Schlangen im Gleitflug Schmuckbaumnatter reist mit Ufo-Trick

Schmuckbaumnattern reisen gern auf dem Luftweg: Die Tiere leben auf Bäumen und gleiten bei Bedarf von einem zum anderen. Einige ihrer Tricks haben Forscher nun ergründet - in einem Wasserkanal.

Schlange im Gleitflug: Nach dem Absprung zunächst steil bergab
DPA / John Jake Socha

Schlange im Gleitflug: Nach dem Absprung zunächst steil bergab


Blacksburg - Die in Süd- und Südostasien lebenden Schmuckbaumnattern sind nicht nur ziemlich giftig - sie beherrschen auch einen ziemlich beeindruckenden Trick: Die Schlangen können sich so zusammenkringeln, dass sie Distanzen von bis zu 30 Metern auf dem Luftweg zurücklegen können. Mit dieser Körperhaltung gleiten sie optimal von Baum zu Baum und können dabei sogar steuern, berichten Wissenschaftler um Jake Socha von der Virginia Tech Universität in Blacksburg im "Journal of Experimental Biology".

Um den Ufo-förmigen Querschnitt - ein breites Dreieck mit leicht eingedellter Unterseite - zu erreichen, spreizen die Schlangen nach dem Absprung ihre Rippen und flachen den Körper ab. Mit Veränderungen des Winkels werde der Flug fein abgestimmt und an die Umgebung angepasst.

Die Forscher ergründeten nun, warum diese ungewöhnliche Form ein so gekonntes Gleiten erlaubt. Sie analysierten dazu den Flug der Paradies-Schmuckbaumnatter, die wie alle fliegenden Schlangen in Südostasien zu Hause ist und als beste Fliegerin unter diesen gilt. Dazu bildeten sie die Körperform der Schlange in einem 3-D-Drucker nach und untersuchten ihr Verhalten im Wasserkanal.

Weitere aerodynamische Tricks auf Lager

Je nach Winkel des Ufos variierte sowohl der Auftrieb als auch die Fluggeschwindigkeit des Körpers. Auf den Schlangenflug vom Baum übertragen ergab sich: Nach dem Absprung geht es zunächst steil bergab, mit zunehmender Geschwindigkeit erhöht sich aber der Auftrieb und die Schlange gleitet in flacherem Winkel.

Bei gerader Körperhaltung bilden sich Wirbel unter dem Schlangenkörper, die den Flug bremsen und die Schlange nach unten ziehen. Durch feine Veränderungen des Flugwinkels können die Nattern so ihren Flug gut kontrollieren, wie die Forscher berichten.

Die Ergebnisse erklärten das Phänomen aber nicht in Gänze. "Obwohl die Ufo-Form mehr Auftrieb liefert als wir erwartet hatten, kann sie allein nicht das gekonnte Gleiten der Schlange erklären", wird Socha zitiert. Offenbar hätten die Tiere noch weitere aerodynamische Tricks auf Lager.

chs/dpa

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insgesamt 2 Beiträge
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Seite 1
eddometal 30.01.2014
1. das wäre cool
menschen wollten schon immer fliegen. wäre ne witzige wendung wenn man es am ende von am boden kriechenden schlangen lernt
wauz, 30.01.2014
2. Daraus wird eine neue Extremsportart
Und ein fettes Geschäft für die Ausrüster!
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