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Sahara: Forscher finden bizarre Urzeit-Krokodile

Sie erinnern an Wildschweine, Enten und gar an Pfannkuchen. Deshalb haben Paläontologen ihnen Namen wie "PancakeCroc" gegeben: ungewöhnliche Krokodile, deren fossile Überreste in der Sahara entdeckt wurden. Die eigentliche Sensation: drei der Arten waren bisher unbekannt.

Sahara: Urzeit-Krokos mit Stoßzähnen und Entenschnäbeln Fotos
AFP / Mike Hettwer / National Geographic

Washington - Der Fund in der Sahara ist spektakulär: Forscher haben die fossilen Überreste von insgesamt fünf Krokodilarten aus der Zeit der Dinosaurier entdeckt. Besonders überrascht waren sie angesichts der Tatsache, dass drei der Arten bisher nicht bekannt waren.

Jetzt stellt das Team um den Paläontologen Paul Sereno von der University of Chicago die fünf aufsehenerregenden Fossilien sowie eine verwandte sechste Art im US-Magazin "National Geographic" vor. So manches Urzeit-Krokodil mutet bizarr an - und sieht nicht gerade aus wie einer seiner modernen Nachfahren. Stoßzähne und Entenschnäbel schmücken die Tiere, so dass sie eher an Wildschweine oder Wasservögel erinnern.

Die Wissenschaftler hatten beim Anblick der prähistorischen Skelette aber auch Assoziationen mit Ratten, Hunde oder gar Pfannkuchen - und gaben den Krokodilen entsprechende Namen. "BoarCroc", "DockCroc", "RatCroc", "DogCroc" und "PancakeCroc" nannten sie die Reptilien, die bis zu sieben Meter lang werden konnten und vor etwa 100 Millionen Jahren auf dem Urkontinent Gondwana lebten.

Auf den sieben Meter langen, mit Stoßzähnen ausgerüsteten Fleischfresser Kaprosuchus saharicus ("BoarCroc") stieß das Team in Niger. Ebenso wie er war auch der nur einen Meter lange Pflanzen- und Wurmfresser Araripesuchus rattoides ("RatCroc") bisher unbekannt. Fossilien dieser Art fanden Sereno und Kollegen in Marokko.

Ein Schädel so flach wie ein Pfannkuchen

Laganosuchus thaumastos ("PancakeCroc") besticht besonders durch seine Schädelform: flach wie ein Pfannkuchen und einen Meter lang. Die Forscher entdeckten die Überreste des insgesamt sieben Meter langen, ungewöhnlichen Fischfressers erstmals in Niger und in Marokko. Kostbare Fossilien der bereits bekannten Urzeit-Krokodile Anatosuchus minor ("DuckCroc") und Araripesuchus wegeneri ("DogCroc") gruben sie in der Sandwüste Nigers aus.

Die modernen Verwandten dieser Millionen Jahre alten Krokodile leben heute noch in Madagaskar, Ägypten, Argentinien und anderen Ländern Südamerikas. Das heißt, sie blieben auf die Kontinente beschränkt, die aus Gondwana entstanden. Dass Krokodile nicht, wie Dinosaurier, vor etwa 60 Millionen ausstarben, liegt nach Meinung der Paläontologen an ihrer Fähigkeit, auf dem Land und unter Wasser zu leben.

Anders als heutige Krokodile hatten die Urzeit-Arten relativ hohe Beine direkt unter ihrem Körper - nicht seitwärts herausragend - und waren dadurch sehr schnell zu Fuß. Ihr kräftiger Schwanz wiederum befähigte sie, sich im nassen Element so leicht und schnell zu bewegen wie ein Fisch. "Ihr ursprüngliches Unterwassertalent mag der Schlüssel für das Verständnis dafür sein, warum sie sich so gut weiterentwickelten und die Ära der Dinosaurier überlebten", schreibt Sereno in "National Geographic".

cib/dpa

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