Satellitenbild der Woche: Bugwellen am Himmel

Erstaunliche Bewölkung über dem Pazifik: Zwei V-Formen auf einem aktuellen Satellitenbild wirken, als würden Schiffe durch die Wolken pflügen. Und tatsächlich sind Wellen an dem Phänomen schuld.

Wolken über dem Ostpazifik: Gebrochene Luftmassen Zur Großansicht
NASA/ MODIS

Wolken über dem Ostpazifik: Gebrochene Luftmassen

Der Himmel wirkt wie aufgepeitschte See, Wolken erscheinen wie gekräuselte Gischt. Ein neues Satellitenbild des Nasa-Satelliten "Aqua" vom Himmel über dem Ostpazifik zeigt eine eindrucksvolle Bewölkung: Zwei V-förmige Wolkenlücken sind zu sehen. Sie wirken auf der Aufnahme des Modis-Spektrometers wie die Bugwellen von Schiffen.

Tatsächlich sind Wellen die Ursachen der ungewöhnlichen Formationen: Zwei Berge, die von Inseln im Pazifik vor Chile in die Wolken ragen, versetzen die Luft in Schwingung. Sie wirken wie Felsen in der Brandung. Wolken werden zunächst nach oben abgelenkt, strömen aber dann mit der Luftwelle abwärts. Dabei gelangen die Wolken in wärmere Gefilde, so dass sie sich auflösen - denn warme Luft kann mehr Feuchtigkeit speichern, Wolkendunst wird von ihr aufgesogen.

Nachdem die Luft über die Berge geströmt ist, gelangt sie in flachere Gefilde - und ist deshalb wolkenfrei. Hinter den Gipfeln formieren sich Wolkenlücken, sie bilden ein V, entsprechend der Form der Berggipfel: Entlang des Bergscheitels bleibt es bewölkt, während sich über den Flanken, wo die Luft abwärts strömt, die Wolken auflösen.

Spur in den Himmel gemalt

Das Foto entstand beim Überflug der Pazifikinseln Robinson Crusoe und Alejandro Selkirk, beide wurden nach Seefahrern benannt. Die höchste Erhebung auf Robinson Crusoe ragt knapp tausend Meter in die Höhe, sie erzeugte die Wolkenspur rechts im Bild. Der höchste Berg auf der Insel Alejandro Selkirk ist sogar gut 1300 Meter hoch, er malte die linke Spur in den Himmel.

Erst kürzlich hatte ein anderer Satellit ähnlich spektakuläre Bewölkungsmuster zur Erde gefunkt: Der Satelliten "Envisat" der Europäischen Raumfahrtbehörde Esa hielt eine sogenannte Kármánsche Wirbelstraße über den Kanaren im Bild fest. Auch in dem Fall hatten hohe Berge die eindrucksvollen Formationen entstehen lassen. Der Kontakt von Himmel und Erde erzeugt wahre Kunstwerke der Natur, wenn die Luft in Schwingung gerät.

boj

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insgesamt 8 Beiträge
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1. Robinson Crusoe
S.Albrecht 21.05.2011
...ist doch kein Seefahrer, sondern eine Romanfigur... Na gut, und als solche wiederum ein Seefahrer. Aber im Text klingt es, als seien beide reale Personen. Das Wolkenbild sieht schon beeindruckend aus (um auch was zum eigentlichen Thema zu sagen ;-) )
2. Literatur und Geschichte mangelhaft?
Hugh 21.05.2011
---Zitat--- S.Albrecht: {Robinson Crusoe*} ...ist doch kein Seefahrer, sondern eine Romanfigur... Na gut, und als solche wiederum ein Seefahrer. Aber im Text klingt es, als seien beide reale Personen. (...) ---Zitatende--- und Alexander Selkirk war das realen Vorbild für die Romanfigur Robinson Crusoe Aber wieder was dazu gelernt. Ich wusste gar nicht, dass Chile sich bei der Namensgebung von Inseln literarische Scherze erlaubt. *zum besseren Verständnis von mir eingefügt
3. Taupunkt?
NeugierX 21.05.2011
Das meine ich auch als horizontal verursachtes Phänomen zu beobachten, wenn ich in der Wand eines Berges hänge und die Sicht entsprechend der schwingenden Luftdrücke innerhalb von Sekunden an und aus geht. Es ist, als sei die Atmosphäre eine LCD- Anzeige, wenn der Berg eine somit flackernde Fahne zieht. Der Autor hätte noch mit dem Begriff "Taupunkt" nachlegen können, aber der Unterhaltungswert passt schon.
4. Unfug
Zitrone! 21.05.2011
Aus dem Artikel: "Hinter den Gipfeln formieren sich Wolkenlücken, sie bilden ein V, entsprechend der Form der Berggipfel..." Also, das glaube ich nicht. Oder folgen auch die Bugwellen der Form des Schiffsrumpfs? Eine Erklärung a la "Machscher Kegel" wäre wesentlich plausibler.
5. Wellen und Wolken
S.Albrecht 21.05.2011
Zitat von Zitrone!Aus dem Artikel: "Hinter den Gipfeln formieren sich Wolkenlücken, sie bilden ein V, entsprechend der Form der Berggipfel..." Also, das glaube ich nicht. Oder folgen auch die Bugwellen der Form des Schiffsrumpfs? Eine Erklärung a la "Machscher Kegel" wäre wesentlich plausibler.
Interessant jedenfalls, wie sehr sich die Dynamik von Luft und Wasser ähnelt. Kennt jemand noch den Film "Kooyanisquatsi" (irgendwann aus den 80ern)? Eine der beeindruckendsten Szenen, an die ich mich immer noch gut erinnere, war ein Zusammenschnitt von Wellen, die an ein felsiges Ufer branden, und Wolken, im Zeitraffer gefilmt, die gegen ein Bergmassiv "prallen". Mit dem Zeitraffereffekt sah die Bewegung der Wolken genauso aus wie die der Wellen.
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