Schottland Fossilienfunde füllen Millionen-Jahre-Lücke

Ein Glücksfall für die Forschung: In Schottland entdeckte Fossilien liefern Informationen, wie sich die ersten Wirbeltiere an Land entwickelt haben - und beantworten wichtige offene Fragen in der Paläontologie.

DPA/ Michael Coates/ University of Chicago

Washington - Lange rätselten Paläontologen über eine Millionen Jahre anhaltende Zeitspanne, aus der bisher keine Fossilien entdeckt wurden - im südlichen Schottland gemachte Funde haben diese nun weiter geschlossen. Die fossilienarme Zeit vor etwa 365 bis 359 Millionen Jahren werde als "Romer-Lücke" bezeichnet und habe ursprünglich sogar 30 Millionen Jahre umfasst, schreiben britische Forscher in den "Proceedings of the National Academy of Sciences".

Die nun datierten Fossilien bieten dem Bericht zufolge wichtige Informationen zur Entwicklung der ersten terrestrischen Wirbeltiere. Und sie zeigten, dass die Lücke auf einem Mangel an Fundstücken beruhte - und nicht auf einem Mangel an Tieren zu jener Zeit.

Das Team um Jennifer Clack von der University of Southhampton berichtet von Überresten von Tieren, die an mehreren Stellen im Süden Schottlands gefunden wurden und die sowohl marines als auch terrestrisches Leben repräsentieren. Mit ihnen lasse sich die bisherige Lücke zwischen hauptsächlich im Wasser lebenden Tetrapoden des Erdzeitalters Devon mit vielen primitiven Merkmalen und späteren, landlebenden Tetrapoden mit Merkmalen moderner vierbeiniger Tiere füllen.

Die ursprünglichen Formen sind demnach oft etwa ein bis zwei Meter lang, besitzen flossenähnliche Gliedmaßen und verhältnismäßig lange, abgeflachte Köpfe. Die weiter entwickelten Tiere wiesen hingegen eine größere Vielfalt sowie schmalere Köpfe auf. Die Fossilien geben Clacks Team zufolge Hinweise, wie die Anpassungen an ein Leben an Land vonstattengingen. Und sie zeigen, so die Forscher, dass einige Tetrapoden-Linien viel früher entstanden als bislang angenommen.

Vor 360 Millionen Jahren, am Übergang vom Devon zum Karbon, gab es einen Einschnitt: Viele Tierformen wurden verdrängt, die modernen Wirbeltiere eroberten die Erde. Vermutete Ursache der massiven Veränderungen: ein weltweites Massensterben, dessen mögliche Ursache aber noch unklar ist.

hda/dpa



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