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Satellitenbild der Woche: Farbspiele im Salzbecken

Im Osten Kaliforniens liegt der Owens Lake: Einst ein fruchtbares Biotop, heute ein fast vollkommen vertrockneter Salztümpel. Doch urtümliche Lebewesen gedeihen in der lebensfeindlichen Umgebung - und sind sogar vom All aus zu sehen.

Owens Lake in Kalifornien: Salzliebende Mikroorganismen bevölkern das Gebiet Zur Großansicht
NASA

Owens Lake in Kalifornien: Salzliebende Mikroorganismen bevölkern das Gebiet

Einst war der Owens Lake ein fruchtbares Biotop. Der ostkalifornische See bot zahlreichen Vögeln eine Heimat und diente ihren ziehenden Artgenossen als Zwischenstopp. Über viele Jahrtausende bildete er sogar mit dem Searles und China Lake ein Seen-Trio.

Heute allerdings würden Enten beim Owens Lake zwischen der Sierra Nevada und den Inyo Mountains eher staubige Füße bekommen: Der Durst einer gut 260 Kilometer entfernten Metropole hat den See größtenteils trockengelegt. Seit den zwanziger Jahren speist der Owens River nicht mehr den See, da sein Wasser über ein Aquädukt nach Los Angeles fließt.

Nachdem der See ausgetrocknet war, wirbelten regelmäßig größere Mengen Staub vom ehemaligen Gewässergrund auf. Die Bewohner des an der Ostseite des Sees gelegenen Ortes Keeler bezeichneten die typisch werdenden Staubwinde als "Keeler Nebel". Heute ist die Ortschaft weitgehend verlassen. Sie ist auf dem Foto (nur in der Großansicht) oberhalb des Owens Lake zu sehen. Die von der US-Weltraumbehörde Nasa veröffentlichte Aufnahme wurde von Bord der Internationalen Raumstation ISS aus aufgenommen.

An einigen Stellen konnte sich im Becken des ehemaligen Sees Flüssigkeit halten, es stammt aus Grundwasservorkommen, Sickerwasser und kleineren Quellen. Zudem wird inzwischen, um die vom See aufgewirbelten Staubmassen zu reduzieren, wieder ein Teil des Wassers vom Owens River Richtung See geleitet.

Doch in dem Becken steht nicht mehr Süßwasser, die Flüssigkeit ist salzig. Von dieser Veränderung profitieren bestimmte Mikroorganismen: Die sogenannten Archaeen sind auf sehr salzhaltige Umgebungen spezialisiert. Die konzentrierten Vorkommen dieser urtümlichen Kleinstlebewesen sind sogar aus dem Erdorbit zu erkennen, da sie Bereiche des ausgetrockneten Sees tiefrot färben. Die grauen und weißen Bereiche daneben sind Salzkrusten und Sedimente.

Etwas entfernter vom Owens Lake befinden sich noch bewohnte Ort - Olancha und Lone Pine. Aus dem Weltraum stechen diese Siedlungen als grüne Flecken in der sonst so trockenen Region hervor.

wbr

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