Biologie Der flache Zahn knackt die Schnecke

Wie muss ein Zahn geformt sein, um am besten Schneckenhäuser zu knacken? Mit 3-D-Druckern haben Forscher die Gehäuse nachgebaut und dabei Erstaunliches entdeckt: Die beste Form kommt in der Natur nicht vor.

Schneckenhäuser aus dem 3-D-Drucker: Forscher ermitteln ideale Zahnform fürs Schalenknacken
Stephanie Crofts

Schneckenhäuser aus dem 3-D-Drucker: Forscher ermitteln ideale Zahnform fürs Schalenknacken


Auf den Zahn kommt's an. Zumindest beim Essen, genauer beim Schalenknacken. Wer die richtigen Beißer im Mund hat, kann die richtige Nahrung futtern und stirbt nicht aus - so die grobe Kurzfassung. Forscher wollten nun herausfinden, wie ein Zahn geformt sein müsse, um Schneckenhäuser am besten zu knacken.

Da in freier Wildbahn kein Häuschen dem anderen gleicht, und somit die Vergleichbarkeit erschwert ist, halfen sich Stephanie Crofts und Adam Summers von der University of Washington in Seattle mit einem Trick: Die Biologen bauten die Gehäuse nach - aus Kunststoff mit einem 3-D-Drucker. Dafür erstellten sie mit Hilfe eines Computertomografen Modelle der Häuschen von Nucella lamellosa und Nucella ostrina. Sie fütterten einen 3-D-Drucker mit den Daten der Meeresschnecken und erhielten eine genaue Nachbildung.

Druck aufs Gehäuse

Die ausgedruckten Meeresschneckenmodelle setzen die Forscher dann Bissen von 15 verschieden geformten Zahnmodellen aus Aluminium aus. Einige davon waren nach innen gewölbt wie die Backenzähne von Menschen, andere hatten unterschiedlich hohe und breite Spitzen. Eine Maschine drückte die Alu-Zähne auf die Schneckenhäuser.

Das Ergebnis: Am leichtesten knackten flache Zähne und solche mit hoher, dünner Spitze die Gehäuse, berichten die Forscher im "Journal of the Royal Society Interface". "Unsere Daten zeigen, dass es eine ideale Zahnform fürs Schalenknacken gibt", schreiben die Biologen.

Das Problem dabei: Diese Zahnform kommt in der Natur nicht vor. Die Wissenschaftler vermuten daher, dass die benötigte Kraft nicht das einzige Kriterium ist. Wichtig in der Natur seien auch die Treffsicherheit des Zahns und das miteinberechnete Risiko, dass die Zahnspitze beim Schalenknacken nicht abbricht.

khü/dpa



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