Nordsee Toter Schwertwal am Strand von Sylt gefunden

Seltener Fund an der Küste der Nordseeinsel Sylt: Am Strand wurde ein toter Orca geborgen, ein Schwertwal.

Angespült auf Sylt: "Dass ein Orca bei uns strandet, ist eher ungewöhnlich"
DPA

Angespült auf Sylt: "Dass ein Orca bei uns strandet, ist eher ungewöhnlich"


Am Strand von Sylt ist am Montag ein toter Schwertwal gefunden worden. Es handele sich um ein etwa 2,50 Meter großes Jungtier, sagte Silke Lieser vom Erlebniszentrum Naturgewalten in List auf Sylt. "Es ist ein Orca", bestätigte Seehundjäger Thomas Diedrichsen. Schwertwale werden auch Orcas genannt. Der Kadaver sei bereits vom Rantumer Strand geborgen worden.

Der tote Schwertwal sollte nach Möglichkeit noch am Montag zur Untersuchung ins Büsumer Institut für terrestrische und aquatische Wildtierforschung (ITAF) an der Tierärztlichen Hochschule Hannover gebracht werden. Die "Sylter Rundschau" hatte zuvor über den Fund des Meeressäugers berichtet.

"Dass ein Orca bei uns strandet, ist eher ungewöhnlich", sagte der Leiter des Multimar-Wattforums in Tönning, Gerd Meurs. In den Weltmeeren seien Orcas aber nicht selten.

Schwertwale kommen in allen großen Meeren vor, in den Tropen sind sie seltener. Am häufigsten sind die Tiere in kühleren Meeren, die meisten leben in Küstennähe. In Europa werden Schwertwale am häufigsten vor Norwegen gesichtet.

Strandung der Pottwale

Mit der Strandung der Pottwale in den vergangenen Wochen in Schleswig-Holstein habe der Fund nichts zu tun, fügte der Experte hinzu. Die Bergung der Pottwale war in der Nacht zum Samstag abgeschlossen worden.

Nach Angaben der Schutzstation Wattenmeer in Husum waren seit Anfang Januar bereits 27 junge Pottwale in der südlichen Nordsee umgekommen: 16 in Deutschland, sechs in den Niederlanden und fünf in England. Experten vermuten, dass sie sich auf ihren Wanderrouten in der flachen und nahrungsarmen Nordsee verschwommen haben könnten.

Was mit den Skeletten der gefundenen Tiere passiert, war zunächst offen. Es gebe zwar Anfragen, aber noch keine Entscheidung, teilte die zuständige Behörde mit. Die Aufarbeitung koste Zehntausende Euro.

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boj/dpa

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