Satellitenbild der Woche: Wolkenglut über dem Eisbecken

Das Foxe-Becken im Norden Kanadas ist einsam, eisig und eine Schönheit der Natur. Ein aktuelles Satellitenbild zeigt, wie die tief stehende Dezembersonne die Wolken über der arktischen Eislandschaft rot leuchten lässt.

Foxe-Becken: Fast ganzjährig von Eis bedeckt Zur Großansicht
ESA

Foxe-Becken: Fast ganzjährig von Eis bedeckt

Nahezu das gesamte Jahr über ist das Foxe-Becken mit Eis bedeckt. An der weitesten Stelle erstreckt es sich über eine Länge von rund 500 Kilometern. Im Norden ist das Eis dominant und ist mit den Küsten verbunden. Die südlicheren Gewässer sind dagegen von zahlreichen Eisschollen bedeckt.

Benannt ist das Becken im nordkanadischen Nunavut-Territorium nach dem Abenteurer Luke Foxe. Der hatte eigentlich nach der Nordwest-Passage gesucht - einer Route durch den Arktischen Ozean, vorbei an Nordamerika bis in den Pazifik. Der Brite war nur einer von vielen Seefahrern, die das versuchten. 1631 gab er schließlich auf, in dem Glauben, dass es keine Durchfahrt durch das Inselgewirr des Nordpolarmeers gebe. Doch er irrte. 1903 sollte dem Norweger Roald Amundsen die Entdeckung endlich gelingen.

Das Foxe-Becken ist eine fast kreisförmige Ausbuchtung der Hudson Bay und beherbergt einige gewaltige Inseln. Die Baffininsel etwa - die große runde Masse unterhalb der Bildmitte - ist die fünftgrößte Insel der Welt. Begrenzt wird das Foxe-Becken im Westen von der Melville-Halbinsel und im Süden von der Southampton-Insel. Im Nordwesten ist es durch die Fury-und-Hecla-Straße mit dem Golf von Boothia verbunden.

Das mit Wassertiefen von nur 100 bis 400 Metern sehr flache Becken gilt als eine der artenreichsten Gegenden der Kanadischen Arktis. Nicht nur große Seehund-Kolonien leben dort, sondern auch die größten Walrossherde Kanadas.

Der rechte Abschnitt des Bildes, das der Esa-Satellit Envisat am 2. Dezember mit seinem Advanced Along Track Scanning Radiometer (AATSR) aufgenommen hat, erscheint stark verdunkelt. Das liegt daran, dass die Sonne Anfang Dezember in diesen Regionen auch tagsüber besonders tief steht. Sie lässt die Wolken rötlich schimmern.

cib

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