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Satellitenbild der Woche: Arktis verliert ihr ältestes Eis

Die beunruhigenden Nachrichten aus der Arktis nehmen kein Ende: Laut einer neuen Studie geht ausgerechnet das älteste und dickste Meereis am schnellsten verloren. Ein Vergleich von Satellitenbildern zeigt den dramatischen Schwund.

Das Meereis in der der Arktis eilt von Minusrekord zu Minusrekord. Erst kürzlich haben Forscher berechnet, dass die weiße Pracht im hohen Norden 2010 vermutlich auf das kleinste Volumen zusammengeschmolzen ist, das je festgestellt wurde. Jetzt hat eine neue Studie ergeben, dass das älteste Eis der Arktis schneller schmilzt als jüngere Bestände - und die arktische Eiskappe dadurch noch verwundbarer wird, da das ältere Eis zugleich auch das dickste ist.

Wissenschaftler unterscheiden in der Arktis drei Sorten von Eis:

  • Junges, saisonales Eis, das im Winter entsteht und schnell wieder verschwindet,
  • beständiges Eis, das mindestens einen Sommer übersteht,
  • mehrjähriges Eis, das mindestens zwei Sommer lang existiert.

Josefino Comiso von der US-Weltraumbehörde Nasa hat nach eigenen Angaben nun herausgefunden, dass die Ozeanfläche, die komplett von beständigem Eis bedeckt ist, pro Jahrzehnt um 13,5 Prozent zurückgegangen sei. Die Wasserfläche, die von mehrjährigem Eis - also der ältesten Sorte - überzogen ist, sei aber im gleichen Zeitraum um 17,2 Prozent geschrumpft, schreibt Comisoim "Journal of Climate".

Das wird auch anhand von Daten des Nasa-Satelliten "Nimbus-7" deutlich: Er hat die Eisbedeckung vom 1. November 1979 bis 31. Januar 1980 und dann noch einmal im gleichen Drei-Monats-Zeitraum 32 Jahre später erfasst (siehe Bildvergleich oben).

"Das arktische Meereis wird immer dünner, weil es seine dickste Komponente rapide verliert", sagt Comiso. "Zugleich steigen die Oberflächentemperaturen in der Arktis, so dass die Saison der Eisentstehung immer kürzer wird." Nur eine längere Kälteperiode könnte das mehrjährige Eis wieder so dick werden lassen, dass es das Tauwetter im Sommer überstehen und den Trend umkehren könnte. Doch danach sieht es derzeit nicht aus.

