Satellitenbild der Woche Kosmischer Blick auf die Mondfinsternis

Es war eine besondere Nacht für alle Astronomen und Sternengucker: Blutrot stand der Mond am frühen Morgen des 21. Februar am Nachthimmel. Jetzt zeigen Satellitenbilder, wie das Spektakel der totalen Mondfinsternis aus dem Weltall aussah.


Bei mehreren Flügen um die Erde hat der US-Wettersatellit "F16" den Verlauf der Mondfinsternis festgehalten - und zwar indirekt: Er registrierte das Mondlicht, das von Wolken in der Atmosphäre reflektiert wurde. Bei der ersten Aufnahme (rechts im Bild) war der Mond noch nicht in den Schatten der Erde eingetreten. Die Wolken über dem Atlantischen Ozean und der Ostküste Nord- und Südamerikas waren hell erleuchtet.

Totale Mondfinsternis aus dem Weltall: Ein Satellit der US-Armee machte den Anblick möglich
NASA

Totale Mondfinsternis aus dem Weltall: Ein Satellit der US-Armee machte den Anblick möglich

Um 2.43 Uhr deutscher Zeit begann dann die Finsternis, als der Mond in den Schatten der Erde wanderte. Der Satellit war da auf seiner Bahn gerade über dem Zentrum der USA angekommen. Da der Mond nur teilweise verfinstert war, leuchteten die Wolken noch in dämmrigen Licht. In der wachsenden Dunkelheit traten aber schon die Lichter der amerikanischen Städte auf dem Satellitenbild grell hervor.

Die totale Mondfinsternis startete um 4 Uhr deutscher Zeit: Der Erdtrabant tauchte vollständig in den Schatten der Erde ein. Alle Sternengucker sahen eine rötlich leuchtende Kugel am Nachthimmel, da nur noch langwellige Lichtanteile durch die Erdatmosphäre gelangten.

Um 4.29 Uhr lieferte "F16" den kosmischen Blick auf die totale Verfinsterung über dem Erdtrabanten: Eine schwarze Sichel hatte sich über den Westen der USA gelegt. Ohne reflektiertes Licht vom Mond verschwanden die Wolken vollständig vom Satellitenbild - nur die Lichter der Städte schienen wie Glühwürmchen in der totalen Finsternis zu tanzen.

Das Schauspiel endete um 6.09 Uhr, als der Mond wieder aus dem Erdschatten trat. Der Satellit kreiste da gerade über dem Pazifischen Ozean - und die Wolken leuchteten wieder im strahlenden Licht des Vollmondes. Es wird eine Weile dauern, ehe das Naturphänomen wieder zu beobachten ist: Die nächste totale Mondfinsternis findet am 21. Dezember 2010 statt.

ama



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