierens veröffentlicht. Egal ob Elefant, Pferd, Hund oder Katze - sie alle brauchen etwa 21 Sekunden, um ihre Blase zu entleeren. In einer Vorabversion hatten die Forscher ihre Studie bereits im Oktober bei arxiv.org hochgeladen - nun ist sie nach Prüfung durch Kollegen (Peer Review) im Fachblatt "Proceedings of the National Academy of Sciences" erschienen.

Hus Team hatte Säugetiere mit einem Körpergewicht über drei Kilogramm im Zoo Atlanta untersucht. Die Größe der Tiere und ihres Harntrakts spielte bei der Dauer des Wasserlassens zur Überraschung der Forscher überhaupt keine Rolle.

So sei die Blase eines Elefanten, die 18 Liter Urin fasst, 3600-mal größer als die einer Katze mit gerade mal fünf Milliliter Fassungsvermögen, schreiben die Forscher. Trotzdem benötigten beide besagte 21 Sekunden zum Urinieren - und das rund fünf- bis sechsmal am Tag, wie die Wissenschaftler durch Videoaufnahmen von insgesamt 16 verschiedenen Tieren belegen.

Den Grund dafür vermuten die Forscher unter anderem in der Länge der Harnröhren - und der Schwerkraft, die dadurch beim Entleeren der Blase wirkt. Nur Tiere, die mehr als drei Kilo wiegen, können einen Urinstrahl bilden, der zu Boden plätschert. Bei Leichtgewichten wie Nagern oder Fledermäusen reicht es nur zum Tröpfeln. Dass Säugetiere Urin speichern können, hat vermutlich nicht nur Hygienegründe. Ein dauerhafter Uringeruch könnte sie zur leichten Beute von Feinden machen.

Hässliches Entlein, schöner Schwan

hda/dpa



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