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Satellitenbild der Woche: Löcher im Regenwald

Es ist ein trauriger und gleichzeitig alarmierender Anblick. Satellitenbilder zeigen, wie in nur einem Jahr tausend Hektar Regenwald in Peru abgeholzt wurden. In der Region verschwindet jede Woche ein weiterer Quadratkilometer.

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Auf den ersten Blick erscheinen die Flecken winzig, tatsächlich aber messen sie tausend Hektar. So groß ist die Fläche, auf der innerhalb von nur knapp elf Monaten der Regenwald gerodet wurde. Die Bäume fielen den Holzfällern in der Region Loreto im nordöstlichen Teil von Peru zum Opfer. Satellitenbilder der Erdbeobachtungsstation der Nasa machen das Ausmaß der Zerstörung deutlich.

Die Vorher-Nachher-Ansicht zeigt, wie sich die Flächen in der Nähe der Stadt Tamshiyacu am Amazonas von einer fruchtbaren grünen Gegen in kahle braune Stellen verwandelte. Das erste Satellitenbild ist auf Anfang Oktober 2012 datiert, das zweite zeigt dasselbe Gebiet Ende August 2013.

Der direkte Vergleich wurde erst durch einen Zufall möglich, wie die Nasa in einer Mitteilung veröffentlicht: Der Wissenschaftler Clinton Jenkins von der North Carolina State University habe im Juli dieses Jahres von Kollegen aus Südamerika den Hinweis bekommen, dass in der Region Loreto der Regenwald abgeholzt wurde. Sogleich durchkämmte er die Satelliten-Datenbank auf der Suche nach Bildern, die den unbeschadeten und den zerstörten Wald zeigten. Schnell hatte er ein älteres Foto vom intakten Wald gefunden, die aktuellen Satellitenaufnahmen jedoch waren wegen starker Bewölkung unbrauchbar.

300.000 Tonnen Biomasse vernichtet

Die Forscher mussten also warten. Alle acht Tage flog ein Satellit über die Region hinweg, aber immer war der Himmel bewölkt. Dann endlich, Ende August, machte ein Nasa-Satellit die entscheidende Aufnahme. "Satelliten sind die einzige Möglichkeit, solche Gebiete zu beobachten", sagte Jenkins. Denn diese seien nicht nur sehr groß, sondern auch schwierig zu erreichen.

Jenkins errechnete mit seinen Kollegen, dass in der gesamten beobachteten Region jede Woche ein Quadratkilometer Tropenwald abgeholzt wird. Bis Anfang September seien es allein zehn Quadratkilometer in der Nähe von Tamshiyacu gewesen. Er kam außerdem zu dem Ergebnis, dass 300.000 Tonnen Biomasse entfernt und dabei 150.000 Tonnen Kohlenstoff in die Atmosphäre abgegeben wurden.

Eine der akuten Bedrohungen der Regenwälder im Amazonas-Gebiet sei die Abholzung, um Platz für Ölpalmen-Plantagen zu schaffen. "In den letzten Jahren haben die Ölpalmen vor allem in Malaysia und Indonesien weite Teile des ursprünglichen Waldes verdrängt", heißt es bei der Nasa.

kbl

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