Satellitenbild der Woche Europa, eisgekühlt

Frostig blau erscheint Europa auf einer von der US-Weltraumbehörde Nasa veröffentlichten Karte. Satellitendaten offenbaren, wie stark die Temperaturen Ende Januar und Anfang Februar gefallen sind.

Europa Ende Januar: In blau markierten Regionen lag die Temperatur bis zu 15 Grad unter der Durchschnittstemperatur im gleichen Zeitraum in den vergangenen zehn Jahren
NASA/ LPDAAC

Europa Ende Januar: In blau markierten Regionen lag die Temperatur bis zu 15 Grad unter der Durchschnittstemperatur im gleichen Zeitraum in den vergangenen zehn Jahren


Zweistellige Minusgrade in weiten Teilen Europas: Seit Ende Januar ist es nicht nur in Deutschland ungewöhnlich kalt. In Italien, an der kroatischen Küste in der Ukraine und weiteren Staaten tobten Schneestürme. Dicke Eisschollen legten auf der Donau in Bulgarien die Schifffahrt lahm. Sogar in Nordafrika hatten die Menschen mit der extremen Kältewelle zu kämpfen. Mehrere hundert Menschen starben in Europa wegen der Kälte, die meisten unter ihnen in Russland, der Ukraine, Polen, Rumänien und Serbien.

Eine auf Daten des Nasa-Satelliten "Terra" basierende Karte zeigt, wie stark die Temperaturen in Europa zwischen dem 25. Januar und 1. Februar vom langjährigen Durchschnitt abgewichen sind. Das "Moderate Resolution Imaging Spectroradiometer" (Modis) an Bord des Satelliten hat die Oberflächentemperaturen gemessen.

Große Teile des Kontinents sind auf der Karte blau gefärbt: Die Farbe steht dafür, dass die Temperaturen bis zu 15 Grad unter dem Wochen-Mittelwert von 2001 bis 2011 lagen. Je ausgeprägter das Blau, desto stärker der Temperaturunterschied. In orange bis rot gefärbten Regionen war es dagegen wärmer - Spanien etwa hatte nicht mit extremer Kälte zu kämpfen. In weißen Bereichen traf die Temperatur den Durchschnittswert. Meere und Seen sind grau dargestellt. Vielerorts hat das Wetter erstaunliche Muster in die Landschaft gezaubert.

Extrem kalter Monatsbeginn

Laut dem Deutschen Wetterdienst waren die ersten sieben Februartage in Deutschland 11,5 Grad kälter als das langjährige Mittel. Es hänge vom Rest des Monats ab, ob auch der ganze Winter unter dem Strich etwas zu kalt ausfällt. Nach den zu warmen Monaten Dezember und Januar liege der Durchschnittswert inklusive des frostigen Februar-Beginns immer noch ein knappes Grad im Plus. Und die größte Kälte ist wohl hierzulande vorbei.

In Deutschland sollen die Temperaturen in den kommenden Tagen etwas steigen, weil sich das Hoch "Dieter" verabschiedet. Wenn sich die Luftströmung dreht, wird es etwas wärmer und schneit. Im Osten und Südosten Europas wird es den Vorhersagen zufolge noch weiter eisig bleiben. Und auch in Deutschland gibt es keine Winterentwarnung: Nach dem Wetterumschwung ist mit glatten Straßen zu rechnen.

wbr/dpa



© SPIEGEL ONLINE 2012
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung


TOP
Die Homepage wurde aktualisiert. Jetzt aufrufen.
Hinweis nicht mehr anzeigen.