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Satellitenbild der Woche: Sandwind über dem Mittelmeer

Sandwind über dem Mittelmeer: Im Osten lugt die Insel Zypern hervor, nördlich liegt die Türkei, im Süden Ägypten. Zur Großansicht
NASA/ Courtesy Jeff Schmaltz, LANCE/EOSDIS MODIS Rapid Response Team at NASA GSFC

Sandwind über dem Mittelmeer: Im Osten lugt die Insel Zypern hervor, nördlich liegt die Türkei, im Süden Ägypten.

Flugzeuge blieben am Boden, Menschen suchten Schutz: Eine mächtige Sandwolke aus der Sahara wälzte sich diese Woche übers Mittelmeer. Es war nicht das einzige Unwetter in der Region.

Hamburg - Der Wind drehte auf Süd, strich über die Sahara und wirbelte unzählige Sandkörnchen auf. Anfang der Woche wehte ein Staubsturm über Ägypten, dann übers Mittelmeer. Flugzeuge mussten am Boden bleiben; in angrenzenden Ländern wie Zypern und Israel wurden Bewohner gemahnt, im Haus zu bleiben. Ein Foto des Nasa-Satelliten "Terra" zeigt das Naturereignis.

Sahara-Stürme beeinträchtigen das Leben mitunter erheblich: Dunkle Wolken legen sich über die Landschaft, so dass selbst der Blick zur anderen Straßenseite verdeckt ist. Menschen husten, wenn sie die Partikel einatmen. Die Körnchen aus der Wüste sammeln sich in Ritzen von Autos, Häusern oder Möbeln.

In Afrika schützen sich Siedlungen mit hohen Mauern gegen Staubwinde. Gewächse werden gepflanzt, um den Sand abzufangen und den Boden zu festigen. Doch gegen die großen Walzen aus der Wüste sind die Bewohner wehrlos.

Der Sand hat aber auch positive Effekte: Seine Minerale machen den Boden fruchtbar. Wer auf den Mittelmeerinseln in die Erde gräbt, schaufelt jede Menge Wüstensand hervor. Er düngt auch das Meer, Eisenpartikel lassen Algen sprießen.

Blutregen in Deutschland

Durchschnittlich neunmal im Jahr weht Sahara-Sand bis nach Deutschland, zuletzt erreichte ein Ausläufer Mitte Februar Bayern. Der Himmel färbt sich in solchen Tagen milchig; knallrote Sonnenuntergänge sind zu sehen. Mancherorts fällt sogenannter Blutregen, er hinterlässt einen Staubfilm, der auf Autodächern rotbraun schimmert.

Den Mittelmeerländern machte diese Woche weiteres Unwetter zu schaffen. Im Westen der Region, in Italien und Frankreich sorgte nicht Trockenheit für Probleme, sondern Feuchtigkeit: Ein Sturmtief brachte heftige Niederschläge. Auf Korsika etwa fielen am Dienstag bei Windböen von knapp 120 km/h mancherorts 40 Liter Regen pro Quadratmeter, das entspricht fast dem monatlichen Niederschlag einiger deutscher Orte.

Mittlerweile aber drängt Hochdruck das Tief über dem Mittelmeer nach Osten, das Wetter beruhigt sich. Wetterdienste sagen für die Region ausgiebig Sonne bei 15 bis 20 Grad vorher. Warme Frühlingstage also sind dort zu erwarten, quasi als Entschädigung für das turbulente Wetter dieser Woche.

boj

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insgesamt 3 Beiträge
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1. Das kommt vom Abholzen der Wälder... Schluss damit!
also_wirklich 08.03.2014
insbesondere der Regenwälder, die als Staubspeicher für die Sahara fungieren. Immer fett "Bio"Sprit aus Regenwaldfläche tanken und überall das Palmöl essen in den Nahrungsmitteln sich aber wundern über Sandstürme nach oder während der Vernichtung der Regenwälder !!!!!! Nein, so bitte nicht. Zeit, dass endlich der Aggro - Sprit aus den Flugzeugen und Autos verschwindet und wir palmölfreies Essen garantiert bekommen! Kein Tod des Genpools und Staubspeichers in den Regenwäldern Afrikas und Lateinamerikas für billigere Schokoriegel!
2. @also-wirklich
motzbrocken 08.03.2014
Hallo, geschätzter Mitforist, absolut richtig das mit dem Palmöl. Was sich mir nich erschliesst, ist was der Saharastaub mit dem Regenwald zu tun hat. Zwischen der Sahara und Europa gibt es diverses. Alpen, Ebenen, ja auch Wälder. Aber Dschungel? Aber nochmals, das mit dem Palmöl und dem generellen Umgang mit der Natur ist absolut richtig. Aber die ganze Ernährungsdebatte, all die Freihandelsabkommen, der Umweltschutz (Kioto Protokoll) wird dem schnöden Mammon geopfert. Schade eigentlich aber der Mensch hat nun mal die Intelligenz nicht, seine lebenswichtige Umwelt zu schonen. Umso schöner ist es doch zu sehen, wie machtlos der Mensch doch ist, wenn die Natur es will. Sandstürme sind nur ein Beispiel. Erfreuen wur uns doch an dieser wunderschönen Aufnahme dieser Sandwolke. Und werden für einen Moment der Natur gegenüber demütig. Sie ist einfach nur schön und herrlich. In diesem Sinne geniessen Sie die Natur in Ihrer Nähe. Schönes Wochenende
3. @motzbrocken
druck_im_topf 08.03.2014
Der häufigst genannte Regenwald, der durch Saharastaub gedüngt wird, ist der des Amazonasgebietes. Man hat aber auch durchaus Grund zur Vermutung, daß auch woanders der Staub seine Düngekraft nicht verliert. Liebe Grüsse aus einer Löss-Gegend (Löss wird übrigens auch durch Wind herangeweht).
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