Umweltschutzgruppe Sea-Shepherd-Gründer in Frankfurt festgenommen

Paul Watson zählt zu den kompromisslosesten Umweltschützern, seine Organisation Sea Shepherd macht immer wieder durch ebenso spektakuläre wie gefährliche Aktionen Schlagzeilen. Jetzt wurde der Gründer am Frankfurter Flughafen festgenommen.

Paul Watson (Archivbild): Schutz der Meere auf die Fahnen geschrieben
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Paul Watson (Archivbild): Schutz der Meere auf die Fahnen geschrieben


Frankfurt am Main - Anlass für die Festnahme Paul Watsons sei ein Haftbefehl aus Costa Rica, teilte die Präsidentin von Sea Shepherd in Frankreich, Lamya Essemlali, mit. Watson, der die kanadische und die US-Staatsbürgerschaft hat, sei auf dem Weg nach Frankreich beim Umsteigen in Frankfurt am Main festgenommen worden, hieß es weiter.

Den Angaben zufolge bezieht sich der Haftbefehl aus Costa Rica gegen den Sea-Shepherd-Gründer auf eine Aktion aus dem Jahr 2002, als die Gruppe auf die brutale Jagd auf Haie aufmerksam machte. "Nach Aussage der Polizei geht der Haftbefehl auf eine angebliche Verletzung des Seeverkehrsrechts in Costa Rica während der Dreharbeiten des Films "Sharkwater" im Jahre 2002 zurück", heißt es auf der deutschen Internetseite der Organisation.

Umweltexperten zufolge werden jährlich etwa 73 Millionen Haie getötet, insbesondere dadurch, dass ihre Flossen abgehackt werden. Für diese wird viel Geld bezahlt, da sie unter anderem in der chinesischen Küche als Delikatesse gelten. Die Tiere werden nach dem Abhacken der Flossen zurück ins Wasser geworfen, wo sie qualvoll verenden.

Die Nichtregierungsorganisation Sea Shepherd hat sich den Schutz der Meere auf die Fahnen geschrieben. Sie wurde 1977 gegründet und hat ihren Sitz in den USA. Die Gruppe macht mit ihren spektakulären Aktionen immer wieder Schlagzeilen: Sie gilt als eine der aktivsten, aber auch als die kompromissloseste unter den Organisationen. Vor allem für den Schutz von Walen setzt sich Sea Shepherd ein.

Vielen Kritikern gelten die Aktivisten als Radikale. Beide Seiten beschuldigten sich in den vergangenen Jahren zunehmend ruppiger Methoden. Dokumentiert sind etliche Zusammenstöße. Weltweit Schlagzeilen machte im Januar 2010 die Versenkung des Sea-Shepherd-Bootes "Ady Gil", das in zwei Teile zerbrach, nachdem es von einem Harpunenboot gerammt wurde. Eine neuseeländische Untersuchungskommission befand später, dass die Schuld dafür bei beiden Parteien zu suchen sei: Aktivisten wie Walfänger hätten die Kollision in Kauf genommen.

Gegenüber Menschen agiert die Organisation dabei nach eigenem Anspruch gewaltlos, Verletzungen gibt es trotzdem immer wieder auf beiden Seiten. Zu den regelmäßig eingesetzten Mitteln, Arbeitsabläufe zu stören, gehören Fahrtbehinderungen und Rammaktionen. Besondere Kritik erntet Sea Shepherd immer wieder wegen Buttersäure-Würfen, durch die es mehrmals zu Verletzungen kam.

suc/AFP

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insgesamt 111 Beiträge
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laolu 14.05.2012
1. Wenn es sich um solche Rabauken wie die von Sea Shepherd handelt,
Zitat von sysopAPPaul Watson zählt zu den kompromisslosesten Umweltschützern, seine Organisation Sea Sheperd macht immer wieder durch ebenso spektakuläre wie gefährliche Aktionen Schlagzeilen. Jetzt wurde der Gründer am Frankfurter Flughafen festgenommen. http://www.spiegel.de/wissenschaft/natur/0,1518,832962,00.html
dann, ja dann werden auch die deutschen Strafverfolger wach und greifen schon mal entschlossen zu am Flughafen in Frankfurt.
tampa514 14.05.2012
2. Macht ihn fertig
Zitat von sysopAPPaul Watson zählt zu den kompromisslosesten Umweltschützern, seine Organisation Sea Sheperd macht immer wieder durch ebenso spektakuläre wie gefährliche Aktionen Schlagzeilen. Jetzt wurde der Gründer am Frankfurter Flughafen festgenommen. http://www.spiegel.de/wissenschaft/natur/0,1518,832962,00.html
So einer muss beseitigt werden, unbedingt, wo kommen wir denn dahin, nur wegen ein paar Millionen Haien die Küstenschutzgesetze obskurer Mittelamerikanischer Staaten zu verletzen. DA sind deutsche Behörden ganz schnell und effektiv, bei Mordserien Rechtsradikaler nicht ganz so...
mangeder 14.05.2012
3.
Pech für Paul Watson, dass es nur um kleine Verletzungen des Seeverkehrsrechts geht. Wenn er Finanzjongleur oder Manager einer systemrelevanten Bank wäre und Costa Rica einen Haftbefehl gegen ihn hätte, wären die deutschen Behörden nicht so unterwürfig und gehorsam und es hätte keinen Aktionismus deutscher Beamten wegen eines Durchreisenden am Flughafen gegeben.
Schelm 14.05.2012
4. Anstatt Herrn Watson zu unterstuetzen...
...wurde er festgenommen. Was schert Deutschland ein Haftbefehl aus Costa Rica??
Werner_Missal 14.05.2012
5. Peinlich
Zitat von sysopAPPaul Watson zählt zu den kompromisslosesten Umweltschützern, seine Organisation Sea Sheperd macht immer wieder durch ebenso spektakuläre wie gefährliche Aktionen Schlagzeilen. Jetzt wurde der Gründer am Frankfurter Flughafen festgenommen. http://www.spiegel.de/wissenschaft/natur/0,1518,832962,00.html
Also das ist schon komisch. Keine Nation dieser Erde interessiert sich für zwielichtige Haftbefehle, die auch noch 10 Jahre zurückliegen und zeigt damit deutlich Ländern dieser Erde, was sie von dem sinnlosen abschlachten der Meeresbewohner halten, Rechtsstaat hin oder her. Nur nicht Deutschland, diese an verquirlter und überdrehter Rechtsstaatlichkeit kaum zu überbietende Nation, muß auch 10 Jahre später der Welt mal wieder zeigen, wie tief sie gesunken ist.
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