Angst vor Schweinepest Dänemark will 2019 Grenzzaun zu Deutschland bauen

Aus Angst vor der Schweinepest plant Dänemark einen Zaun an der Grenze zu Deutschland. Ob das vor der Tierseuche schützt, ist fraglich. Doch das Vorhaben ist genehmigt, der Zaun soll 2019 entstehen.

Wildschwein
DPA

Wildschwein


Der umstrittene Zaun gegen Wildschweine an der dänisch-deutschen Grenze soll im Frühjahr 2019 gebaut werden. Die dänische Umweltbehörde gab am Montag als letzte Instanz grünes Licht für die 70 Kilometer lange und bis zu 1,5 Meter hohe Begrenzung - trotz viel Kritik in einer vierwöchigen öffentlichen Anhörung.

Noch im kommenden Jahr soll der Zaun fertig sein. Er soll verhindern, dass sich die Afrikanische Schweinepest (ASP) in Dänemark ausbreitet. Die für den Menschen harmlose Krankheit kursiert in Osteuropa, Deutschland blieb bislang verschont.

Kritik an dem Zaun kam unter anderem von Tierschützern, die befürchten, dass der Zaun auch Wölfe, Otter und Goldschakale in ihrem natürlichen Lebensraum stören könnte. Die Tiere könnten Straßen und Bahngleise als gefährliche Auswege nutzen. Erst kürzlich hatten Behörden bestätigt, dass Wölfe aus Dänemark nach Deutschland wandern.

Keine Gefahr für den Menschen

Zuletzt hatten dänische Medien zudem beispielsweise Videos schwimmender Wildschweine verbreitet, um zu demonstrieren, dass ein Zaun kaum etwas nutzen wird. Die Tiere könnten den Zaun leicht umgehen, hieß es. Zudem kann das Virus über die Fütterung mit infiziertem Fleisch oder durch Lederzecken übertragen werden. In Tschechien wurden Lkw-Fahrer deshalb bereits dazu angehalten, keine Essensreste an Orten zu entsorgen, die für Wildschweine erreichbar sind.

Die Pläne für den Zaun seien nach der Kritik noch einmal nachgebessert, im Grunde aber kaum geändert worden, erklärte die dänische Umweltbehörde. Die Schweinepest befällt ausschließlich Haus- und Wildschweine und führt bei ihnen zu Fieber, Erbrechen, Durchfall bis hin zum Tod. Für den Menschen stellt das Virus keine Gefahr da.

Eckdaten zur Afrikanischen Schweinepest
Erreger
Afrikanisches Schweinepest-Virus
Befällt
ausschließlich Haus- und Wildschweine, ungefährlich für Mensch und andere Tiere
Symptome
hohes Fieber, Hautrötungen, Erbrechen, Durchfall, Augenausfluss, unkoordinierte Bewegungen, plötzlicher Tod
Übertragung
Direkter Kontakt zwischen kranken und gesunden Tieren. Indirekt über die Fütterung von Abfällen mit infiziertem Schweinefleisch oder über Lederzecken, die von infizierten Tieren oder von anderen Infektionsträgern auf das Tier übergehen.
Virusquellen
Blut, Gewebe, Sekrete und Exkrete von kranken oder toten Tieren, infizierte Lederzecken, ASP bleibt in Schweinekot für sechs bis zehn Tage, in Schweinefleischprodukten über einige Monate und in gefrorenem Fleisch über Jahre.
Verlauf
Dauer von Infektionszeitpunkt bis zum Ausbruch der Krankheit sind drei bis 15 Tage. Im Falle einer akuten Verlaufsform drei bis vier Tage.
Bekämpfung
Es gibt keine Therapie. Aus diesem Grund sind Maßnahmen der Biosicherheit nötig. Diese umfassen die Vermeidung der Fütterung von Küchenabfällen, fest zugeordnete Kleidung, Quarantänezeiten für neue Tiere sowie die räumliche Trennung von unterschiedlichen Tiergruppen.

Die Behörden in Dänemark sind sehr vorsichtig, weil die Schweinezucht für die Wirtschaft des Landes extrem wichtig ist. Sollte der Schweinepest-Erreger auf dänische Bestände übertragen werden, müssten alle Ausfuhren in Nicht-EU-Länder gestoppt werden. Ein großer Teil des Exports fiele unmittelbar weg.

Video: Afrikanische Schweinepest - Halali in Polen

SPIEGEL TV

jme/dpa

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