Die Katastrophe blieb von der Weltöffentlichkeit weitgehend unbemerkt. Am 4. Januar stürzten Erdmassen im Norden Pakistans ins Hunza-Tal. Sie zerstörten ein Dorf, 20 Menschen starben. Erst nach Wochen wurde das Ausmaß der Katastrophe deutlich: Die Erdmassen haben den Hunza-Fluss aufgestaut. An den Ufern stieg der Pegel um mehr als einen Meter pro Tag. Schließlich entstand ein See, der mehrere Dörfer überschwemmte. 1500 Menschen mussten ihre Häuser verlassen. Auch der Karakorum Highway, ein Hauptverkehrsweg, versank auf fünf Kilometern Länge in den Fluten.
Nun zeigt ein Satellitenfoto der Nasa den Schauplatz der Katastrophe. Eine dunkle Gesteinslawine bedeckt den Fluss im Norden. Aus dem schmalen Strom ist ein länglicher See geworden; der Highway ist nicht zu sehen. Auch die Brücke, die das Tal überspannt, ist in den Fluten verschwunden.
Damit ist der Weg zwischen den Ortschaften Shishkat und Gulmit unterbrochen - und das bereits seit Wochen. Über die Brücke führt unter anderem die einzige Straße aus der Region ins benachbarte China. Der See hat Tausende Menschen von der Außenwelt abgeschnitten.
Inzwischen versuchen Ingenieure und Soldaten, Löcher in den Erdrutsch zu bohren, um den See kontrolliert ablaufen zu lassen. Doch die Größe der Rutschung macht das Vorhaben zu einer Aufgabe, die Wochen in Anspruch nimmt.
Längst droht eine weitere Katastrophe: Staut sich zu viel Wasser auf, droht der natürliche Damm zu brechen - eine Flutwelle würde zu Tal stürzen. Auf diese Weise könnten Dörfer und Städte noch Hunderte Kilometer stromabwärts überflutet werden.
boj
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