"Schwarzer Diamant" Erbgut der Périgord-Trüffel entziffert

Für Périgord-Trüffeln müssen Feinschmecker tief in die Tasche greifen - entsprechend verlockend ist er auch für Fälscher. Eine neue Datenbank soll die Trüffelfreunde nun vor minderwertigen Imitaten schützen. Möglich wird das, weil Forscher das Erbgut des edlen Pilzes entziffert haben.

Périgord-Trüffel: 7500 Gene in fünfjähriger Arbeit entschlüsselt
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Périgord-Trüffel: 7500 Gene in fünfjähriger Arbeit entschlüsselt


Dass die Knollen alles andere als eine Augenweide sind, ist Genießern völlig egal. Sie schätzen den Geschmack der Trüffeln - und zwar mindestens seit der Antike. Besonders beliebt sind die Périgord-Trüffeln die vor allem in Frankreichs gleichnamiger Region, aber auch in Spanien und Italien wachsen. Forscher aus Frankreich, Italien und Deutschland haben nun das Erbgut des "schwarzen Diamanten" entziffert. Sie hoffen damit, auch Betrügern das Handwerk legen zu können.

Fünf Jahre lang hatten die Wissenschaftler an der Entzifferung des Gen-Codes gearbeitet. Nun steht fest: Der unter der Erde wachsende Pilz hat 7500 Gene. Rund 6000 von ihnen kommen auch im Erbgut anderer bisher untersuchter Pilze vor. Die übrigen 1500 Gene sind wichtig für die Entwicklung der Trüffel und die Symbiose mit seinem Wirtsbaum, schreiben die Forscher um Francis Martin vom Französischen Institut für Agrarforschung (Inra) in Champenoux im Fachblatt "Nature". Trüffel und Baum - meistens handelt es sich um eine Eiche - gehen dabei eine für beide nützliche Beziehung ein.

Das Erbgut des Pilzes weise außerdem Eigenheiten auf, die durch den Erdboden und andere Faktoren des Lebensraumes beeinflusst seien, schreiben die Wissenschaftler. Zehn dieser typischen DNA-Bestandteile sollen nun in einer Gen-Datenbank registriert werden - und echte Périgord-Trüffel einwandfrei identifizierbar machen. Gesammelt würden Proben aus den etwa 50 Gegenden in Frankreich, Italien und Spanien.

Périgord-Trüffel werden für etwa 1000 Euro pro Kilogramm verkauft. Doch nicht immer können sich Käufer sicher sein, dass sie diesen Betrag auch zu Recht bezahlen. Insbesondere aus China werden Imitate eingeführt.

chs/AFP

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