Satellitenbild der Woche Gefräßige Sandwalze

Ein Naturwunder an der südfranzösischen Atlantikküste wird zur Bedrohung für Ortschaften. Die größte Wanderdüne Europas kommt flott voran, nur mit einigen Tricks konnte sie bislang von Häusern abgedrängt werden.

Bucht von Arcachon an der südfranzösischen Atlantikküste: Die Dune du Pilat ist als Rechteck in der Mitte des Bildes zu erkennen
JAXA/ ESA

Bucht von Arcachon an der südfranzösischen Atlantikküste: Die Dune du Pilat ist als Rechteck in der Mitte des Bildes zu erkennen


Die größte Wanderdüne Europas, die Dune du Pilat, frisst sich durch den Wald nach Osten. Bis zu fünf Meter pro Jahr kommt der 110 Meter hohe Sandwall an der südfranzösischen Atlantikküste bei Arcachon voran, auf knapp drei Kilometern Breite begräbt er immer mehr Kiefern unter sich.

Fast wären erste Häuser im Sand verschwunden. Als Notmaßnahme hatten die Bewohner am Nordrand der Düne Ende der neunziger Jahre Ginster gepflanzt, Zäune gebaut und mit Baggern den Sand beschnitten. Und tatsächlich: Die Düne wurde aufgehalten, sie wurde nach Osten abgedrängt.

Die Dune du Pilat
AFP

Die Dune du Pilat

Ein Satellitenbild des japanischen "Alos"-Satelliten, das nun von der europäischen Raumfahrtagentur Esa veröffentlicht wurde, zeigt die aktuelle Ausdehnung des sandigen Naturwunders: Es bedeckt ein Gebiet von 135 Hektar, also von etwa 200 Fußballfeldern. Erst knapp vor der nördlich angrenzenden Gemeinde ist die Düne stehen geblieben. Nach Süden hingegen hat sie ihre Wanderung fortgesetzt: Dort verschlang sie Zäune, die den Sand eigentlich stoppen sollten.

Mehr als eine Million Touristen kraxeln pro Jahr auf die Sandsensation, die seit 1978 unter Naturschutz steht. Ihr Nachschub stammt von den Sandbänken vor der Küste, wo starke Gezeitenströmung große Mengen Sediment anlandet.

boj

Mehr zum Thema


© SPIEGEL ONLINE 2013
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung der SPIEGELnet GmbH


Die Homepage wurde aktualisiert. Jetzt aufrufen.
Hinweis nicht mehr anzeigen.