mbe

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insgesamt 371 Beiträge
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1. verwunderlich
Medienkritiker 03.03.2012
Zitat von sysopNasaDie beunruhigenden Nachrichten aus der Arktis nehmen kein Ende: Laut einer neuen Studie geht ausgerechnet das älteste und dickste Meereis am schnellsten verloren. Ein Vergleich von Satellitenbildern zeigt den dramatischen Schwund. http://www.spiegel.de/wissenschaft/natur/0,1518,818922,00.html
erstaunlich was Nimbus 7 so leistet, vor allem da er seit 1994 abgeschaltet wurde...zudem hatte dieser Satellitit keine Möglichkeit die Meereis-Dicke zu bestimmen! hier werden wieder gern Äpfel mit Birnen verglichen. Die Behauptung, dass pro Jahrzehnt ein 17%iger Rückgang der Meereisbedeckung vorliegt ist einfach atemberaubend abeteuerlich;) In den letzten 30 Jahren sind rund 1,5 Millionen Ouadratkilometer weniger Eis in der Arktis zu verzeichnen...1980 waren es ca. 15,5 Millionen, heute sind es 14 Millionen - die Prozentrechnung erspare ich mir;) Die Grafik dient wohl ausschließlich der Angstmache total unkritischer Sektenanhänger der Klimagemeinde.
2.
M. Michaelis 03.03.2012
Warum werden normale Veränderungen in der Natur immer gleich mit Unheilschwangerem Unterton verkündet. Eis kommt und geht. Ich frage mich warum der Mensch sich damit so schwer tut und immer gleich in apokalyptische Ängste verfällt. Die Erde ist ein kein statisches Gebilde. Stetige Veränderung, mal schnell, mal langsam begleiten der Lauf der Zeiten. Entstehen und Vergehen bestimmen diese Veränderungen. Anpassung ist die einzige Strategie die hier hilft.
3. Sie hören den Ton den Sie hören wollen.
Stuhlbeinsäger 03.03.2012
Zitat von M. MichaelisWarum werden normale Veränderungen in der Natur immer gleich mit Unheilschwangerem Unterton verkündet. Eis kommt und geht. Ich frage mich warum der Mensch sich damit so schwer tut und immer gleich in apokalyptische Ängste verfällt. Die Erde ist ein kein statisches Gebilde. Stetige Veränderung, mal schnell, mal langsam begleiten der Lauf der Zeiten. Entstehen und Vergehen bestimmen diese Veränderungen. Anpassung ist die einzige Strategie die hier hilft.
Ich lese und lese und ich höre nicht einen einzigen Ton, weder einen fröhlichen noch einen unheilsschwangeren. Ich frage mich nur, wie alt einige dieser Klimawandelleugner noch werden wollen bis sie einsehen, dass es eine menschengemachte und viel zu schnelle Veränderung gibt. Vermutlich werden sie noch leugnen, wenn ihnen die bayerischen Gerölllawinen bis in den Vorgarten rollen. Der Mensch war immer schon sehr begabt darin Negatives auszublenden.
4. der klimawandel, Der Klimawandel, DER KLIMAWANDEL
RogerRabit1962 03.03.2012
Zitat von StuhlbeinsägerIch lese und lese und ich höre nicht einen einzigen Ton, weder einen fröhlichen noch einen unheilsschwangeren. Ich frage mich nur, wie alt einige dieser Klimawandelleugner noch werden wollen bis sie einsehen, dass es eine menschengemachte und viel zu schnelle Veränderung gibt. Vermutlich werden sie noch leugnen, wenn ihnen die bayerischen Gerölllawinen bis in den Vorgarten rollen. Der Mensch war immer schon sehr begabt darin Negatives auszublenden.
Es hat immerhin bis zum dritten Beitrag gedauert bis der Kampfbegriff des "Klimawandelleugners" ins Geschütz geladen und abgefeuert wurde. Also haben wir in Kürze wieder einen neuen Thread in dem dieselben Argumente der selben Personen ausgetauscht werden, ohne eine einzige neue Erkenntnis, ausser dass es in dem Thema nur um Glauben und nicht um Erkenntnisse geht. Schön finde ich in dem Zusammenhang, dass wir Deutschen in Bezug auf die Weltbevölkerung und den Energieverbrauch so untergeordnet sind, dass - selbst wenn wir ALLE aus kollektiver Angst vor dem Klimawandel sofort Selbsmord begehen würden - das Wachstum der Weltbevölkerung das in weniger als einem Jahr ausgeglichen hätte. Weltbevölkerung (http://de.wikipedia.org/wiki/Weltbev%C3%B6lkerung)
5.
CaputUrama 03.03.2012
Zitat von sysopNasaDie beunruhigenden Nachrichten aus der Arktis nehmen kein Ende: Laut einer neuen Studie geht ausgerechnet das älteste und dickste Meereis am schnellsten verloren. Ein Vergleich von Satellitenbildern zeigt den dramatischen Schwund. http://www.spiegel.de/wissenschaft/natur/0,1518,818922,00.html
Ich habe mich gefragt, ob denn die Ostsee bis an die nördlichste Stelle zu 99% eisfrei sei dieses Jahr, wie es die interaktiven Grafik gezeigt. Herr Google hat mich auf den BSIS - Baltic Sea Ice Service gebracht. Dort habe ich mir den deutschen Eisreport, leider nur vom Winter 2010/2011, kurz durchgeschaut. Publications of the Ice Service (http://www.bsh.de/en/Marine_data/Observations/Ice/Publications.jsp) http://www.bsh.de/en/Marine_data/Observations/Ice/Ice_Season_201011.pdf Als Laie würde ich sagen, dass die Ostsee wenigstens zu 2/3 mit den verschiedensten Eissorten bedeckt war. Der aktuelle Winter ist vermutlich nicht sehr viel anders. Bleibt der Report der Fachleute abzuwarten. Es würde mich wundern, dass die letzte Kältewelle nicht im Eis dort zusätzlich ihre Spuren hinterlassen hat. Gibt es Rügener oder andere Leser aus MeckPom, die Eis gesehen haben? Wo kann man denn die erstaunlichen Fakten über den Nimbus-7 nachlesen, die Medienkritiker anführt? Gibt's da 'nen Link zu Fachleuten?
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