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Mensch-Maschine-Schnittstelle: Interagieren über schwebende Kugel

Tastatur war gestern - immer häufiger bedienen wir Computer und Maschinen über Touchscreens. Und viele Spiele machen erst mit der Gestensteuerung richtig Spaß. Ein MIT-Forscher will nun eine schwebende Kugel zur Mensch-Maschine-Interaktion nutzen.

MIT

Der Mensch und die Maschine kommen nicht so leicht zusammen. Meist nutzen wir Knöpfe zur Steuerung, am Computer in der Regel eine Tastatur, die ja auch nur aus vielen Knöpfen besteht. Dabei ticken wir Menschen eigentlich ganz anders: Wir wollen zeigen, wischen, schieben. Kein Wunder, dass berührungsempfindliche Displays sich in Windeseile durchgesetzt haben, seit sie tauglich für den Massenmarkt sind.

Ähnlich erfolgreich - allerdings in erster Linie bei Spielen - ist die Gestensteuerung. Was lange wie Science-Fiction erschien, hat dank Nintendo Wii und Sonys Controller Move längst den Einzug in die Wohnzimmer geschafft. Und Microsoft hat bei seiner Fuchtelsteuerung Kinect sogar noch den Controller weggelassen - Kameras erkennen die Gesten des Menschen in 3D.

Jinha Lee vom MIT Media Lab geht bei natürlichen Schnittstellen einen anderen Weg. Er will eine scheinbar schwerelos im Raum schwebende Kugel zur Interaktion nutzen. Man kann sie anfassen und verschieben - und ein Computer registriert jede Bewegung.

Materie von der Schwerkraft befreien - wer träumt nicht davon? Lee hat diesen Wunsch weitergedacht und daraus ein Interface entwickelt. ZeroN heißt das System, das aus einer Kugel und einem von beweglichen Spulen erzeugten Magnetfeld besteht. Die Magneten lassen die Kugel schweben - und können sie auch im Raum verschieben.

"Anwender können die Kugel im Raum frei bewegen wie sonst Objekte auf einer festen Oberfläche", sagt Lee. Die Bewegung der Kugel könne aber auch programmiert werden. Beispielsweise kann man mit ZeroN ein kleines Sonnensystem nachbauen, in dem eine kleine Kugel, der Planet, eine große, die Sonne, umkreist. Auch das Spiel mit Licht und Schatten, also Tag und Nacht, lässt sich so darstellen und verständlich machen.

Das Interface kann auch Bewegungen des Menschen aufzeichnen und später wiederholen. Mit der Hand wird die Kugel im Raum auf einer bestimmten Bahn bewegt - optische Sensoren erfassen die Bewegung und nehmen sie auf. Noch ist ZeroN vor allem eine schön anzusehende Spielerei. Aber das war bei den ersten Touchscreens und Gestensteuerungen nicht anders.

hda

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