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Schadstoffe in Fischen: Salz aus Meerwasser verhindert Quecksilber-Abbau

Fette Raubfische und Zuchtfische können giftiges Quecksilber enthalten. Forscher haben jetzt herausgefunden, warum Meerestiere mehr mit dem Schadstoff belastet sind als Süßwasserfische. Schuld ist offenbar eine besonders hartnäckige Verbindung mit dem Meersalz.

Heringe: Meerestiere können mit giftigem Quecksilber belastet sein. Zur Großansicht
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Heringe: Meerestiere können mit giftigem Quecksilber belastet sein.

Fisch ist aus vielen Gründen gesund - man denke nicht nur an das lebenswichtige Element Jod sowie an die vielen mehrfach ungesättigten Fettsäuren - und sollte mindestens ein bis zwei mal in der Woche auf dem Speiseplan stehen. Das empfiehlt die Deutsche Gesellschaft für Ernährung. Doch immer wieder gerät der Fisch auch in Verruf. Stichwort: Dioxine, aber auch Quecksilber.

Erst Ende vergangenen Jahres meldete das norwegische Institut für Wasserforschung Niva im Auftrag des staatlichen Umweltamtes, dass der Quecksilbergehalt von Süßwasserfischen in Südostnorwegen seit 1991 um 60 Prozent gestiegen sei. Besonders giftig ist eine spezielle Quecksilberverbindung, das Methylquecksilber. Allgemein sind die Konzentrationen des Quecksilbers im Süßwasser weitaus höher. Doch weil Meerestiere stärker mit Methylquecksilber belastet sind als Süßwasserfische, stellt der Verzehr von Tieren wie etwa Thunfisch, Makrele oder Heilbutt ein größeres Gesundheitsrisiko dar.

Die Wissenschaftler um Heileen Hsu-Kim fanden jetzt heraus, aus welchem Grund das Methylquecksilber in Süßwasser besser abgebaut werden kann als in Salzwasser. Schuld daran ist offenbar das Salz: Im Süßwasser werden durch Sonneneinstrahlung hochreaktive Sauerstoffverbindungen aktiviert, die alle Arten von chemischen Verbindungen aufbrechen können. In diesem photochemischen Prozess werde das Methylquecksilber in weitaus weniger giftige Bestandteile zerlegt, berichten die Forscher im Fachmagazin "Nature Geoscience". Besonders leicht wird die zersetzende Reaktion ausgelöst, wenn sich das Methylquecksilber an organische Substanzen wie pflanzliche oder tierische Rückstände anlagert, die in Seen und Flüssen häufig zu finden sind.

Einlagerung in den Organen

In den Ozeanen sieht es anders aus. Da das Quecksilber im Meereswasser fest mit dem Salz verbunden ist, können die Molekülverbindungen nur schwer mit Hilfe des Sonnenlichts auseinandergebrochen werden. Daher wird es von vielen Meeresbewohnern aufgenommen und gelangt so in die Nahrungskette. Fische und Schalentiere lagern das Methylquecksilber in ihren Organen ein. Die Meeresbewohner sind daher die Hauptquelle für vom Menschen mit der Nahrung aufgenommenes Quecksilber.

Für die Belastung mit Quecksilber gibt es zwei Ursachen, eine natürliche und eine menschengemachte. Das giftige chemische Element wird vor allem durch Kohleverbrennung, die Produktion von Chlor, Zementwerke oder die Gewinnung von Gold freigesetzt. Als Gas gelangt der Schadstoff in die Luft und landet letztendlich in Gewässern und Meeren, wo er für lange Zeit im Wasser oder im Sediment verbleiben kann.

Je älter und fettreicher der Fisch ist und je weiter oben er in der Nahrungskette steht, desto stärker ist die Anreicherung mit Methylquecksilber. Die Konzentrationen im Thunfisch oder Heilbutt überschreiten oftmals die von der WHO festgelegte Höchstmenge.

