Satellitenbilder: So dreht die Erde in den Herbst
Unser Planet steht am Übergang zu einer neuen Jahreszeit: Am Samstag um 16:49 Uhr beginnt der Herbst, für kurze Zeit werden beide Halbkugeln gleichermaßen von der Sonne beschienen. Satellitenbilder zeigen in neuer Qualität, warum es in Europa nun windig, wolkig und kühl wird.
Hamburg - Auf ihrem Weg um die Sonne erreicht die Erde am Samstag um 16:49 Uhr deutscher Zeit eine entscheidende Position: den Herbstpunkt, wenn Tag und Nacht gleich lang sind. Von da an werden die Tage auf der Nordhalbkugel kürzer als die Nächte.
Satellitenbilder, die mit einem neuen Verfahren gefertigt wurden, zeigen die entscheidenden Momente. Die Erde schwebt schief, die Achse des Planeten ist stets geneigt bei ihrem ein Jahr währenden Umlauf um die Sonne. Ein halbes Jahr, im Nord-Sommer, trifft mehr Sonnenlicht die Nordhalbkugel. Die Strahlen scheinen dann unentwegt von oben auf diese Region, am Nordpol geht die Sonne im Sommer nicht unter.
Am 22. oder 23. September aber - der Zeitpunkt wechselt - ändert sich die Situation: Für einen Moment werden beide Halbkugeln gleichermaßen beschienen. Die Erdachse steht dabei immer noch genauso schief wie zuvor, aber nun seitlich zur Sonne, so dass keine Hemisphäre von ihren Strahlen bevorzugt wird. Dann beginnt der Herbst. Ab Samstag, 16:49 Uhr, schiebt sich die Südhalbkugel immer weiter in die Sonne.
Wind, Wolken und Wasser
Der Norden kühlt ab. Kühle Luft kann weniger Feuchtigkeit halten, Wasserteilchen verbinden sich, es entstehen vermehrt Nebel und Wolken. Zugleich vergrößert die Kälte die Temperaturunterschiede, die wiederum Winde anfachen - Herbststürme stehen bevor.
Satellitenansichten, die der Umweltphysiker Maximilian Reuter von der Universität Bremen und seine Kollegin Susanne Pfeifer vom Climate Service Center in Hamburg produziert haben, zeigen den Lauf der Erde durch die Jahreszeiten - und sie erlauben einen unvergleichlichen Blick auf den Planeten: "Wir haben ein neues Verfahren entwickelt, das die Farben der Erde besser herausbringt", sagt Reuter.
Totalaufnahmen zeigen die Erde normalerweise in Falschfarben. Ihre Methode, die die Forscher jüngst im Fachblatt "Remote Sensing" publiziert haben, erlaube es aber nun, die tatsächlichen Farben von Wolken, Landschaften und Meer genauer zu berechnen, berichtet Reuter. Zudem würde der Blauschimmer der Luft herausgenommen. Der Planet erscheint in ganzer Pracht (hier geht es zur Fotostrecke).
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- Freitag, 21.09.2012 – 16:20 Uhr
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