Schafsrisse Schleswig-Holstein genehmigt Abschuss von Wolf

Im Kreis Pinneberg gelang es einem Wolf zuletzt häufiger, Zäune zu überwinden und Schafe zu töten. Deshalb ist das Tier nun zum Abschuss freigegeben.

Wolf in einem Wildpark (Archivbild)
DPA

Wolf in einem Wildpark (Archivbild)


In Schleswig-Holstein hat ein Wolf schon mehrfach Schafe gerissen - und war dabei über Zäune gesprungen, die als wolfssicher galten. Deshalb hat das Umweltministerium des Bundeslandes das Tier nun zum Abschuss freigegeben. Das Ministerium genehmigte einen entsprechenden Antrag. "Diese Aufgabe ist doppelt schwer - weder schön noch einfach", sagte Umweltminister Jan Philipp Albrecht (Grüne).

Im Kreis Pinneberg hatte es seit Ende November acht Risse gegeben, bei denen Tiere als wolfssicher geltende Zäune überwanden. Für sechs der Fälle soll der Wolf mit der Kennung GW 924m verantwortlich sein.

Der aus Dänemark nach Schleswig-Holstein gekommene Rüde hatte auch mehrfach Schafe außerhalb von wolfssicheren Zäunen gerissen. Er hält sich seit Juni 2018 nachweislich in der Region auf. Laut Ministerium liegen von dem Tier 17 genetische Einzelnachweise vor. Hinweise auf andere Wölfe dort seien nicht bekannt. Das Ministerium rechnet mit Klagen gegen den Abschuss.

SPIEGEL ONLINE

Derzeit leben in Deutschland rund 600 Wölfe. Ihr Bestand nimmt jährlich um 25 bis 30 Prozent zu. Wölfe sind streng geschützt. Es kommt aber immer wieder zu illegalen Tötungen.

Einzelne Tiere dürfen nur dann getötet werden, wenn von ihnen eine Gefahr für den Menschen ausgeht oder großer wirtschaftlicher Schaden durch sie zu erwarten ist. Anfang 2018 war in Sachsen ein Wolf erschossen worden, der zwei Hunde getötet und sich mehrfach Grundstücken genähert haben soll.

In Niedersachsen war 2016 ein sogenannter Problemwolf getötet worden. Er hatte für Schlagzeilen gesorgt, weil er sich immer wieder Menschen bis auf wenige Meter genähert hatte und auch einen angeleinten Hund gebissen haben soll. Versuche, diesen Wolf zu vergrämen, waren fehlgeschlagen.

Im Video: Ein Raubtier mit Imageproblem

SPIEGEL TV

joe/dpa

TOP
Die Homepage wurde aktualisiert. Jetzt aufrufen.
Hinweis nicht mehr anzeigen.