Die gesundheitlichen Folgen einer Quecksilbervergiftung sind äußerst schwerwiegend: Das Spektrum reicht von Nieren- oder Leberschäden über neurologische Erkrankungen bis hin zum Tod durch Organversagen. Auch bei ungeborenen Kindern kann durch die Mutter weitergegebenes Quecksilber verheerende Schäden anrichten.

cib/ddp

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Forum - Diskussion über diesen Artikel
insgesamt 10 Beiträge
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1. Die einzigen die ich kenne die Fischorgane
blob123y 28.06.2010
essen sind Chinesen, Japaner und Koreaner. Man sollte denen die schleichende Vergiftung naeherbringen dann geht der Verbrauch da drueben zurueck und damit auch der Fischfang, das waehre eventuell ein Hebel denn die da drueben sind die schlimmsten Abraeumer im Meer.
2. Oh
Orix 28.06.2010
Zitat von sysopFette Raubfische und Zuchtfische können giftiges Quecksilber enthalten. Forscher haben jetzt herausgefunden, warum Meerestiere mehr mit dem Schadstoff belastet sind als Süßwasserfische. Schuld ist offenbar eine besonders hartnäckige Verbindung mit dem Meersalz. http://www.spiegel.de/wissenschaft/natur/0,1518,703180,00.html
Da Technik und Wissenschaft so weit entwickelt sind, dass selbst kleinste Spuren von Gift und Elementen nachweisbar werden in unserer Nahrungskette und man verunsichert wird überhaupt noch etwas gesundes zu essen finden kann, sollte man umschwenken und versuchen von der Liebe satt zu werden.
3. Es kann sein,
streptophelia 28.06.2010
Zitat von sysopFette Raubfische und Zuchtfische können giftiges Quecksilber enthalten. Forscher haben jetzt herausgefunden, warum Meerestiere mehr mit dem Schadstoff belastet sind als Süßwasserfische. Schuld ist offenbar eine besonders hartnäckige Verbindung mit dem Meersalz. http://www.spiegel.de/wissenschaft/natur/0,1518,703180,00.html
dass Fische durch den Quecksilbergehalt ein Gesundheitsrisiko sind, aber der weitaus größte Anteil an diesem Supergift kommt aus den Amalgam-Zahnfüllungen. Nur soll es da auf wundersame Weise nicht mehr giftig sein. Auch in Impfungen ist es völlig unschädlich. Wenn jemand nach einer Impfung krank wird, hat das grundsätzlich andere Gründe. Positiv ist auch, dass der Körper dieses Gift nicht ausscheidet, denn deshalb ist es kaum nachweisbar. Wir werden halt mit der Zeit immer kränker, aber das ist heute ja auch ein wichtiger Wirtschaftsfaktor.
4. Für einen titelfreies SpOn-Forum.
Rainer Helmbrecht 28.06.2010
Zitat von blob123yessen sind Chinesen, Japaner und Koreaner. Man sollte denen die schleichende Vergiftung naeherbringen dann geht der Verbrauch da drueben zurueck und damit auch der Fischfang, das waehre eventuell ein Hebel denn die da drueben sind die schlimmsten Abraeumer im Meer.
Also ich finde, das ist ein Problem der Fische, die sollen sich darum kümmern, dass da kein Quecksilber in ihr Badewasser kommt, dann kann auch nix passieren. Gibt es denn keine Grenzwerte, man sollte die Fische zwingen in die EU einzutreten, dann macht Brüssel noch ein paar Gesetze gegen nachlässige Fische, die nicht auf die Umwelt aufpassen und das Problem ist gelöst. MfG. Rainer
5. hmmm lecker... es gibt Reis
coitusveritatis 28.06.2010
Zitat von OrixDa Technik und Wissenschaft so weit entwickelt sind, dass selbst kleinste Spuren von Gift und Elementen nachweisbar werden in unserer Nahrungskette und man verunsichert wird überhaupt noch etwas gesundes zu essen finden kann, sollte man umschwenken und versuchen von der Liebe satt zu werden.
oder mal versuchen estwas dazu beizutragen weniger von dem Müll ins Meer kippen zu lassen anstelle von der ,,was ich nicht wissen will ess ich eben trotzdem weil ,,ich liebe es,, Fastfood Methode!
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