Schweden Seemonster zur bedrohten Tierart erklärt

1986 stellte eine schwedische Lokalbehörde ein See-Ungeheuer unter Naturschutz. Fotografiert wurde das Monster jedoch noch nie. Jetzt will der Petitionsausschuss des schwedischen Parlaments die bizarre Entscheidung überprüfen.


Storsjön-See 1998: Nessie-Jäger Adrian Hunt sucht das schwedische Monster
AP

Storsjön-See 1998: Nessie-Jäger Adrian Hunt sucht das schwedische Monster

Der Legende nach lebt die Riesenschlange mit einem Katzen- oder Hundekopf seit mehreren Jahrhunderten im Storsjön-See, dem fünftgrößten See Schwedens. Doch die Legende wird von manchem Staatsbediensteten sehr ernst genommen, wie jüngst der schwedische Geschäftsmann Magnus Cedergren erfuhr. Er hatte den Antrag gestellt, Eier des Storsjön-Monsters suchen und kleine Ungeheuer aufziehen zu dürfen. Cedergren erklärte, er wolle eine Touristenattraktion schaffen.

Doch sein Antrag wurde von einem Verwaltungsgericht unter Verweis auf den Artenschutz abgelehnt. Eine Behörde im mittelschwedischen Bezirk Jämtland habe das Monster 1986 unter Schutz gestellt. Es sei verboten, Eier des Storsjön-Monsters zu sammeln oder zu zerstören. Gegen diese Entscheidung legte der Geschäftsmann beim Ombudsmann des schwedischen Parlamentes Widerspruch ein.

Loch-Ness-Ungeheuer: Die Aufnahme von 1934 gilt mittlerweile als Fälschung
AP

Loch-Ness-Ungeheuer: Die Aufnahme von 1934 gilt mittlerweile als Fälschung

Der Petitionsausschuss des schwedischen Parlamentes will nun untersuchen, warum ein angebliches Ungeheuer zu einer geschützten Art erklärt wurde. Parlamentsombudsmann Nils-Olof Berggren forderte in der vergangenen Woche von der Verwaltung Unterlagen an, die bei der Entscheidung herangezogen wurden.

Berggren sagte, das Gericht habe möglicherweise den Antrag für einen Scherz gehalten. Das Monster stehe aber tatsächlich unter Schutz. Das Gericht und die Behörde sollen jetzt erklären, wie die Entscheidungen zu Stande kamen.

Das Ungeheuer wurde zuerst 1635 schriftlich erwähnt. Überlieferungen zufolge sollen zwei Trolle am Ufer des Sees jahrelang eine Mixtur gekocht haben. Nach einem lauten Knall soll ein Monster aus dem Kessel gesprungen und im See verschwunden sein. Obwohl bis jetzt etwa 500 Zeugen behaupteten, das Ungeheuer gesehen zu haben, wurde es noch nie fotografiert.



© SPIEGEL ONLINE 2004
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung der SPIEGELnet GmbH


Die Homepage wurde aktualisiert. Jetzt aufrufen.
Hinweis nicht mehr anzeigen.